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Den Kapitän vermisst
Magath: "Einer wie Heiko hat gefehlt"

45 Minuten lang zeigte Felix Magath seinen Spielern am Sonntag die Fehler aus dem Derby auf. Die Ansprache war deutlich und wurde mit Videobildern unterstützt.

Nach der Vorführung aber gab es nicht etwa das von den Kickern befürchtete Straftraining, sondern ein Spiel über den halben Platz auf vier kleine Tore.

Milde gestimmt referierte Magath anschließend noch einmal über die Gründe für die gefühlte Niederlage in Bochum. „Ich war mit dem Spiel lange Zeit zufrieden, das war fußballerisch ein guter Auftritt. Aber wir haben gesehen, was es bedeutet, eine junge Mannschaft zu haben, denn die jungen Spieler machen zwangsläufig Fehler. Wenn man zwei Gegentore bekommt, bei denen alle nur zuschauen, dann hat das schon mit mangelnder Erfahrung zu tun“, erklärte der 56-Jährige. „Wir haben Fehler bei einer Standardsituation gemacht und sind beim zweiten Gegentor ausgekontert worden. Das darf nicht sein“, meinte Magath am Morgen nach dem Derby schon wieder sachlich.

Unmittelbar nach dem 2:2 durch Stanislav Sestak hatte er sich nicht so im Griff. Da war der Meistermacher wild durch die Coaching Zone getobt und hatte noch in den Katakomben des Bochumer Stadions eine richtige Wutrede vom Stapel gelassen.

Magath vermisste einen echten Führungsspieler auf dem Platz, der in dem Gefühl des sicheren Sieges die richtigen Entscheidungen trifft. „Heiko Westermann wäre der Richtige gewesen, um das Heft in die Hand zu nehmen“, vermisste der Teammanager seinen Kapitän.

Ersatz-Spielführer Manuel Neuer konnte von seiner Position im Tor selbstredend nicht die Richtung angeben. Marcelo Bordon ist ehemaliger Träger der Binde und Abwehrchef sicher am ehesten derjenige, der in solch einer Situation in eine Führungsrolle schlüpfen muss. Doch der 34-Jährige ist kein Lautsprecher und war in der Schlussphase in Bochum zu sehr damit beschäftigt, die gegnerischen Angriffe zu bändigen.

„Ich möchte keine Entschuldigung oder Ausrede suchen, aber Heiko Westermann fehlt natürlich. Man kann nicht von unseren ganz jungen Spielern verlangen, dass sie vorne weg marschieren und die Richtung vorgeben“, wusste auch Neuer, dass der Segen des Schalker Jugendstils auch mal zu einem Fluch werden kann.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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