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Johan Cruyff lästert
Brasilien "eine Schande für das Turnier"

Der Rekord-Weltmeister zittert vor Oranje, die "Black Stars" spüren vor dem Viretlefinale gegen Uruguay die Unterstützung des ganzen afrikanischen Kontinents.

Das brisante Viertelfinale zwischen Brasilien und den Niederlanden am Freitag in Port Elizabeth (16.00 Uhr/ARD und Sky live) ist bei der Fußball-WM in Südafrika ein vorweggenommenes Finale. "Ja, das ist unser erstes Endspiel. Die Niederlande sind mit der schwerste Gegner. Von allen europäischen Teams sind die Holländer von der technischen Qualität her fast Südamerikaner", sagte Brasiliens Nationaltrainer Dunga, der reichlich Respekt vor dem Team seines Kollegen Bert van Marwijk mit Bayern-Ass Arjen Robben hat.

Erst eine historische Chance, dann ein Abendessen mit Nelson Mandela - Afrikas letzte Hoffnung Ghana geht mit der Unterstützung des gesamten Kontinents in sein Viertelfinale gegen Uruguay. Friedensnobelpreisträger Mandela höchstpersönlich hat die Mannschaft um Kevin Boateng für Samstag zur Audienz gebeten. Die Mannschaft wird sich am Freitag in Johannesburg (20.30 Uhr/ARD und Sky live) deshalb zerreißen, um als erster afrikanischer WM-Halbfinalist zum Dinner zu erscheinen.

Das Spiel der Spiel findet allerdings im Viertelfinale in Port Elizabeth statt. Nach vier souveränen Siegen in vier WM-Spielen haben die Niederlande nur noch ein Ziel. "Wir sind hier, um Weltmeister zu werden. Darum wissen wir auch, dass man Teams vom Kaliber Brasiliens besiegen muss. Wir wollen nicht nur mitspielen. Wir wollen deutlich besser sein und die Selecao schlagen", erklärte Bondscoach van Marwijk, der seine Mannschaft trotz interner Querelen in den vergangenen Tagen wieder zu einer Einheit formte.

Auch den niederländischen Spielern scheinen die bisherigen Auftritte des fünfmaligen Weltmeisters in Südafrika kaum Angst und Schrecken einzuflößen. "Wir wollen ins Finale. Also müssen wir auch gegen Brasilien gewinnen", sagte Robben. Gegen die Slowakei machte der Offensivspieler sein erstes Spiel von Beginn an, und auch der Hamburger Eljero Elia, beim 2:1 gegen die Slowakei für Robben in der 71. Minute eingewechselt, sieht Oranje in der Favoritenrolle: "Wir haben weder vor Brasilien, noch vor einem anderen Gegner Angst. Wir gewinnen und kommen ins Finale."

Daran hat offenbar auch Hollands Fußball-Ikone Johan Cruyff keinen Zweifel. Der Vize-Weltmeister von 1974 würde sich nicht einmal eine Eintrittskarte kaufen, um die Brasilianer spielen zu sehen. "Das Spiel der Brasilianer ist eine Schande für die Fans und das Turnier. Normalerweise verfügt Brasilien über eine Mannschaft, die die Menschen gerne spielen sehen wollen. Jetzt aber habe ich kein Geld übrig für eine Eintrittskarte, um Brasilien spielen zu sehen", sagte Cruyff, der viel lieber Robben und Wesley Sneijder beim Zaubern zuschaut.

Tatsächlich spielte die Selecao im Verlauf der WM-Endrunde in Südafrika noch nicht brillant auf. Allerdings spazierten die vor allem in der Defensive starken Südamerikaner völlig problemlos ins Viertelfinale. Vor dem Spiel gegen die Niederlande häuften sich jedoch die Sorgen beim fünfmaligen WM-Champion. So muss Dunga auf den verletzten und zuvor starken Mittelfeldspieler Elano verzichten. Zudem fällt Ramires gelbgesperrt aus, sodass wahrscheinlich Felipe Melo in die Startelf zurückkehrt.

Mit breiter Brust geht Ghana in das Duell mit den Urus. "Wir siegen für Afrika!", betonte der gebürtige Berliner Kevin Boateng, der eine Oberschenkelverletzung rechtzeitig vor dem Spiel seines Lebens auskuriert hat. "Wir haben einen Lauf. Wir werden ins Halbfinale einziehen und den Kontinent stolz machen." Der ehemalige Bundesliga-Profi und ghanaische Nationalspieler Tony Baffoe, am Kap für den Weltverband FIFA im Einsatz, behauptete: "Ich glaube an das Halbfinale, ich glaube an Ghana, ich glaube an Afrika! Wir werden 2:1 gewinnen."

Südafrika hat die Schwarzen Sterne längst adoptiert. "Die Shooting Stars werden mit der Hilfe von ganz Afrika Historisches vollbringen", schrieb am Donnerstag die Johannesburger Zeitung The Citizen. Der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki richtete eine Grußbotschaft an den ghanaischen Verband: "Ich bin sicher, dass Millionen Südafrikaner hinter euch stehen!"

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