Zur Abwechslung von den Trainingseinheiten gab es am Mittwochabend einen offiziellen Empfang im Volunteer-Centre des WM-Stadions Bochum. Auch OK-Präsidentin Steffi Jones ließ es sich nicht nehmen, ihre Begrüßungsworte an die „Nadeshiko“ persönlich zu richten. Mit ihren Deutschkenntnissen konnten derweil die beiden Bundesliga-Spielerinnen Kozue Ando vom FCR 2001 Duisburg und Yuki Nagasato vom Deutschen Meister Turbine Potsdam glänzen. So verriet Ando: „Ich hoffe, dass wir Gruppenerster werden.“ Sollte nämlich Deutschland erwartungsgemäß die Gruppe A als Tabellenführer abschließen, dann könnten die Japanerinnen so dem Aufeinandertreffen im Viertelfinale aus dem Weg gehen. Und wer sollte besser wissen, wie gut die deutschen Nationalspielerinnen drauf sind, als Ando und Nagasato.
Die Offensivspielerin von Turbine Potsdam übrigens sorgte im Rahmen der Veranstaltung für viel Gelächter innerhalb ihrer Elf. Ein Kamera-Team hatte die 23-Jährige in der brandenburgischen Landeshauptstadt besucht und von der Videoleinwand aus schickte Nagasato nun ihre Grüße an ihre Mannschaftskolleginnen. Was aber der genaue Grund für die ausgelassene Stimmung war, damit wollte Nagasato nicht rausrücken. „Das kann ich nicht erzählen“, meinte sie nur.
Hermann Korfmacher, Präsident des westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes, jedenfalls sah in dem Saal „zahlreiche strahlende Nelken“. „Nadeshiko“, wie die japanische Frauen-Nationalmannschaft auch genannt wird, bedeutet übersetzt „Prachtnelke“ - ein Symbol für junge Frauen. „Es steht aber auch für die schöne Spielweise“, ergänzte Korfmacher noch, um sich dann ernsteren Themen zu widmen: „Es ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass ihr heute hier seid. Durch die Katastrophe in Japan konnten auch einige nicht trainieren, wie ich gehört habe. Ich wünsche euch, dass ihr eurer Heimat viele Siege beschert.“ Dem konnte auch Jones, die erst vor wenigen Tagen ihre „Welcome-Tour“ mit ihrem Besuch in Tokio beendet hatte, nur beipflichten. „Ich bin mir sicher, dass ihr ein tolles Fußballfest erlebt und anschließend erhobenen Hauptes in die Heimat zurückfliegen könnt.“
Stellvertretend für die Bochumer Volunteers überreichte die OK-Präsidentin am Mittwochabend noch ein deutsches Trikot an den Japaner Kuniyo Hagato. „Es ist eine große Ehre für mich, vor der japanischen Nationalmannschaft sprechen zu dürfen“, sagte er und richtete dann auch noch ein paar Begrüßungsworte in der Landessprache an den Weltranglistenvierten.
Norio Sasaki, Trainer der Asiatinnen, sagte abschließend: „Ich freue mich auf unser Spiel in Bochum und ich bin mir sicher, dass wir ein sehr gutes Spiel abliefern werden.“ Einen kleinen Wunsch allerdings hatte er auch noch: „Ich bitte euch, uns zu unterstützen.“
Und bevor die Spielerinnen sich wieder in ihr Hotel direkt neben dem Stadion zurückzogen, ließen sie sich noch eifrig mit dem WM-Maskottchen Karla Kick fotografieren. Am Donnerstag bestreiten die Japanerinnen, die von der Rekordnationalspielerin Homare Sawa angeführt werden, noch ein Trainingsmatch gegen die Schwedinnen.
