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Nach Standpauke zum Sieg

(8) Kommentare

Die schweren, nervenzerreißenden Wochen und Monate scheinen in weiten Teilen überwunden zu sein. Der S04 landete mit dem 2:0 in Bremen einen wichtigen Sieg.

Danach hatte es zunächst aber gar nicht ausgesehen. In der ersten Halbzeit spielte der FC Schalke 04 unterirdisch und schlampig. Der Zugriff auf die bemerkenswert aufspielende Schaaf-Elf war nicht vorhanden. Dabei hat Manager Horst Heldt noch eindringlich vor dem sich oft in den Köpfen bildenden Schlendrian gewarnt. Offensichtlich vergebens.

Kellers Kabinenpredigt

Die Mannschaft ließ sich überrennen, bot den Bremern noch Begleitschutz an. Einzig der Unfähigkeit der eigentlich sehr stark besetzten Offensivabteilung und einem wieder mal hervorragend aufgelegten Timo Hildebrand ist es zu verdanken, dass Königsblau mit einem 0:0 in die Halbzeitpause ging. Was dann folgte, war anscheinend Klartext par excellence.
Jens Keller fand „sehr deutliche Worte“ in der Kabine. Übersetzt heißt das: Jens Keller hat die Jungs in der Kabine richtig rund gemacht. Öffentlich wird von Schalker Seite stets gepredigt: Keller leistet sehr gute Arbeit. Nun war diese dem Massenpublikum nun auch endlich greifbar. Der 42-Jährige ist mutig, lässt sich nichts gefallen und weiß, wie er mit der Truppe umgehen muss. Das imponiert mir persönlich sehr.

Förmchen wechsel dich

Keller hat keine Scheu oder gar Angst vor unbequemen Entscheidungen. Auch nicht, diese schon während einer Partie zu fällen. Er ist handlungsschnell und erkennt Missstände augenblicklich, eine Eigenschaft die man Huub Stevens offenbar absprach. Der Umgang mit Roman Neustädter, der wochenlang seiner so tollen Form aus der ersten Hälfte der Bundesliga-Vorrunde hinterherlief, war fürsorglich und bestimmend. Er vertraute ihm, ließ ihn spielen. Bis der Punkt gekommen war, wo selbst Neustädter sich eingestehen musste, dass es einer Pause bedurfte. Beim Auswärtserfolg in Wolfsburg holte Keller ihn schon zum Kabinentee aus der Elf, brachte Christoph Metzelder und stellte um. Schalke schoss im Anschluss drei Tore und knallte den Werksklub aus dem eigenen Stadion. Auch gegen Borussia Dortmund sah man nicht den besten Neustädter, trotz Derbysieg. Gegen den 1. FC Nürnberg ließ Keller ihn dann zuhause, er sollte abschalten und mental wieder in die Spur kommen. Nun zeigt Roman Neustädter aufsteigende Form!

Der nächste Fall scheint sich aber mit Michel Bastos zumindest anzudeuten. Was hat diese Leihgabe uns in seinen ersten Rückrundenspielen begeistert. Schoss direkt drei Buden, wunderbar! Leider ging es ab da mit der Formkurve stetig nach unten. Besonders in den letzten beiden Partien ist das sehr auffällig. Gegen den Chaos-Klub Hoffenheim wurde der Brasilianer nach träger Offensivleistung in der 63. Minute ausgewechselt. Raffael kam ins Spiel und plötzlich drehte Schalke 04 auch mal über links auf, was einem starken Julian Draxler geschuldet war. Wir schossen im Anschluss drei Tore und fegten die Kraichgauer aus der Donnerhalle.
Bei Werder Bremen war es ähnlich. Dort wurde Michel Bastos nach sehr schwachem Spiel gegen Sokratis zum zweiten Durchgang in der Kabine gelassen. Schalke kommt raus und flitzt auf einmal über beide Flügel und nicht nur über rechts mit Jefferson Farfan. Das ist schon irgendwie tragisch, denn Michel Bastos hat große Fähigkeiten. Er ist aus meiner Sicht aber nicht in der Form, in der er uns behilflich sein kann. Schalke spielt derzeit ohne Bastos besser. Geht es nach Leistung, muss man ihn auf die Bank setzen.

Raffael ist schon angekommen

Die Spielmacherposition gehört eigentlich Julian Draxler, dieser agiert im Zusammenspiel mit dem technisch versierten Raffael richtig stark. Der Youngster will auf der „Zehn“ spielen. Da bietet sich an, dass Raffael für Bastos ins Team rückt und dieser sich mit dem 19-Jährigen die Rolle teilt – die beiden könnten ihre Positionen ständig tauschen, was Schalke extrem gefährlich macht, wie man anhand der letzten Tore sehen konnte. Man hätte auf rechts den Laufbullen Jefferson Farfan und links mal Raffael oder Draxler, die mit ihrer Technik die Außenbahn knacken und die Verteidiger vor arge Probleme stellen können

Der Brasilianer kommt jedenfalls langsam in Fahrt. In der Anfangszeit merkte man ihm noch an, dass er in Kiew schon längere Zeit nicht spielen konnte. Seine Physis scheint nun vollkommen hergestellt zu sein. Nicht wenige Beobachter hatten den 28-Jährigen bereits abgeschrieben, dass er ein guter Kicker ist, stellt er nun aber unter Beweis und glänzte als Torschütze und mehrfacher Vorbereiter. In dieser sich darstellenden Form empfiehlt er sich definitiv für einen weiteren Verbleib auf Schalke. Nun wird man in Ruhe abwarten, ob seine letzten Spiele nur ein kurzes Strohfeuer waren, oder er auch konstant die Leistung bringen kann, die man sich wünscht.

Schalke ist auf Kurs

Grundsätzlich bleibt zu sagen, dass die momentane Situation zufriedenstellend ist. Nach all dem ganzen Theater, den Querelen und verlorenen Spielen sind wir auf dem vierten Tabellenplatz. Die Bilanz der letzten Partien liest sich gut: Fünf Siege aus sechs Spielen! Am kommenden Samstagabend erwarten wir Bayer Leverkusen – das wird ein Härtetest. Die Bayer-Elf hat eine enorme Qualität in ihren Reihen, die wir im Hinspiel zu spüren bekommen haben. In Leverkusen haben wir unser bislang schlechtestes Saisonspiel abgeliefert und kamen mit 0:2 böse unter die Räder. Ein blutleeres und beschämendes Match, mit Zoff an der Reservebank und fehlender Leidenschaft – ein Armutszeugnis!

In der heimischen Arena gilt es diese noch offene Rechnung zu begleichen …

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  • Onkelboon 07.04.2013 13:18 Uhr
    Also ich hab keine aufsteigende Formkurve bei R.Neustädter gesehen.
    Auch bei Raffael scheiden sich unsere Meinungen. Er hat gestern zum 1.mal eine gute Halbzeit gespielt und schon wird sein eigenes Gerede über eine Verpflichtung aufgegriffen. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen.
    Die Meinung über Keller teile ich jedoch. Der weiss was er tut. Fuchs draussen zu lassen war seine 1. gute Entscheidung. Bastos und Neustädter wären auch nur noch Bankpersonal wenn sich dafür Alternativen angeboten hätten.
  • Hassan Talib Haji 07.04.2013 13:42 Uhr
    Hi Onkelboon,

    ich finde, Roman Neustädter hat in der ersten Hälfte der Vorrunde weit über seinem eigentlichen Durchschnitt gespielt, was ihn zurecht in die N11 rücken ließ. Aber auch ein Neustädter in Normalform ist immer noch gut und die letzten Spiele haben gezeigt, dass er sich dieser annähert.

    Raffael hat nun endlich auch Spielpraxis durch seine Kurzeinsätze bekommen. Das hat er gegen Hoffenheim mit seinem Tor und seiner Vorlage, sowie jetzt in Bremen unter Beweis gestellt. Er zeigt damit, dass er einer für S04 sein kann. Ich schreibe aber auch, dass dies kein Strohfeuer sein darf - sondern Konstanz eine feste Verpflichtung rechtfertigt.

    Zu Keller: Ja. Das mit Fuchs war seine 1. Entscheidung die richtig gut war. Da bin ich voll bei dir.
  • 07.04.2013 14:20 Uhr
    Hallo,
    ich gebe Onkelboon recht: auch ich habe zwar weniger katastrophale Fehlpässe von Neustädter gesehen, aber immer noch keine Leistung, die die Startelf rechtfertigen würde. Aber okay, vielleicht kommt da ja noch was. Raffaels Verpflichtung hielt ich anfangs für vollständig überflüssig, und zunächst war das auch keine echte Verstärkung. Nun aber zeigt er tatsächlich Leistungen, die auf mehr hoffen lassen. Zumal Draxler trotz der Tore in den letzten beiden Partien erst dann ordentlich spielte, als Raffael die 10er-Position übernahm. Der gute Jule droht, so kann es wirken, ein wenig die Bodenhaftung zu verlieren. 80% Leistung reichen aber dann doch nicht. Insofern ist es um so besser, daß Raffael als echter 10er zu seiner Form findet. Zu Bastos: ich hoffe, er begreift die Signale der Auswechslungen und nimmt seine Aufgabe etwas ernster. Dann wäre es mit Farfan und Bastos eine klasse Flügelzange, dazu noch Huntelaar...und dann noch die Doppel-6 endlich drangeben und mit Raute spielen! ;-)
  • Hassan Talib Haji 07.04.2013 14:35 Uhr
    Zur Verdeutlichung habe ich für euch mal ein paar Daten zusammengetragen. :-)

    Roman Neustädter gegen Hoffenheim:

    - zweitmeisten Zweikämpfe aller Schalker gewonnen. Nur Höwedes war besser.

    - zweitmeisten KM gelaufen, 11.43

    - drittmeisten Pässe an den Mann gebracht, nur Höger und Farfan besser.

    Roman Neustädter gegen Bremen:

    - von allen Schalkern am meisten gelaufen, nämlich 11,69 KM

    - die drittmeisten Pässe im Schalker Team an den Mann gebracht. Nur Höger und Jeff waren besser.

    Sicherlich ist er nicht in der Form vom Saisonbeginn, aber doch seit seiner Zwangspause gegen Nürnberg besser als zuvor, wo er unterirdisch spielte. Deshalb bin ich da dann schon der Ansicht, dass er sich gesteigert hat.
  • Blue 07.04.2013 14:52 Uhr
    Die Statistik über Neustädter sagt alles oder nichts!

    Der ist viel gelaufen, aber wohin.....????

    Pässe gehen meistens zurück, ein Pass mit Risiko traut er sich nicht zu.

    Nicht nur in meiner Wahrnehmung ist Neustädter seit Monaten ein Spieler ohne Form.........ich bin heilfroh, dass er gegen die Pillendreher gesperrt ist, denn ohne Neustädter kann und wird Schalke nur stärker sein.

    .....übrigens ViaNOgo ist Partner der Reviersport. :-((
  • Hassan Talib Haji 07.04.2013 15:04 Uhr
    Ich sehe das ja in Relation zu dem, was er noch vor Wochen für eine katastrophale Leistung brachte und da bin ich der Meinung, dass er besser geworden ist.

    Sein Selbstvertrauen ist auch nicht mehr komplett kaputt - er steigert Schritt für Schritt, kleine Schritte - wie die Mannschaft ja auch noch vor ein paar Wochen.
  • Deus Vult 07.04.2013 15:10 Uhr
    Erfreulich, dass du auch mal Hildes gute Leistungen der letzten Wochen erwähnst. Er scheint sich mehr und mehr zu einem verlässlichen Rückhalt zu steigern.
    Natürlich sind die Fans nicht zu Unrecht verwöhnt was gute Keeper auf Schalke angeht. Aber inzwischen ist auf der Position wohl weniger Diskussionsbedarf.
  • Sickich04 07.04.2013 18:23 Uhr
    Die Ergebnisse und der 4. Platz sind natürlich erfreulich. Aber die geringe Anzahl an Torchancen gegen 1899 und die 1. Hälfte in Bremen machen mir weiterhin Sorge. Wie du richtig anmerkst, wurde die ganze Woche rumgeseiert, trotzdem stand dann erstmal ein phlegmatischer Haufen auf dem Platz.
    Die geballte Konkurrenz vom 3.-7. Platz wartet noch auf uns (3 x auswärts), da muss man 90 min hellwach sein. Wenn wir am Ende immer noch 4. sind, bin ich heilfroh. Und erst dann kann man Keller richtig beurteilen.
    Glückauf

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