Okay, an der Dreisam würde man sich bedanken, zum Ruhrgebiet zu gehören. Aber dieses "gallische Dorf" kurz vor Frankreich ist fußballerisch wirklich bei den "Guten". Aus den kleinen vorhandenen Möglichkeiten hat Coach Streich eine ganz feine Truppe auf die Beine gestellt, die - mit ein bisschen Glück - im nächsten Jahr in der Champions-League spielen kann.
Ja, aber mit welcher Mannschaft? Fünf Mann sind schon weg, und das dürfte noch nicht das Ende sein. Als wäre im Schwarzwald eine Profiseuche ausgebrochen, suchen die Leistungsträger das Weite. Und entblöden sich allesamt nicht, von "besseren Chancen" in Frankfurt, Wolfsburg oder Gladbach zu reden. Klubs, die Freiburg mehr oder weniger weit hinter sich lässt.
Seit dem vermaledeiten Bosman-Urteil ist es für mittel-kleine Vereine wie den SC Freiburg schlicht und ergreifend unmöglich geworden, eine Mannschaft zu entwickeln und mittelfristig aufzubauen. Es braucht gar nicht mal die ganz großen Raubfische, um alles in Stücke zu reißen. Es genügen träge Karpfen wie Wolfsburg oder Frankfurt, die mal eben das Scheckbuch zücken und jahrelange Aufbauarbeit zerstören.
Kann es wirklich der Weisheit letzter Schluss sein, diesen skrupellosen Manchester-Kapitalismus für die Bundesliga als gottgegeben zu betrachten? Ist jeder ein träumender Romantiker, der sich zumindest in der Enklave Fußball andere Gesetzmäßigkeiten vorstellt als jene aus dem Lehrbuch der Profitmaximierung. Muss die einzige Zustandsbeschreibung des schändlichen Treibens all dieser Vermarkter, Berater und ihrer medialen Speichellecker von Karl May stammen: Unter Geiern!?


















