Bei diesem "Coaching" sollen die Auftritte der Unparteiischen aufgearbeitet werden, die Schiedsrichter ein Feedback erhalten. In drei bis vier Jahre soll jeder Referee einen eigenen Coach haben. Diese Neuerung gab Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel zu Beginn des alljährlichen Saison-Vorbereitungslehrgangs am Donnerstag in Grassau am Chiemsee bekannt.
Steinhaus bald in der 1. Bundesliga?
Zudem kündigten Fandel (Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission), Lutz Michael Fröhlich (Schiedsrichter-Abteilungsleiter) und Hellmut Krug (Experte der Deutschen Fußball Liga) an, auf die vermehrt geäußerte Kritik vonseiten der Klubs an der Ansetzung der 4. Offiziellen zu reagieren. Künftig soll ein stärkeres Augenmerk auf die Auswahl der Offiziellen an der Seitenlinie gelegt werden. Statt junger Referees sollen - wie schon in der zurückliegenden Rückrunde praktiziert - vermehrt erfahrene Schiedsrichter eingesetzt werden. "Da sind wir vorsichtig geworden", sagte Fandel.
Die Schiedsrichter-Bosse, die ihre Schützlinge bis Sonntag um sich versammelt haben, machten zudem Bibiana Steinhaus Hoffnung auf den ersten Einsatz einer Schiedsrichterin in der Eliteklasse. Das hänge ausschließlich von ihrer Leistung und nicht von ihrem Geschlecht ab, erklärten die Funktionäre. "Jeder Schiedsrichter der 2. Liga hat die Perspektive auf die 1. Liga. Dabei geht es aber nur um die Leistung - und sonst nichts", sagte Fandel.
Abseitsregel auf der Tagesordnung
Mit den generellen Leistungen der Schiedsrichter in der abgelaufenen Saison war Fandel "sehr, sehr" zufrieden: "Es gab wenig zu meckern." Für Krug war es aus Sicht der Schiedsrichter sogar "die beste Saison seit vielen Jahren".
Mit Blick auf die kommende Spielzeit werden sich die Schiedsrichter in Grassau unter anderem mit der reformierten Abseitsregel beschäftigen. Eine wichtige Rolle werden auch die Teamarbeit, Entscheidungen im Strafraum, Schwalben und der Armeinsatz der Profis spielen. Zudem strebt Fandel "eine Vereinheitlichung bei den persönlichen Strafen" (Gelbe und Rote Karten) an.
Spielhonorare bleiben unverändert
Die Schiedsricher-Chefs unterstrichen zudem noch einmal, wie wichtig die zuletzt erhöhten Honorare mit Blick auf die zunehmende Professionalisierung seien. "Das ist moderat, anständig, angemessen - und vor allem notwendig", sagte Fandel. Vor sechs Wochen hatten sich die Referees eine "Gehaltserhöhung" für die kommende Saison gesichert. FIFA-Schiedsrichter der Eliteklasse bekommen einen festen Betrag in Höhe von 60.000 Euro, bisher lag die Summe bei 40.000 Euro. Bis zur Saison 2016/17 soll die Summe, die unabhängig von der Anzahl der Einsätze gezahlt wird, schrittweise auf 75.000 Euro steigen.
FIFA-Schiedsrichter und Bundesliga-Schiedsrichter mit mehr als fünf Jahren Erfahrung erhalten statt bisher 30.000 Euro nun 50.000 Euro. Für alle anderen Bundesliga-Schiedsrichter ist ein fester Betrag von 40.000 Euro (bisher 20.000) vorgesehen, der sich bis zur Saison 2016/17 auf 55.000 Euro erhöht. Durch die Erhöhung der Bezüge erfolge eine Annäherung an die wirtschaftliche Situation der Schiedsrichter in anderen großen europäischen Ligen, begründeten DFB und DFL die Maßnahme.
Unverändert bleiben die Spielhonorare. Bundesliga-Schiedsrichter erhalten weiterhin pro Einsatz 3800 Euro, in der 2. Liga liegt das Honorar bei 2000 Euro. Der Status der Schiedsrichter wird sich durch die Erhöhung der Beträge nicht verändern, die Unparteiischen werden keine reinen Profi-Schiedsrichter. Es besteht auch weiterhin kein festes Arbeitsverhältnis zwischen den Referees und dem DFB.


















