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Markus' BVB-Blog
Götze-Shitstorm völlig unnötig

(3) Kommentare

Der Wechsel von Mario Götze von zum FC Bayern München schlägt noch immer hohe Wellen und hat bei den Fans des BVB scheinbar extrem tiefe Wunden hinterlassen.

Das zeigt jedenfalls der momentan in den sozialen Netzwerken tobende "Shitstorm" gegen den Jungstar des Deutschen Rekordmeisters. Grund: Mario Götze soll aus "Angst" vor den Fans des BVB auf eine geplante Verabschiedung seines ehemaligen Vereins vor dem Supercup-Finale gegen Bayern München verzichtet haben. So weit, so gut.

Als eingefleischter BVB-Fan bin ich genauso wie alle anderen, die mit Borussia sympathisieren, noch immer enttäuscht über den Wechsel von Götze ausgerechnet zum Erzrivalen. Vor allem überwiegt dabei die Enttäuschung über Art und Weise des Zustandekommens als der Transfer an sich. Die Enttäuschung richtet sich hier jedoch ausschließlich an die Adresse des Spielers. Schließlich wurde Götze nicht mit vorgehaltener Waffe zur Unterschrift beim FC Bayern gezwungen. Und schließlich war es auch nur allein Götze (und nicht der FC Bayern), der erst kurz zuvor seinen Vertrag beim BVB nicht nur verlängerte, sondern dies auch voller pathetischer Inbrunst kundgetan und mit seiner Liebe zu Schwarz-Gelb begründet hatte.

Infos zu Markus Flügel:
Jahrgang 1963, geboren und wohnhaft in Paderborn, eine erwachsene Tochter (ebenfalls Hardcore-BVB-Fan). Die Leidenschaft für den BVB wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater Hans spielte von 1950-1957 beim BVB und war Mitglied in den Meistermannschaften 1956 und 1957.
Bereits in den letzten Spielen in der altehrwürdigen Kampfbahn "Rote Erde" wurde ich von ihm mitgenommen und seitdem hat mich das schwarz-gelbe Fieber gepackt.
Als Fan habe ich alle Höhen und Tiefen der letzten 43 Jahre erlebt, war u.a. beim Pokalsieg 1989 in Berlin und beim CL-Finale 1997 in München live vor Ort. Bei den Meisterschaften 1995 und 1996 war ich glücklicher Besitzer einer Dauerkarte, die ich später leider aus beruflichen Gründen aufgeben musste. In den Neunziger Jahren habe ich drei BVB-Bücher veröffentlicht und u.a. über die Ruhr-Nachrichten und mit Unterstützung von Bruno "Günna" Knust vertrieben.

Enttäuschung hin, Enttäuschung her, weder der Transfer an sich noch der angebliche Verzicht Götzes auf eine Verabschiedung durch den BVB rechtfertigt den momentan tobenden Shitstorm gegen ihn in den sozialen Netzwerken! Ich sehe große Teile dieser Beleidigungen nicht nur als menschenverachtend und als nicht akzeptabel an. Vielmehr sind viele der weit unter die Gürtellinie gehenden Beleidigungen fast schon ein Straftatbestand.

Vor nicht allzu langer Zeit war Götze Hoffnungsträger und Identifiaktionsfigur des BVB. Die Möglichkeit, ein Mythos beim Champions League-Finalisten zu werden, hat er sich selbst verbaut. Nicht aufgrund des Wechsels selbst. Der wurde beispielsweise Shinji Kagawa vor Jahresfrist auch nicht übelgenommen. Jedoch hat Götze durch die Art und Weise des Zustandekommens sein BVB-Denkmal selbst zum Einstürzen gebracht.

Nicht nur die BVB-Fans beschmutzen ihr Ansehen

Die Fans von Borussia Dortmund erheben den Anspruch, die besten Fans der Liga, die besten Fans Europas, die besten Fans der Welt zu sein. Für mich sind sie das auch nach wie vor. Mit Aktionen wie nun gegen Mario Götze machen sie selbst jedoch dieses Bild zunichte, konterkarieren ihren eigenen Anspruch. Auch wenn es nicht alle Fans des BVB betrifft, so stellen diejenigen, die sich in unangemessener Form an der Hetzjagd auf den einstigen Liebling aktiv beteiligen, die komplette Fangemeinde der Schwarz-Gelben in ein schlechtes Licht.
Allerdings sollten sich auch die Fans des Rekordmeisters mit Kritik an ihren Dortmunder Fan-Kollegen zurückhalten. Ihr Verhalten bei der Verpflichtung Manuel Neuers vor zwei Jahren war nicht sehr viel besser. Ebenso sei an den von irgendwelchen Dummköpfen bundesweit arrangierten Shitstorm gegen BVB-Publikumsliebling Kevin Großkreutz erinnert.

Darum möchte ich betonen, daß ich mich von den Beleidigungen und persönlichen verbalen Übergriffen gegenüber Mario Götze zu tausend Prozent distanziere! Und ich möchte an alle echten Fans des BVB appellieren: Unterstützt die Mannschaft, unterstützt den Verein. Und lasst Götze einfach dort Fußball spielen, wo er es möchte. Auch wenn sein Verhalten
gegenüber Fans und Mitspielern beim BVB nicht korrekt war, so sollten einem so jungen Spieler auch Verhaltensfehler zugestanden werden. Ich behalte Mario Götze als einen der besten Fußballer in Erinnerung, die je das schwarzgelbe Trikot getragen haben. Auch wenn ich ihn menschlich und charakterlich eher auf der Ersatzbank sehe.

Beleidigungen jedoch, wie sie momentan über ihn hereinbrechen, hat niemand verdient - auch Götze nicht. Natürlich hat der Nationalspieler alles, was er bisher erreicht hat, der Mannschaft, dem Trainer und nicht zuletzt den Fans von Borussia Dortmund zu verdanken. Allerdings gilt das auch im Umkehrschluß. Ich möchte an die große Fangmeinde des BVB appellieren, sich nicht an dem "Shitstorm" gegen Götze zu beteiligen. Begegnet ihm kritisch, aber respektvoll. Vor allem nicht unmenschlich. Zeigt der Fußballwelt, dass ihr zu Recht die besten Fans der Welt seid!

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  • Grunsch 26.07.2013 19:37 Uhr
    Es ist eine riesige Sauerei im Umgang mit Mario Götze die man nicht gut heissen darf. Gerade durch den Zusammenschluß von Menschen in sozialen Netzwerken sind die Äusserungen Tür und Tor geöffnet.

    Das hat Mario Götze überhaupt nicht verdient, was auch die ständigen Beleidigungen betrifft. Der Junge steht am Anfang einer großen Karriere, ihn versuchen kaputt zumachen ist schon fast eine Straftat.
  • Roger 26.07.2013 21:50 Uhr
    zu götze: als bvb fan kann ich schalke 04 nur be-
    glückwünschen, einen spieler wie draxler zu haben. soviel carakter hätte ich mir auch von götze gewünscht und erwartet. am meisten tut mir jürgen klopp leid, der sich immer so väterlich um ihn gekümmert hat. ich bin mir fast sicher, dass götze seinen schritt noch bitter bereuen wird. zu den Bayern: sie sollen sich eine eigene liga aufmachen und gegen sich selbst spielen......
    lach !
  • Seymour 27.07.2013 09:45 Uhr
    Ich bin noch nicht mal so richtig enttäuscht von Marios Entscheidung, muss ich gestehen. Traurig, ja. Aber er hat nicht nur die Chance, mit Guardiola zu arbeiten - er war dessen erklärter Wunsch-Spieler. Wie viele Spieler, selbst unter den besten der Welt, bekommen jemals so eine Chance? Praktisch keiner!

    Wenn man mal ehrlich ist, kann man es Mario einfach nicht verdenken, dass er diese Chance nutzen möchte.

    Und wer weiß wie sein Vertrag aussieht <g> ich hoffe ja immer noch, dass er in zwei Jahren ablösefrei wieder zurück kommt.

    Man muss als BVB einfach froh sein, dass wir ihn überhaupt ein paar Jahre lang hatten. Das war einfach ein Sechser im Lotto. Man führe sich nur mal vor Augen, dass sein Vater ja da an der Dortmunder Uni eine Professur hat. So eine Stelle zu kriegen ist ebenfalls extrem rar; fast alle deutschen top-Wissenschaftler, die qualifiziert wären, gehen ihr ganzes Leben lang leer aus. Mit anderen Worten: Der Papa konnte beim Ort seiner Arbeitsstelle nicht unbedingt wählerisch sein. Man stelle sich mal vor, den Professor Götze hätte es damals nach Aachen verschlagen, oder nach Bielefeld!

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