Obwohl die Mannschaft von André Pawlak beim schweren Auswärtsspiel gegen Fortuna Köln über weite Strecken eine ansehnliche Leistung bot, fuhren die 09er ohne Punkte zurück in die Heimat. Dabei offenbarte das 1:2 (1:0) vor allem ein typisches Problem eines Aufsteigers: Am Ende fehlte Erfahrung und Abgezockthei.
Pawlak analysiert zerknirscht
Entsprechend zerknirscht zog Pawlak nach dem Schlusspfiff sein Fazit und gab zu, wegen des enttäuschenden Ergebnisses „sehr geknickt“ zu sein. „Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und waren gleichwertig“, befand der Coach völlig zurecht und merkte an, was jeder Zuschauer sofort bestätigt hätte: „Wir haben einen Favoriten auf den Aufstieg an den Rand einer Niederlage gebracht.“
Tatsächlich sah es nach 45 Minuten so aus, als könne die SG, die nach einem schönen Steilpass von Milko Trisic und einem überlegten Abschluss von Leon Enzmann kurz vor dem Seitenwechsel in Führung ging (41.), endlich den ersten Sieg der noch jungen Saison feiern.
"Wattenscheid hat die Luft gefehlt"
Wattenscheid kontrollierte das Geschehen im Südstadion größtenteils und erarbeitete sich eine ganze Palette guter Torchancen. Allerdings fiel die Ausbeute zu gering aus, was die Gastgeber am Leben hielt, wie Uwe Koschinat unumwunden zugab. „Wir haben dem Gegner mal wieder zu viele Möglichkeiten gegeben und hätten zu Anfang deutlich höher in Rückstand geraten können“, wusste der Trainer der Fortunen zu berichten.
In der Halbzeit nahm Koschinat dann die richtigen Umstellungen vor, löste die Viererkette auf und setzte Wattenscheid mit einer deutlich offensiveren Ausrichtung permanent unter Druck. Der Lohn für diesen mutigen Schritt ließ nicht lange auf sich warten. Erst stach „Joker“ Ercan Aydogmus, der sich im Strafraum viel zu leicht gegen drei Abwehrspieler durchsetzen konnte (60.), eine knappe Viertelstunde später verwandelte Ozan Yilmaz einen von Christoph Kasak verursachten Elfmeter zum Siegtreffer (74.). „Ich sehe das Ergebnis zwiespältig. Gut war, dass wir das Spiel gedreht haben, aber eigentlich erwarte ich, dass die erste Elf Dominanz ausstrahlen kann und souveräner ist“, bemängelte Koschinat trotz des Erfolgs. Warum sein Team letztlich jedoch die Nase vorne hatte, erklärte er auch: „Wattenscheid hat die Luft gefehlt.“
Pawlak, der seine Spieler nun an den positiven Aspekten des Auftritts aufrichten muss, erklärte derweil, wo aus seiner Sicht der Schuh derzeit am meisten drückt: „Wir spielen ab und zu einfach noch nicht clever genug.“


















