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Markus' BVB-Blog
Klopp ist Klopp

(6) Kommentare

Es ist Champions League. DEr BVB trifft in einem absoluten Topspiel dieses Wettbewerbs auf den SSC Neapel. Das Spiel bietet vieles, was das Fußballherz begehrt.

Intensive Zweikämpfe, viel Tempo. Und mit Weidenfellers Roter Karte gar einen unschönen Höhepunkt. Also viele Themen, über die diskutiert und gesprochen werden könnte. Sieht man sich aber mal im deutschen Blätterwald und im TV (besonders bei Bayern Münchens Haus- und Hofsender Sky) einen Tag nach dem Spiel um, dann bekommt man den Eindruck, als sei das Spiel als solches reine Nebensache. Denn kurz vor der Halbzeit kam es zu einem Zwischenfall außerhalb des Spielfelds, auf den sich alle Medien (insbesondere die des Boulevards) regelrecht stürzen wie der Geier auf seine Beute.

Jürgen Klopp, Trainer unseres BVB, verlor für einige kurze Momente die Kontrolle. Klopp fühlte sich und seine Mannschaft vom Schiedsrichter (unberechtigterweise) benachteiligt, weil dieser seinen Spieler Neven Subotic nach einer medizinischen Behandlung angeblich nicht rechtzeitig wieder aufs Spielfeld gelassen hatte. Mit der ganzen Wucht seiner großgewachsenen Statur und einem sich zu einer Wutfratze verzerrtem Gesichtsausdruck (im TV tausendfach natürlich in Super-Super-Super-Zeitlupe zu sehen) baute sich Klopp bedrohlich vor dem vierten Offiziellen auf. Dieser meldete dies dem Hauptschiedsrichter Proenca aus Portugal. Dem Referee blieb nur eine Möglichkeit. Er schickte Klopp auf die Tribüne.

Im anschließenden Interview-Marathon entschuldigte sich der BVB-Coach sichtlich geknickt und in authentischer Art und Weise sowohl bei den Schiedsrichtern und seiner Mannschaft, aber auch öffentlich. Ein Gangnach Canossa für einen wie ihn. Aber Klopp zeigte in diesem Moment Größe, gestand nicht nur seinen Irrtum bezüglich der Subotic-Szene ein, sondern zeigte sich auch ob seines Verhaltens einsichtig und reumütig. Zudem, so betonte heute Michael Zorc im Rahmen einer Pressekonferenz, habe Klopp niemanden beleidigt.

Attacken auf den BVB-Coach

Das alles hinderte jedoch die oben angesprochene Medienlandschaft nicht, diese Szene am heutigen Tage in völlig unangemessener Art und Weise breitzutreten und auszuschlachten und das EIGENTLICHE Ereignis, nämlich das Fußballspiel zwischen Neapel und dem BVB, fast völlig außen vorzulassen. "Klopp rastet aus" oder "Ein Trainer verliert sein Gesicht" lauteten beispielsweise noch recht harmlose Attacken auf den BVB-Coach in einem großen Boulevardblatt.

Aber hat dieser Trainer wirklich sein Gesicht verloren? Ich sage klar und deutlich: Nein! Eher genau das Gegenteil ist der Fall. Klopp ist Klopp. Von den Fans und den Medien wegen seiner ebenso launigen wie authentischen Interviews und Pressekonferenzen geliebt - von einigen Journalisten aber ob seiner manchmal entwaffnenden Offenheit und Direktheit auch gefürchtet.

Aber nochmal: Klopp ist Klopp. Einer wie er läßt alles raus, was dieser Fußballsport an Emotionen zu bieten hat. Das schöne Gesicht der Freude, der Leidenschaft, des Enthusiasmus - aber eben auch ab und an das hässliche Gesicht eines Trainers, der seine Wut und Enttäuschung an der Linie und vor den Augen aller offen auslebt. Authentizität nennt man sowas wohl.
Vor allem aber sendet Klopp mit seiner ihm eigenen Art ein wichtiges Signal mit einer noch wichtigeren Innenwirkung an die Mannschaft. Er kämpft für seine Mannschaft. Er schreitet mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein, wenn er seine Jungs ungerecht behandelt sieht. Die Mannschaft dankt es ihm. Mit Vertrauen. Mit der Art und Weise Fußball zu spielen. Es ist vielleicht DAS Geheimnis des Dortmunder Erfolgs - dass alle seine Spieler auch oder gerade für ihn, den Trainer spielen. Für ihn alles geben!

Die Marke Klopp

Klopp ist das bewusst! Und genau darum sind ihm Signale in ihrer Innenwirkung wichtiger als in ihrer medialen Außenwirkung! Für sein eigenes Ansehen (vor allem international) war sein gestriger Wutausbruch sicher nicht wirklich positiv. Für die Mannschaft aber war es ein weiterer nachhaltiger Beweis. Für diesen Trainer lohnt es sich, alles rauszuhauen. Heute genauso wie morgen und immer wieder!
Und mal ehrlich. Wollen wir wirklich und allen Ernstes nur noch weichgespülte Jogi-Löw-Verschnitte und chemisch gereinigte Figuren wie Hansi Flick sehen, die sich immer wieder mit monotonen und an Langeweile kaum zu überbietenden Floskeln äußern? Auch alle Nicht-BVB-Fans werden mir da zustimmen. NEIN!

Als BVB-Fan spreche ich wohl im Namen aller, die es gut mit Borussia Dortmund meinen und hoffe, dass Klopp sich niemals verbiegen lässt und weiter einer der ganz wenigen authentischen Trainer im Fußballgeschäft bleibt! Eine Type eben. Eine Type "Marke Klopp". Kloppo - bleib so wie Du bist!!!

(6) Kommentare

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6 Fortuna Düsseldorf 0 0 0 0 0:0 0 0
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  • TinkerBella 19.09.2013 22:37 Uhr
    Klopp ist Klopp und kann sich alles erlauben?
    Es ist nicht das 1. Mal dass Klopp ausrastet, diesmal sogar vor internationalen Publikum! Ganz Italien spricht über Klopp und dessen massive Aggression, die fast eskaliert wäre in einer Tätlichkeit.
    Abgesehen von diesem Tatbestand hat JEDER Trainer eine Vorbildfunktion, auch gegenüber seiner Mannschaft, die immer jünger wird. Sollen die sich Klopp und sein aggressives Verhalten als Vorbild nehmen und sich genauso auf dem Platz aufführen?
    Für solche Unbeherrschtheiten, die bei Klopp mit steigender Tendenz und Intensität auftreten, gibt es keine Entschuldigung mehr, denn diese erfolgten zu häufig und jedesmal gelobte er Besserung! Er impliziert Jugenlichen und jungen Spielern, solange Du Dich entschuldigst kannst Du Dir alles erlauben. Er bringt damit eine ganze Nation und die BL in Verruf, denn in den italienischen Zeitungen ist sofort wieder die Rede von den bösen Deutschen.
  • Markus Flügel 19.09.2013 23:17 Uhr
    Ich respektiere und akzeptiere Deine Sichtweise und Deine Meinung, teile diese aber nicht. Und wer die italienischen Medien kennt, weiß, daß die noch mehr zur Dramaturgie tendieren als unsere Boulevardblätter. Es ist doch wohl ein Witz, wenn das kurzzeitig nicht vorbildhafte Verhalten eines Fußballtrainers auf eine ganze Nation übertragen wird! Tut mir leid, aber solche Medien kann ich nicht wirklich ernst nehmen.
  • MyStyle 20.09.2013 07:57 Uhr
    Jeder kann das so ausdrücken wie für richtig gehalten.

    --> Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist. <--

    Kloppo sei DANK gibt es im Fußball Emotionen PUR. Authentischer geht nicht mehr. Wie man diesen Trainer auch immer sehen mag. Er steht zu dem was er sagt, macht und die Fehler die ihn im Leben begleiten.
  • rseul 20.09.2013 08:27 Uhr
    Ich kann und will diesem Blog nicht folgen, weil Herr Klopp, wie auch schon beschrieben, dies zum wiederholten mal so demonstriert hat. Wenn man dies im Fernsehen in Nahaufnahme sieht, könnte man meinen, der hat sie nicht alle! Wenn man Herrn Klopp nicht aus vielen anderen Sendungen kennen würde, da ist er ein sehr charmanter Plauderer und bringt einem Fußball als dies schönste Sache der Welt glaubhaft rüber! Nur wenn er solche Ausraster für sich als gelebte Emotion und Authenzität verkaufen will, dann tut er sich und dem BVB "keinen" Gefallen damit! Glück auf.
  • singlemalt62 20.09.2013 09:17 Uhr
    Da muß man sich schon wundern. Also, wie bringt den J. Klopp die deutsche Nation in Verruf???? Meine Güte Leute, was ist mit Euch los. Geht's den bitte noch ein wenig flacher?

    Für mich stellt sich eine ganz andere Frage. Wenn ein Medien erprobter Vollprofi wie Jürgen Klopp so dermaßen unter Druck steht, dass er in solcher Art und Weise explodiert, muß man die Frage stellen, wo hin das Ganze noch führen soll.
    Wir Zuschauer sitzen in den Fernsehsesseln und fröhnen einer modernen Art des Gladiatorentums und würden auch "Tote" akzeptieren. "Mensch, haste den Klopp mitgekriegt, gestern Abend?? Hohohohohoho, wie lustig." Das einzig Elendige an dieser Geschichte, sind wir, die Zuschauer, die sich mit Wonne am nächsten Morgen die *ild kaufen. Warum wohl?
  • Markus Flügel 20.09.2013 13:47 Uhr
    @MyStyle: Du sprichst mir aus dem Herzen!
    @singlemalt62: Wir sehen das Ganze wohl ziemlich gleich:-)
    @rseul: Danke für Deinen kritischen Beitrag. Auch wenn wir nicht einer Meinung sind, respektiere ich Deine Meinung. Aber nicht Klopp selbst "verkauft" seinen Ausraster als Emotion und Authentizität, sondern ich in meinem Beitrag. Er hat sich ja dafür glaubhaft und glaubwürdig (authentisch) entschuldigt.

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