Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler Jermaine Jones wurde für das Champions-League-Spiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) beim FC Basel vom Trainerstab suspendiert. Das bestätigte der Klub am Sonntagmittag. "Das Trainerteam hat entschieden, Jermaine eine Denkpause zu geben", wurde Schalkes Sportvorstand Horst Heldt zitiert. Die Verantwortlichen der Königsblauen hatten sich am Samstag bereits erzürnt über die Vorstellung einiger Akteure gezeigt.
Jones hatte in der 84. Minute den Ball verloren und so den Weg zum Hoffenheimer Siegtreffer freigemacht. Roberto Firmino traf aber nur die Latte und hatte Pech, dass der Ball noch vor der Torlinie aufsprang. Sven Schipplock vergab kurz darauf eine noch größere Chance (87.). Diese Szenen hatten dazu geführt, dass sich Keller kurzzeitig nicht mehr im Griff hatte. "Hören Sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage. Wir haben individuell wahnsinnige Fehler gemacht, das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun", schimpfte der Coach bei Sky: "Das hat bei dem ein oder anderen mit der Birne zu tun."
Auch Kevin-Prince Boateng, der mit seinem Team am Ende sogar eine Niederlage verdient gehabt hätte, sparte nicht mit Kritik an seinen Teamkollegen. "Wir führen zweimal mit zwei Toren. Dann machen wir ein bisschen Hacke da und ein bisschen Hacke hier - und der Gegner kommt zurück. Ich bin stinksauer", sagte der zehn Millionen Euro teure Neuzugang, der sich mit solchen Schuldzuweisungen bei seinen Mitspielern nicht allzu beliebt machen dürfte, bei Sky.
US-Nationalspieler Jones, der am Samstag in Sinsheim 86 Minuten spielte, wird sich einer sofortigen Meniskus-Operation unterziehen und voraussichtlich sechs Wochen ausfallen. "Es stimmt, dass mich der Verein aus dem Kader genommen hat. Diese Gelegenheit nutze ich, meinen Meniskus glätten zu lassen. Unabhängig von der Vereins-Entscheidung wäre eine Operation aufgrund der anhaltenden Schmerzen unumgänglich gewesen", sagte der defensive Mittelfeldakteur.
Während er Keller nicht infrage stellen möchte, sprach Heldt den Profis dagegen die Klasse ab. "Eine Spitzenmannschaft gewinnt dieses Spiel, die lässt nichts mehr anbrennen. Wir dagegen haben nach dem 3:3 noch munter weitere Einladungen ausgesprochen. Wir hätten noch zwei Tore bekommen können", wetterte der Manager: "Dass man noch so zittern muss, ist mehr als enttäuschend." Die Spieler zeigten sich immerhin selbstkritisch. "Wir haben uns in den entscheidenden Szenen blöd angestellt", meinte Kapitän Benedikt Höwedes.
Das Training am Sonntag, an dem der in Hoffenheim verletzt fehlende Nationalspieler Julian Draxler wieder teilnahm, begann mit 40 Minuten Verspätung, weil die Aussprache mit der Mannschaft offenbar länger als erwartet gedauert hatte.








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