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Anerkennung auf breiter Ebene
Jérôme Boateng überzeugt die letzten Zweifler

Lange Zeit wurde an Jérôme Boateng als Spieler beim FC Bayern München sowie in der Nationalmannschaft gezweifelt. Klischees aufgrund seiner Herkunft, Skepsis gegenüber seiner Spielweise und Vergleiche mit seinem älteren Bruder Kevin-Prince Boateng waren an der Tagesordnung.

Der Spieler hat sich über all das hinweggesetzt und bekommt nun die Anerkennung, die er verdient – auch von vormaligen Zweiflern. Jérôme Boateng ist nicht mehr der Risikospieler, der er früher einmal war, sondern hat sich zum Stammspieler in der Nationalmannschaft gemausert. In einem Interview erklärte der Spieler kürzlich, dass er sich jedoch nicht immer gerecht behandelt gefühlt hat. "Ich habe gemerkt, dass ich anders beurteilt werde als andere", sagte Boateng der Süddeutschen Zeitung. Schon sein Name und seine Herkunft seien oftmals ausreichend gewesen für eine klischee-beladene Behandlung.

Falsche Medienberichte ignoriert Boateng

"Es hat sicher mit dem Namen Boateng zu tun. Die Geschichten klingen halt spannender, wenn man da meinen Bruder mit reinrührt. Ich weiß noch, dass es mal ein Wochenende gab, als wir beide vom Platz geflogen sind, und da hieß es gleich: Ja, die Boatengs wieder, die kommen aus Berlin, aus einem schwierigen Viertel." Die Herkunft wurde aber immer medienwirksam gestaltet. Die Boateng-Brüder sind nämlich nicht, wie oft berichtet, in Berlin Wedding aufgewachsen, sondern im gut bürgerlichen Charlottenburg.

Statt ständig Aussagen von Seiten der Medien zu korrigieren, hat sich Jérôme Boateng lieber darauf konzentriert, mit seiner Leistung zu überzeugen. Er wollte den Leuten eine konstantere Spielweise liefern. Dass dies gelungen ist, ist unbestritten. Einige werden sich an die Verwicklungen erinnern, die es um Mehmet Scholl und Boateng gegeben hat.

Sogar Mehmet Scholl entschuldigte sich und korrigierte seine Aussage

Scholl, der selbst vormals beim FC Bayern München gespielt hat und nun als TV-Experte beim ARD tätig ist, hatte sich nach dem WM-Qualifikations-Spiel gegen Irland in der ARD negativ zu Jérôme Boatengs Zukunft beim Erfolgsverein geäußert. Er berichtete von einem Hintergrundgespräch, bei dem man dem Spieler ein Ultimatum gesetzt habe, dass er Flüchtigkeitsfehler eindämmen müsse, weil andernfalls sein Vertrag nicht verlängert würde.

Für diese Aussage hat sich Mehmet Scholl aber mittlerweile persönlich entschuldigt. Boateng war verwundert, weil es ein solches Gespräch nie gegeben habe. Scholl habe sich jedoch im Anschluss per SMS beim Bayern-Spieler entschuldigt. Die Worte, die der ARD-Experte mittlerweile für Jérôme Boateng findet, klingen ganz anders. Boateng habe sich komplett verändert, sei kaum mehr wiederzuerkennen und schöpfe beinahe sein gesamtes Potenzial aus. Der Bayern-Spieler überzeugt auch Zweifler mit seinen Leistungen wie zuletzt beim Spiel am 12. Spieltag gegen den FC Augsburg, als er den FC Bayern München bereits zu Beginn der Begegnung in Führung gebracht hat.

Die Innenverteidigung ist Jérôme Boatengs Revier geworden

Seinen Platz hat Jérôme Boateng mittlerweile in der Innenverteidigung gefunden. Auch wenn der Spieler in der Vergangenheit links und rechts hinten eingesprungen ist und froh war, überhaupt dazuzugehören, findet auch er selbst, dass die Position als Innenverteidiger seine Stärke sei.

Außerdem kommen seine körperlichen Voraussetzungen und sein technisches Können in der Mitte des Spielfeldes voll zur Geltung. Auch die Verschiebung der Abwehrreihe sehr nah an die Mittellinie begrüßt Boateng im Gespräch mit der Süddeutschen , die umfangreich über den FC Bayern München informiert: "Weil ich zum Glück nicht der Langsamste bin: Wenn der Gegner mal einen langen Ball über die Abwehr spielt, dann rennt mir der Stürmer nicht so schnell weg.“

Nicht zuletzt ist es aber der geringere Druck, der Jérôme Boateng ein zuverlässigeres Spiel ermöglicht. Nach verlorenen Bällen versucht er die Ruhe zu wahren, statt voreilig zu agieren. So bleibt ihm die Übersicht im Spiel gewahrt, was sich in seinen souveränen Leistungen niederschlägt.

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