War das eine der bewegendsten Halbserien, die Sie in Essen erlebt haben?
Definitiv. Die Saison hat relativ schlecht begonnen. Wir sind nicht richtig in den Fluss gekommen und haben die Ergebnisse nicht eingefahren. Das hat sich bei der Mannschaft deutlich bemerkbar gemacht. Zuletzt haben wir aber in die Spur gefunden, die letzten drei Spiele gewonnen und wieder Kontakt zum vorderen Drittel hergestellt. Nachdem die Partie in Siegen nun ausgefallen ist, können wir bei Viktoria Köln nun hoffentlich einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern.
So eine Halbserie kostet einen sicher mehrere Lebensjahre, oder?
Man ist voll dabei und unzufrieden. Die Mannschaft ist unzufrieden, alle im Umfeld sind unzufrieden. Das nagt an einem, weil man sich erhofft, dass die Saison so weiter geht wie die letzten drei Jahre zuvor. Das ist uns insbesondere in der Anfangsphase nicht gelungen. Hinten raus lief es nun ja etwas besser. Warten wir mal ab, wo uns die Saison noch hinführt.
Wo haben Sie den Hebel angesetzt?
Wir haben lange im 4-3-3 gespielt und sind vor dem Lotte-Spiel wieder zum alten System zurückgekehrt. Das kam uns vielleicht ein wenig zu Gute. Wir sind in der Pause vor dem Spiel noch mal in uns gekehrt, haben intensiv trainiert und den Jungs vor dem Spiel drei Tage frei gegeben, um die Köpfe freizubekommen. Vielleicht waren das einfach die richtigen Mittel, die wir gesucht und gefunden haben.
Dass Ihnen ausgerechnet gegen die Sportfreunde Lotte der Befreiungsschlag gelingt, war so aber auch nicht unbedingt selbstverständlich, oder?
Lotte war ungeschlagener Tabellenführer, wir hatten nichts zu verlieren. Vielleicht war das daher genau das richtige Spiel. Lotte musste mehr machen als wir und wir konnten reagieren. Die Jungs haben das sehr gut gemacht und daraus eine Menge Selbstbewusstsein gezogen. Das zeigt sich auch daran, dass sie in einem Spiel gegen Bochum II, das nicht unbedingt gut war, die Geduld hat, die Partie am Ende mit 1:0 zu gewinnen.
Kann es vielleicht ein Vorteil sein, dass die Mannschaft ihr Tief in dieser Saison schon hatte?
Das kann so sein. Wir müssen jetzt erstmal eine vernünftige Vorbereitung spielen und dann schauen, wie sich die Saison entwickelt. Klar müssen wir nicht nach ganz vorne schauen. Das wäre fahrlässig und unseriös. Wir müssen einfach schauen, wie sich die Saison noch entwickelt.
Maßgeblich für den Aufschwung mitverantwortlich war zuletzt Marcel Platzek. Der Junge macht Ihnen sicher auch Spaß, oder?
Mit der Entscheidung, ihn zurückzuholen, haben wir absolut auf das richtige Pferd gesetzt. Er hat Spaß am Fußball und ist froh, dass er sich für Essen entschieden hat. Ich denke, das sieht man auch.
Der Aufstieg ist weit weg. Welche Ziele kann man angesichts dessen für die Rückrunde noch ausgeben?
Wir haben vor der Pause ja noch das Spiel gegen Viktoria. Derzeit sind wir sechs Punkte hinter unserem Saisonziel und können sogar noch näher herankommen. Wir sind gar nicht mehr so weit weg. Das Gesamtfazit dieser Hinrunde ist enttäuschend. Dennoch machen uns die letzten Wochen doch etwas zufrieden und vor allem angriffslustig für die Rückrunde.



















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