Den Irrsinn, der in Zeiten der Transferperiode durch die Gerüchteküche wabert, hatten die großartigen Public Enemy nicht im Sinn, als die Urväter des politischen schwarzen Hip-Hop vor 25 Jahren mit ihrem Hit „Don‘t believe the hype“ die überdrehte Medienwelt besangen. Wir schreiben den Januar im Jahr 2014, und stündlich meldet irgendeine Nachrichtenagentur, ein Onlinedienst, ein 24-Stunden-Sport-HD-Sender oder eine Zeitung (!) den nächsten sich anbahnenden spektakulären Wechsel eines Fußballspielers.
Es genügt, wenn wir uns auf die beiden großen Revierklubs Borussia Dortmund und Schalke beschränken, um die Fans vor lauter Sorgen um ihre Mannschaft nicht mehr in den Schlaf kommen lässt. Am 11. Januar berichtet die „Bild“, die immer ein wenig schneller als die Konkurrenz sein muss, der BVB verliert Ilkay Gündogan
Ilkay Gündogan» zum Profil an Real Madrid, der im Gegenzug Stürmer Karim Benzema als Nachfolger für den Bald-Bayern Robert Lewandowski nach Dortmund schickt. Einen Tag später ist der nächste Borussen-Star so gut wie weg, nämlich Marco Reus
Marco Reus» zum Profil für 50 Millionen Euro und zwar zu Manchester United. Das berichten englische Zeitungen, die für ihre Seriösität hinreichend bekannt sind.
Schalke kommt ins Spiel, schließlich haben die Königsblauen ohne Ende Verletzte und müssen doch was tun! Lewis Holtby wird über seinen Berater geschickt auf den Markt geworfen, schon ist das Thema rund, der Junge war doch schon mal auf Schalke! Absurd wird es langsam, als Joel Matip
Joel Matip» zum Profil plötzlich beim FC Barcelona gemeldet wird. Die Quelle kommt aus Spanien selbst – ein Onlineportal, dessen Glaubwürdigkeit ich nicht einschätzen kann, aber zumindest den Gehalt dieser Spekulationen. Matip ist ein klasse Verteidiger, der leider auf Schalke gerade vom Heimpublikum in der Arena völlig zu Unrecht sehr kritisch gesehen und wegen seiner Mängel in der Spieleröffnung schnell ausgepfiffen wird. Das gehört sich nicht, aber das Potenzial, bei den Ballverstehern aus Katalonien mitzukicken, hat er keineswegs.
Matip zu Barca wäre ein klasse Gerücht (= Schwachsinn) der Woche, wenn nicht kurze Zeit später mal wieder Julian Draxler
Julian Draxler» zum Profil auf dem Transfermarkt verschachert worden wäre. Nun ist es der FC Arsenal, der Schalkes Juwel angeblich verpflichten will – sofort und für über 40 Millionen Euro, wie der „Daily Mirror“ seine Ausgabe am Mittwoch aufmachte. Komisch nur, dass Schalkes Manager Horst Heldt von all dem nichts weiß und versichert, auf seinem Schreibtisch sei kein Angebot gelandet.
Lügt der Mann? Wohl kaum! Bis zum 31. Januar, wenn das Transferfenster wieder schließt, wird es so weiter gehen. Wir bleiben dran, versprechen aber, nicht jeden Hype mitzumachen!




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