Mann des Tages war ganz eindeutig Joel Keussen. Der gelernte Verteidiger eröffnete nicht nur in der 6. Minute den Torreigen, sondern traf auch noch zum zwischenzeitlichen 2:1 (13.) und verwandelte schlussendlich den entscheidenden Penalty eiskalt. Den dritten Treffer für die Füchse erzielte in der 19. Minute Jack Paul. Hannover glich zunächst in Person von Alexander Janzen zum 1:1 aus (7.), Jan Hemmes (21.) und Kapitän Andreas Morczinietz mit dem 3:3 drei Minuten vor dem Ende retteten dem deutschen Meister von 2010 immerhin einen Zähler.
Fritzmeier stinksauer
Alle Beteiligten waren sich nach Spielende einig, dass dieser Punktgewinn für die Gäste alles andere als verdient war. Über 65 Minuten waren die Füchse die klar spielbestimmende Mannschaft und hatten zum Teil Großchancen im Minutentakt. Eine Kombination aus eigenem Unvermögen und einigen unfassbaren Paraden von Scorpions-Goalie Maximilian Englbrecht sorgte dafür, dass sich EVD-Coach Franz Fritzmeier nach der Partie äußerst angefressen zeigte: "Ich bin maßlos enttäuscht. Wir agierten nach dem 3:1 völlig unkonzentriert und fahrlässig. Hoffentlich lernt der ein oder andere aus der Mannschaft endlich daraus. Die Jungs müssen kapieren, dass wir kein Nachwuchseishockey mehr spielen. Man muss in dieser Liga immer von Anfang bis Ende konzentriert agieren, um Erfolg zu haben." Gäste-Trainer Len Soccio sah wie die 983 Zuschauer in der Scania-Arena einen "klar überlegenen EVD. Wir haben heute wirklich viel Glück gehabt. Aber so ist nun mal Eishockey."
Herne leistet überraschend Schützenhilfe
Für Euphorie im Fuchsbau sorgte allerdings kurz nach Spielende die Nachricht, dass der Herner EV völlig überraschend gegen die Kassel Huskies mit 4:2 die Oberhand behielt. Somit reduziert sich der Rückstand der Füchse auf den so bedeutenden ersten Tabellenplatz in der Oberliga-Verzahnungsrundengruppe, den Kassel momentan innehat, auf einen Punkt bei noch drei ausstehenden Spielen. Eines davon findet in Kassel statt. Somit hat der EVD die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur DEL 2 nun wieder in der eigenen Hand. Drei Siege in drei Spielen und der Traum vom Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse könnte Realität werden. Aber es ist Vorsicht geboten: Am kommenden Freitag Abend müssen die Füchse nämlich selber beim Kassel-Bezwinger in Herne antreten.

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