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Nations League
Seifert kritisiert den Modus

DFL-Chef Christian Seifert hat große Bedenken bei der Umsetzung der auf dem Kongress der UEFA in Astana verabschiedeten Nations League.

"Ich habe den Modus noch nicht verstanden. Und der Kritik aus ganz Europa entnehme ich, dass das auch anderen so geht", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga dem kicker. 

Der 44-Jährige glaubt, "dass sich auf dem UEFA-Kongress eine Eigendynamik entwickelt hat - mit dem bekannten Ergebnis". Ausdrücklich nahm Seifert DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und -Generalsekretär Helmut Sandrock in Schutz, die "im Vorfeld stets sehr transparent mit uns über den ihnen bekannten Sachstand gesprochen" haben. Seifert: "Daraus konnte man allerdings nicht schließen, dass die Einführung des Wettbewerbs unmittelbar bevorsteht."

Seifert sieht große Probleme auf den europäischen Fußball zukommen: "Jetzt zu sagen: Wir führen ihn (den Wettbewerb, d. Red.) ein und arbeiten dann Details aus, da weiß ich nicht, ob das sinnvoll ist. Man muss derzeit wirklich kritisch fragen: Ist die UEFA die einheitliche Stimme des Fußballs in Europa?"

Seifert glaubt nicht, "dass alle Ligen und Klubs diesen Wettbewerb wollen. Und schon gar nicht, dass alle Spieler und Trainer dafür sind." Die Kommunikation innerhalb des europäischen Fußballs kranke derzeit. Die Basis sei der Klubfußball. 

Seifert: "Es gibt sehr viele Ligen in Europa, gerade in kleineren Ländern, die zunehmend Schwierigkeiten haben, inmitten der internationalen Verbandswettbewerbe zurechtzukommen. Das sollte im Sinne des Ganzen sehr ernst genommen werden."

Auch UEFA-Exekutiv-Mitglied Niersbach hatte seine Bedenken schon innerhalb der UEFA zum Ausdruck gebracht. "Der Fußball braucht keine neuen Wettbewerbe. Der Kalender ist ausgereizt. Die Spieler sind an der absoluten Belastungsgrenze angekommen, physisch wie psychisch", sagte der DFB-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Der deutsche Fußball braucht die Nations League nicht." Dies gelte auch für andere Verbände wie aus England, Spanien oder den Niederlanden. Der DFB wollte weiterhin "unsere Freundschaftsspieltermine für Klassiker nutzen", betonte Niersbach.

Er stand mit seiner Haltung allerdings allein. Die UEFA habe mit zahlreichen Nationalverbänden Treffen durchgeführt. Niersbach: "Sie kamen nach Astana mit der Botschaft: Alle wollen die Nations League, weil für diese Verbände die Freundschaftsspiele keinen Wert mehr besitzen, insbesondere  - dies muss man so klar sagen - unter wirtschaftlichen Aspekten."

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