Denn der dramatische Halbfinalsieg beim ungeliebten Nachbarn Rot-Weiss Essen lässt die Fans nach Jahren der Tristesse wieder von einem Titel träumen. „Jetzt holen wir uns auch den Pott“, verspricht Pierre De Wit.
Keine utopische Einschätzung des Technikers, der mit seinem wunderbaren Freistoßtreffer zum 1:1 das Elfmeterschießen erst ermöglichte und auch vom Punkt die Nerven behielt. Im Endspiel des Niederrheinpokals wartet im Mai mit dem Gewinner der Partie TV Jahn Hiesfeld gegen den KFC Uerdingen auf jeden Fall ein unterklassigerer Gegner auf die Meidericher.
Allerdings muss das kein Vorteil sein – das bewies RWE. Wie schon mehrfach zuvor verschenkten die Blau-Weißen eine Halbzeit. Zudem war das Zusammenspiel in der Offensive mal wieder eine Katastrophe. In den ersten 45 Minuten wurde sich keine echte Chance erarbeitet und auch nach der Pause waren durchdachte und gut herausgespielte Chancen Mangelware. „Es kann nicht sein, dass wir zu Beginn nicht im Spiel waren“, ärgert sich Ivica Grlic.
Der Sportdirektor ist davon ausgegangen, dass die jüngste Trendwende mit fünf ungeschlagenen Partien in Folge der Mannschaft Sicherheit geben würde. Doch anstatt mit einer breiten Brust in das prestigeträchtige Duell zu gehen, versteckten sich die Zebras. „RWE hat uns den Schneid abgekauft“, muss Karsten Baumann eingestehen. Ein Umstand, der Grlic wahnsinnig macht: „Daran müssen wir dringend arbeiten. Dass wir erst nach dem 0:1 anfangen gut zu spielen, ist nicht akzeptabel.“
Entwicklung in der Defensive,
Stagnation im Spiel nach vorne
Besonders ärgerlich ist, dass das Offensivspiel phasenweise brach liegt. Während sich die Defensive in den letzten Monaten zu einem echten Bollwerk entwickelt hat, stagniert das Mittelfeld sowie der Angriff. Auch in Essen traf der MSV nicht aus dem Spiel heraus. „Manchmal funktioniert die Umsetzung nicht“, bemerkt De Wit: „Wir müssen unser Zusammenspiel noch verbessern.“
Bis zum Auftritt am Samstag bei den Stuttgarter Kickers werden folglich noch einige Gespräche geführt, um die Gründe für die fehlende Durchschlagskraft herauszufinden. Das ist auch notwendig. Zwar hat sich der MSV für das Endspiel qualifiziert, muss nun aber auch den Titel gewinnen, um in die wirtschaftlich extrem wichtige erste DFB-Pokalhauptrunde einzuziehen. Die zweite Möglichkeit, an die Einnahmen von rund 110.000 Euro zu kommen, ist der vierte Platz. Damit aber beide Vorhaben gelingen, muss sich das Offensivspiel dringend verbessern.




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