Das Kapitel Champions League ist für Borussia Dortmund in dieser Saison beendet. Der begeisternde 2:0 (2:0)-Sieg reichte nicht, um die Verfehlungen des Hinspiels (0:3) zu korrigieren. Doch obwohl die Sieger in der Endabrechnung die Verlierer sind, durften sie sich als Gewinner fühlen und auf das nächste große Ziel dieser Saison hinarbeiten.
Es waren denkwürdige Szenen, die sich am Dienstagabend abspielten. Völlig ausgepowert, mit leerem Blick und sichtlich enttäuscht standen die Spieler von Borussia Dortmund auf dem Rasen ihres Stadions, auf dessen Tribünen ein Begeisterungssturm den nächsten jagte. Noch Minuten nach dem Abpfiff bejubelten die Fans frenetisch die Leistung ihrer traurigen Helden, die der Sensation nach den Treffern von Marco Reus (24., 37.) schon früh im Spiel traumhaft nah waren, das Wunder am Ende aber wegen zu vieler vergebener Chancen verpassten.
Sogar Jürgen Klopp stellte sich auf die Seite der Fans und spendete seinen Schützlingen Applaus. „Ich bin stolz auf das Bild, das Borussia Dortmund abgegeben hat“, lobte der Coach und kam zu der bittersüßen Erkenntnis: „Unter einer Million Möglichkeiten auszuscheiden, war es die beste.“
Gegen die eine Woche zuvor noch mehr als eine Nummer zu groß erscheinenden Madrilenen trotzte der BVB erneut seiner Verletztungsmisere. Teilzeitkräfte wie Oliver Kirch, Manuel Friedrich und Milos Jojic wurden problemlos integriert und halfen den Beweis zu erbringen, dass die Borussia unter den besten Klubs Europas nur finanziell das von Klopp als Bild gewählte „Aschenputtel“ verkörpert.
BVB kassiert 45 Millionen Euro
Fußballerisch und vor allem charakterlich ist sie hingegen eine schöne Königstochter, die alle Möglichkeiten hat, die Granden zu ärgern. „Ganz Dortmund kann stolz sein! Wir haben bis jetzt eine überragende Saison gespielt“, urteilte Kevin Großkreutz, der den Blick schon auf das nächste große Ziel richtete: „Wenn wir so eine Einheit von Fans und Mannschaft bleiben, sind wir schwer zu schlagen und können ins Pokalfinale einziehen.“
Sollte das am kommenden Dienstag gegen den VfL Wolfsburg gelingen, wartet dort mit großer Wahrscheinlichkeit der FC Bayern München, der am Samstag (18.30 Uhr) der nächste Gegner in der Bundesliga ist und zur Kenntnis genommen haben wird, welche Waffen den über die Distanz einer ganzen Saison klar distanzierten Westfalen in einem Spiel zur Verfügung stehen.
Für die kommende Saison wird das auch Adrian Ramos sein. Der Torjäger von Hertha BSC, der seit Wochen mit dem BVB in Verbindung gebracht wird, ist nach Dong-Won Ji der nächste Sommer-Zugang. Dass er nicht der letzte bleiben wird, ist sicher. Von den 45 Millionen Euro, die der BVB in der Königsklasse eingenommen hat, soll noch ein Angreifer geholt werden, der helfen kann, den Abgang von Robert Lewandowski zu kompensieren. Denn auch in der neuen Spielzeit will der BVB für denkwürdige Champions-League-Abende sorgen.




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