Intensive Wochen in den Knochen, das DFB-Pokalfinale schon im Hinterkopf und das Ticket für die kommende Champions-League-Saison schon gelöst – Gründe, den Alltag in der Bundesliga etwas leichtfertiger anzugehen, gab es für die Spieler von Borussia Dortmund reichlich. Doch das 2:2 (2:2) bei Bayer Leverkusen am Samstagabend hat gezeigt, dass die Mannschaft nicht nur davon spricht, sondern ernsthaft daran arbeitet, den Schwung der letzten Wochen am 17. Mai mit nach Berlin zu nehmen.
"Wir können gar nicht anders"
Nein, Bayern München als mahnendes Beispiel anzuführen, sei nun wirklich nicht nötig gewesen. „Wir können gar nicht anders“, erklärte Oliver Kirch, als er gefragt wurde, warum es gelungen sei, beim eher unbedeutenden Spiel den Kontrahenten ähnlich leidenschaftlich zu bekämpfen wie zuletzt in den ganz großen Spielen.
Vor allem die ersten 45 Minuten, als Oliver Kirch per Kopf (29.) und Marco Reus per Strafstoß (39.) zwei Rückstände ausglichen, entsprachen den Vorstellungen von Jürgen Klopp. „Wenn wir so spielen, werden wir die weiteren Spiele gewinnen und mit breiter Brust ins Finale gehen“, sagte der Trainer.
Geradezu riesigen Ausmaßes scheint der Oberkörper-Umfang von Reus zu sein, der erneut an beiden Treffern beteiligt war und auf dessen Genialität viele BVB-Fans hoffen, wenn es zum Duell mit den Bayern kommt. „Marco hat unsere Spielweise maximal verinnerlicht“, gab Klopp zu Protokoll und ergänzte: „Neben seinem großartigen Talent bringt er die Bereitschaft zum Arbeiten mit.“
Eine attraktive Mischung, die auch bei den europäischen Topklubs aus Spanien und England Begehrlichkeiten geweckt hat. Vor allem der FC Barcelona soll seine Fühler ausgestreckt haben. „Bei uns spielen viele Spieler, die immer für viele Vereine interessant sind. Da leben wir die ganze Zeit schon mit“, sagte Sportdirektor Michael Zorc in der Gewissheit, dass sich Reus in Dortmund sichtlich wohl fühlt, denn: „Sonst könnte er diese Leistung nicht bringen.“
Überhaupt steht das Abgeben von Stars momentan nicht auf der Agenda der Schwarzgelben, die stattdessen weiter daran arbeiten, schwergewichtigen Ersatz für den dieses Mal unauffälligen Robert Lewandowski zu erwerben. Die Anzeichen dafür, dass es sich dabei um Ciro Immobile handeln wird, verdichten sich. Ein erstes Angebot über 18 Millionen Euro soll der BVB abgegeben haben. Eindeutige Kommentare der Verantwortlichen gab es zu diesem Thema nicht, ein deutliches Dementi entsprechend auch nicht. Das ist üblich in Dortmund und auch Ausdruck dafür, dass die gesamte Konzentration dem 17. Mai gilt.




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