Wer hat sie in seinem Kopf noch nicht zusammengestellt, die Elf seines Lebens? Die Stars, die einen begleiten, die man als kleines Kind bewundert hat und die einen auch als Erwachsenen noch begeistern. Dass auch die Fußballer selbst durchaus so eine Elf des Lebens im Kopf haben, hat Detlef Bannenberg jetzt in Erfahrung gebracht und die Spieler, aktuelle oder ehemalige, gebeten, diese zu Papier zu bringen.
Das "Warum" ist das wichtige
Eigentlich ist Bannenberg ein ganz normaler Mitarbeiter der Volksbank Paderborn. Doch als er zusammen mit seinem Freund und Kollegen Sebastian Pothast im Urlaub in Hamburg weilte und das HSV-Museum besuchte, schwelgten die Autogrammjäger in Erinnerungen und kamen auf die Idee, „etwas Einzigartiges im Fußball auf die Beine stellen“ zu wollen. „Mir fiel dann direkt ‚Meine 11 des Lebens‘ ein. Ich wollte aber nicht, dass die Fußballer einfach nur Namen aufschreiben, die für sie dazu gehören, sondern dass sie auch erklären, warum diese Spieler in ihre Lieblingsmannschaft gehören“, erklärt Bannenberg seine Intention.
Ihm schwebte Großes vor. Nachdem die Formalitäten geklärt waren – wenn alles gut lief, dann wollte er die Ergebnisse auf Poster drucken und diese später für einen guten Zweck ausstellen – ging es ans Eingemachte. Er ließ alte Kontakte aufleben, schrieb Vereine und Spieler an und verbreitete seine Idee – national und international. „Die Resonanz war unglaublich gut“, erklärt der Fan des 1. FC Nürnberg, der selbst „Dieter Eckstein und Spieler aus der 54er-Mannschaft“ in seine Elf des Lebens stecken würde.
Der persönliche Bezug zählt
Das Schöne an den Rücksendungen sei vor allem gewesen, wie persönlich viele Spieler die Bögen ausgefüllt hätten. „Viele haben nicht einfach nur die Fußballer genommen, die für sie zu den Besten zählen. Oft gab es auch ganz persönliche Anekdoten, warum gerade Spieler XY dazugehörte“, freut sich Bannenberg. So hat beispielsweise Heiko Herrlich Spieler aus all seinen Vereinen eingetragen – auch aus der Jugend. Oder Horst Weyerich nicht nur Fußballer genannt, sondern auch den einen oder anderen Kollegen, mit dem er in Fürth bei der Lebenshilfe zusammen gearbeitet hat, weil er die Menschen so bewundert.
Inzwischen hat Bannenberg über 100 Poster zusammen. Ob Berti Vogts, Jupp Heynckes, Thomas Helmer, Stefan Kießling, Max Kruse aus Deutschland oder die Internationalen Toni Polster, Ronald Koeman, Paolo Rossi oder Joe Hart. Viele große Namen sind dabei. Auch Michael Rummenigge, der so angetan war von der Aktion, dass er seiner Antwort einen Zettel beilegte, Bannenberg möge sich bei doch bitte bei ihm melden. Seither unterstützt der ehemalige BVB-Profi den Paderborner, hat neulich ein Poster an Jerome Boateng weitergegeben und veröffentlicht auf seiner [url=fussball-raritaeten.de]Homepage[/url] jeden Monat eine Elf.
Unterstützer Michael Rummenigge
Den Anfang hat Ottmar Hitzfeld gemacht. „Es kann sich einfach jeder mit diesen Postern identifizieren“, weiß Bannenberg, der sich sehr über Rummenigges Unterstützung freut. „Das passt einfach perfekt zusammen. Er kann mit unseren Bildern die Geschichte auf seiner Homepage lebendig halten und andersrum hilft er uns mit seinen Kontakten, an Spieler zu kommen und Ausstellungsmöglichkeiten zu finden.“
Im Zuge der bevorstehenden WM dürfte das kein Problem sein. In der Zeit, in der Deutschland noch fußballverrückter ist, gibt es bereits erste Anfragen. Bannenberg ist glücklich: „Wir verfolgen damit ja überhaupt keinen persönlichen Zweck“, erklärt der Initiator. „Uns ist wichtig, dass wir möglichst viele Gelder für soziale Projekte zusammen bekommen, die jede Ausstellung individuell festlegen kann.“ Und so ist Bannenberg fleißig weiter auf der Suche nach Mitgestaltern und hofft, dass irgendwann auch sein Idol Andreas Köpke seine Elf des Lebens zusammenstellt.



















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