"Wenn man in der Königsklasse spielen will, muss man gegen Nürnberg ja wohl einen Punkt holen können", sagte Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar unmissverständlich. "Es wird nicht einfach. Aber der Druck, den wir verspüren, ist deutlich angenehmer."
Dank des 2:0 (1:0)-Erfolgs beim SC Freiburg beträgt der Vorsprung der Königsblauen auf den einzig verbliebenen Konkurrenten Bayer Leverkusen vor dem letzten Spieltag weiterhin drei Punkte. Im Millionenspiel um den direkten Einzug in die Königsklasse halten die Schalker also noch immer alle Trümpfe in der Hand, zudem steht der akut abstiegsbedrohte 1. FC Nürnberg als Tabellen-17. unmittelbar vor dem endgültigen Knockout. Trotz der klar verteilten Rollen warnte Schalke-Trainer Jens Keller aber noch in Freiburg vor verfrühter Euphorie.
"Wir haben den ersten Schritt gemacht, den wir machen wollten", sagte Keller sichtlich erleichtert. Gegen die Franken werde seine Mannschaft allerdings auf gar keinen Fall "nur auf einen Punkt spielen". Insbesondere vor eigenem Publikum, betonte der Fußballlehrer, wolle man doch gewinnen. "Jetzt wollen wir die Sache endgültig klarmachen."
Mit der "Sache" meinte der 43-Jährige natürlich die Champions-League-Qualifikation, also den perfekten Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen. Sollte es den Knappen tatsächlich gelingen, wäre der so oft kritisierte Keller vorerst aus der Schusslinie und vor allem die klamme Vereinskasse mit einem Schlag um rund 20 Millionen Euro mehr gefüllt. Neben dem sportlichen Prestigeerfolg ließ genau diese rosige Aussicht das Herz von Schalkes Sportvorstand Horst Heldt höher schlagen.
"Ich freue mich natürlich sehr"
"Ich freue mich natürlich sehr", sagte Heldt: "Wir haben das erste Etappenziel erreicht und sind schonmal sicher Vierter. Daran hätte vor einem halben Jahr niemand geglaubt." Weil sich die Schalker nun aber in einer solch hervorragenden Ausgangsposition befinden und ein Abrutschen in letzter Minute einer Niederlage gleichen würde, soll am kommenden Samstag auch noch der "letzte Etappensieg" gefeiert und der dritte Rang gesichert werden.
Dass dies gelingen wird, daran ließen die Knappen bereits im Breisgau keine Zweifel aufkommen. "Von der ersten Sekunde" sei das Team auf dem Platz aggressiv aufgetreten, befand Keller. Heldt sprach wenig später von einer "sehr konzentrierten und fokussierten Leistung", von einem "völlig verdienten Sieg".
Und dennoch war die königsblaue Welt nicht vollends rosarot. Das lag zum einen an der Ampelkarte des Brasilianer Felipe Santana (73.), der wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt wurde. Nach Kaan Ayhans Führungstreffer (13.) lag es vor allem aber an Huntelaar, der sein Tor (65.) im 100. Bundesligaspiel "völlig unnötig" (Keller) auf dem Zaun mit den mitgereisten Fans feierte und dafür seine fünfte Gelbe Karte sah.
Der Niederländer rechtfertigte die ungeschickte Aktion dennoch. "Das vergisst man einfach, wenn man ein Tor schießt", sagte Huntelaar und meinte: "Wenn ein Stürmer trifft, darf er doch seinen Treffer feiern." Gut möglich, dass im Pott in der kommenden Woche die nächste Fete steigt.



