Am Samstag könnte es im DFB-Pokal wieder gelingen. Für den FFC-Trainer ein besonderes Finale: zum einen ist es sein erstes Endspiel, zum anderen geht es gegen seinen Freund Markus Högner.
Colin Bell, haben Sie Essens Trainer Markus Högner schon eine Kampfansage gemacht?
Nein. In dieser Woche konzentriert sich jeder auf seine Arbeit. Ich schätze Markus sehr, wir sind Freunde, aber wenn wir auf dem Platz stehen, will jeder gewinnen. Darum werden wir uns vor dem Anpfiff herzlich begrüßen, aber mehr Kontakt wird es bis nach dem Schlusspfiff nicht geben.
Woher kennen Sie beide sich eigentlich?
Wir haben damals beide Jugendmannschaften trainiert. Markus in Aachen und ich bei der TuS Koblenz. Wir sind ins Gespräch gekommen, haben immer wieder Testspiele vereinbart und uns dabei ausgetauscht. Über Gott und die Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, denn uns verbindet auch unser Glaube. Im Laufe der Zeit hat sich der Kontakt dann intensiviert, vor allem, seit wie beide im Frauenfußball arbeiten. Wir telefonieren, treffen uns, nach der letzten Trainertagung haben wir noch zwei, drei Stunden zusammengesessen. Es tut gut, denn wir können uns unterstützen.
Wie sind Sie überhaupt zum Frauenfußball gekommen?
2011, ich trainierte inzwischen die zweite Mannschaft in Koblenz, erhielt der Verein keine Lizenz für die dritte Liga und musste zwangsabsteigen. Ich erhielt zu der Zeit einen Anruf von Bernd Stemmler, damals Präsident von Bad Neuenahr. Wir kannten uns vom Trainerlehrgang, den ich in Rheinland-Pfalz damals geleitet habe. Bernd, der leider letztes Jahr gestorben ist, war sozusagen mein Türöffner zum Frauenfußball. Deshalb bin ich mir auch ganz sicher, dass ich am Samstag an ihn denken werde. Ich bin ihm sehr dankbar, dass ich zum Frauenfußball gekommen bin.
Also fühlen Sie sich immer noch wohl?
Auf jeden Fall. Es ist natürlich ein anderes Arbeiten und ich muss immer wieder Lehrgeld zahlen. Aber ich bin bereit dazuzulernen und will den Mädels auch ein bisschen vermitteln, wie wir Männer ticken. So kommt es zwar auch immer wieder zu Schwierigkeiten, aber in der Frauenfußball-Welt geht es mir richtig gut. Vor allem jetzt ist es ein Genuss für mich, in Frankfurt mit absoluten Weltklassespielerinnen zu arbeiten.
Wie ist es Ihnen gelungen, aus Frankfurt wieder eine Mannschaft zu formen?
Bei meinem Amtsantritt bin ich auf Spielerinnen gestoßen, die der Druck, unter dem sie standen, unglaublich eingeengt hat. Wir haben dann versucht, diese Ketten zu durchbrechen, indem ich ihnen vermittelt habe, dass es kein Muss gibt, sondern nur ein Können und Wollen. Was wir anpacken, das machen wir gemeinsam. Diese Gemeinschaft darf durch nichts und niemanden gespalten werden.
"Einen Pokal in den Händen zu halten ist einfach das Größte"
Wie wichtig ist der DFB-Pokal für den FFC Frankfurt?
Der ist sehr wichtig. Das Endspiel in Köln ist ein absolutes Highlight im Frauenfußball. In den letzten zwei Jahren ist bei mir die Sehnsucht entstanden - und ich weiß, bei Markus auch - einmal unten auf dem Platz zu stehen. Das kann ich jetzt realisieren. Und dann wollen wir natürlich alles dafür tun, uns mit einem Titelgewinn für das Engagement in dieser Saison zu belohnen. Einen Pokal in den Händen zu halten ist einfach das Größte.
Was für einen Gegner erwarten Sie am Samstag?
Essen ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft, aggressiv, spielstark und taktisch sehr gut geschult. Auf den einzelnen Positionen haben sie hervorragende Spielerinnen. Ich erwarte daher auf dem Platz ein großes Spektakel und einen heißen Tanz.

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