Der FC Kray durfte sich am vergangenen Wochenende über einen weiteren Meilenstein in seiner Vereinsgeschichte freuen. Beim Wuppertaler SV gelang dem FCK ein dramatischer 1:0-Sieg in der letzten Minute der Nachspielzeit, der dem Regionalliga-Aufsteiger den Einzug in das Niederrheinpokal-Viertelfinale sicherte. Umjubelter Mann des Tages war ein Spieler, den viele nicht mehr auf der Rechnung hatten.
Vor rund 15 Monaten war Jan Klauke in aller Munde. Der Innenverteidiger hatte zum Ende der Saison 2012/13 für Rot-Weiss Essen als A-Jugendlicher seine ersten Einsätze in der Regionalliga gesammelt. Da RWE das Abwehrtalent ziehen ließ, landete Klauke im Sommer 2013 auf den letzten Drücker beim Ligakonkurrenten Sportfreunde Lotte. Unter dem Ex-Essener Ramazan Yildirim und später auch unter dem neuen Trainer Michael Boris erhielt der Blondschopf jedoch keine Bewährungschance und musste sich mit einer Rolle als Dauerreservist begnügen. „Es hat sich damals leider keine Möglichkeit ergeben. Lotte hatte die beste Abwehr der Liga und ich kam gerade aus der A-Jugend. Damit musste ich leben“, erinnert sich Klauke an seine Zeit im Tecklenburger Land.
Diese war in der folgenden Winterpause bereits abgelaufen. Der technisch versierte Defensivspezialist wollte unbedingt Wettkampfpraxis sammeln und folgte dem Lockruf der U23 des FC Schalke 04. Doch auch beim Nachwuchs der Königsblauen ereilte den gebürtigen Essener dasselbe triste Schicksal.
Frustrierende Zeit auf Schalke
Klauke blieb ein Einsatz in der Meisterschaft erneut verwehrt. „Das war schon sehr frustrierend“, räumt Klauke ein. „Es kam in dieser Zeit auch Zweifel auf, aber ich habe trotz allem immer an mich geglaubt. Letztlich hatte ich auch bei Schalke dass Pech, starke Konkurrenz vor mir zu haben. Die damaligen Innenverteidiger Dennis Erdmann, Boné Uaferro und Alban Sabah spielen nun in der 3. Liga.“
Nach dem Abgang des erwähnten Trios schien der Weg für Klauke bei den Knappen frei zu sein, doch Schalkes neuer Nachwuchscoach Jürgen Luginger entschied sich in der abgelaufenen Sommervorbereitung, ohne den 20-Jährigen zu planen. Klauke hätte sich jedoch gewünscht, dass er früher darüber unterrichtet worden wäre. „Mir wurde leider sehr spät mitgeteilt, dass ich keine Rolle mehr spiele. Das war im Sommer keine einfache Situation für mich“, erklärt der Abwehrrecke.
Feuertaufe am Aachener Tivoli
Kurz vor Saisonbeginn kam Klauke beim Regionalliga-Aufsteiger FC Kray unter, der nach dem Rückzug des SV Hö.-Nie. erst spät mit den Planungen beginnen konnte. Auch unter Trainer Michael Lorenz musste sich der Psychologie-Student zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen. Doch nach der Roten Karte für Leitwolf Vincent Wagner bekam Klauke endlich die Möglichkeit, auf die er so lange gewartet hatte. Am Aachener Tivoli durfte er erstmals wieder von Beginn an auflaufen und half seinem Team dabei, einen überraschenden Punktgewinn zu erzielen. Eine Woche später war mit seinem Tor in der 120. Minute der gefeierte Held in Wuppertal. „Das war ein schönes Gefühl und auch eine Art Genugtuung. Ich wollte dem Trainer das Vertrauen zurückzahlen und den Leuten zeigen, dass ich in der Regionalliga bestehen kann.“
Für Klauke ist der dauerhafte Schlüssel zum Erfolg Kopfsache. Er verkörpert einen modernen Verteidiger, dessen Stärken im Spielaufbau liegen. Doch der Jungspund weiß, dass es auch auf andere Faktoren ankommt. „Ich muss beweisen, dass ich auch meine Ellenbogen ausfahren kann und meine Basisaufgaben erledige. Dazu bin ich in der Lage. Ich bin dem FC Kray für die lang ersehnte Chance sehr dankbar und möchte nun auch meinen Teil dazu beitragen, dass wir die Klasse halten.“



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