Das Team von Trainer Jürgen Klopp verbesserte sich nach dem vierten Saisonsieg zumindest vorübergehend mit 14 Punkten auf Platz 14. Nationalspieler Ilkay Gündogan
Ilkay Gündogan» zum Profil (17.) erzielte im Freitagsspiel das heiß ersehnte Tor für den Champions-League-Achtelfinalisten. Mit Kampf und Ergebnis- statt Erlebnis-Fußball kam der BVB zu dem enorm wichtigen Heimsieg.
Erstmals seit Herbst 1985 stand die Borussia am Tabellenende. Deshalb hatte Klopp in den Tagen nach der 0:2-Pleite bei Eintracht Frankfurt die Partie zum "High-Noon-Spiel" erklärt. Vor der Partie war der Kult-Trainer sogar beim Friseur und schaute gut erholt aus. Mit seiner Aufstellung sorgte er für einen Paukenschlag: Gleich vier Weltmeister waren nicht dabei.
Wechsel zahlen sich aus
Torhüter Roman Weidenfeller
Roman Weidenfeller» zum Profil wurde durch den Australier Mitchell Langerak
Mitchell Langerak» zum Profil ersetzt; Kevin Großkreutz
Kevin Großkreutz» zum Profil, Erik Durm
Erik Durm» zum Profil und Matthias Ginter
Matthias Ginter» zum Profil gehörten ebenfalls nicht zur Anfangsformation. Dafür stand Kapitän Mats Hummels
Mats Hummels» zum Profil nach auskurierter Bänderdehnung wieder in der Startelf und stabilisierte die Abwehr. In der Torwartfrage habe er nach "Bauchgefühl" entschieden, sagte Klopp: "Ich wollte die Frische, das Lächeln von Mitch im Tor stehen haben."
Schon lange vor dem Anpfiff wurde die BVB-Profis von den Anhängern, die in Frankfurt erstmals gepfiffen hatten, mit "Kämpfen- und Siegen-Sprechchören" gefeiert. "Zwischen Mannschaft, Verein und Fans gibt es keinen Dissens", sagte Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Chef erneuerte im TV-Sender Sky den Treueschwur für Klopp. "Egal, wie das Spiel ausgeht. Wir vertrauen uns, komplett und total."
Als der Berliner Schiedsrichter Felix Zwayer anpfiff, war auch der BVB vor 80 000 Besuchern in der ausverkauften Signal-Iduna-Arena hellwach. Erstmals in dieser Saison spielte Ilkay Gündogan für den Japaner Shinji Kagawa
Shinji Kagawa» zum Profil auf der 10er-Position. Der 24-Jährige nutzte gleich den ersten durchdachten Angriff, köpfte das Leder nach Flanke von Pierre-Emerick Aubameyang
Pierre-Emerick Aubameyang» zum Profil zum Führungstreffer ein. An der Seitenlinie machte Klopp, seit 2008 beim BVB im Amt, Freudensprünge. Es schien, als ob eine Zentnerlast von seinen Schultern gefallen war.
Sein Team hielt sich mit dem in der Vergangenheit zum Markenzeichen gewordenen Pressing zunächst zurück, verzichtet auf Risiko-Kombinationen. Die BVB-Profis versuchten es im eigenen Stadion mit Konterfußball. Die Gäste aus Hoffenheim zielten vor der Pause durch Sven Schipplock (37.) nur einmal auf das Tor von Langerak.
Schwache Chancenverwertung wird nicht bestraft
Nach dem Wechsel überraschte die Hoffenheimer die Hausherren. Pirmin Schwegler spazierte durch das gesamte Mittelfeld und konnte nur durch ein Foul kurz vor der Strafraumgrenze gestoppt werden. Den Freistoß von Sebastian Rudy lenkte Hummels reaktionsschnell zur Ecke. Danach war der BVB im Pech, als ein regulärer Treffer von Aubameyang (53.) wie schon bei der Niederlage in Paderborn wegen Abseits nicht gegeben wurde. Wenig später hätte der Gabuner für die Vorentscheidung sorgen können, doch er scheiterte genauso an Torhüter Oliver Baumann wie Mats Hummels (63.) nach einer Ecke. Erneut Augameyang (74.) und Gündogan (81.) vergaben weitere gute Möglichkeiten - doch die einmal mehr schwache Chancenverwertung interessierte am Ende nicht mehr.
Nach nur einem Dreipunkte-Erfolg aus den vorherigen acht Bundesliga-Spielen durfte die Borussia endlich wieder einmal jubeln. Nebensache war da, dass der BVB den 2500. Punkte in seiner Bundesliga-Geschichte sammelte.


















