Der Trainer von Borussia Dortmund, dem man immer mit einigem Recht
nachsagte schlecht verlieren zu können und dessen Laune stets
sicher an seinem Gesicht abzulesen war, zeigte in der Phase des Niedergangs seines stolzen Erfolgsprojekts BVB Größe. Statt dem üblichen Reflex nachzugeben und das Schicksal – die problematische Vorbereitung wegen der WM-Fahrer, die vielen Verletzten, oder gar falsche Schiedsrichterentscheidungen – zu beklagen, hat Klopp die Ursache für den Absturz einfach in den eigenen Reihen gesucht. Die Mannschaft habe Spiele nicht gewonnen, weil sie zwar meist gut gekickt habe, aber höchst fahrlässig mit ihren Torchancen umgegangen ist.
Die im Sommer für über 50 Millionen Euro geholten neuen Profis sind deshalb nicht, wie erwartet, eingeschlagen, weil das Zusammenspiel mit den anderen nicht funktioniert. Verantwortlich genau dafür sei er, das gab Klopp ohne Umschweife zu und offenbarte so einen ganz neuen
Charakterzug. Auch mit seiner Prognose, dass allein eine Winterpause nicht dazu tauge, dass beim BVB alles automatisch besser würde, zeigt der seit Beginn seiner Amtszeit in Dortmund erstmals in Frage gestellte Coach Reife. Im Gegensatz zu den Spielern, so ist zumindest in den meisten Partien der Eindruck, scheint er die Zeichen der Zeit längst erkannt zu haben. Daher stellt sich unweigerlich die Frage danach, ob er die Mannschaft noch erreicht.
Sechseinhalb Jahre als Trainer eines Vereins, für den es in dieser Zeit nur bergauf ging, müssen zwangsläufig zu Abnutzungserscheinungen führen. Auf der anderen Seite zeigen Beispiele wie Thomas Schaaf einst
in Bremen, Sir Alex Ferguson bei Manchester United und Arsene Wenger beim FC Arsenal, dass auch eine sehr viel längere „Ehe“ zwischen Klub und höchstem Angestellten beide Seiten immer wieder erfolgreich befruchten kann. Klopp ist klug genug, selbst die Konsequenzen zu ziehen, sollte er den Eindruck haben, dass seine Zeit in Dortmund abgelaufen ist. Noch mag sich ja niemand in Fußball-Deutschland vorstellen, dass der Herausforderer der Über-Bayern tatsächlich absteigen könne. Erst im Frühjahr aufzuwachen, sollte der BVB dann immer noch im Abstiegssumpf stecken, wäre auf jeden Fall zu spät...



















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