Die Zeiten des „Gallischen Dorfes“ - so hatte sich der FC Kray in seiner ersten Regionalliga-Saison vor zwei Jahren bezeichnet, sind längst Geschichte. Dank einiger für Krayer Verhältnisse spektakulärer Neuzugänge wie Vincent Wagner, Philipp Kunz oder Christian Mengert konnte sich der Underdog in Liga vier behaupten und überwintert über dem Strich.
Das Highlight der Hinrunde und darüber hinaus auch der Vereinsgeschichte feierte der Klub aus dem Essener Osten bereits im September. Am 6. Spieltag feierte der frühere Landesligist mit einem 4:2-Sieg an der Hafenstraße über den großen Stadtrivalen Rot-Weiss Essen einen Triumph für die Ewigkeit. Doch nicht nur RWE bekam die Stärke des Teams von Trainer Michael Lorenz zu spüren. Auch die Spitzenmannschaften Alemannia Aachen und Viktoria Köln konnten den Außenseiter von der Buderusstraße nicht besiegen. Demnach hat sich der FC Kray zum Favoritenschreck in der Regionalliga West aufgeschwungen. und konnte die Hinrunde mit zwei Zählern Vorsprung auf einem Nicht-Abstiegsplatz abschließen.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklung machte sich vor der Winterpause große Verärgerung bei den Verantwortlichen breit. Der Grund dafür waren einige fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen, die den Essenern zuletzt mehrere Punkte kosteten und für große Sorgenfalten bei den Beteiligten sorgten. Insgesamt fünf Platzverweise, vier Mal davon glatt Rot, musste der Aufsteiger hinnehmen. Allen voran beim Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück kochten die Emotionen hoch. Aufgrund der Kritik an Schiedsrichter Tobias Altehenger wurde der Verein zur Kasse gebeten. Allein Präsident Günther Oberholz wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro belangt.
Doch während der Spruchkammer-Sitzung kam ans Licht, dass die Proteste der Krayer nicht gänzlich aus der Luft gegriffen waren. Schiedsrichter Altehenger hatte die Krayer kurz vor dem Wiedenbrück-Spiel über das soziale Netzwerk Facebook öffentlich diffamiert. Altehenger postete vor dem Spiel, dass er beim „FC Kraysliga“ pfeifen müsse. Ein wahrer Skandal, der manch einen auf Krayer Seite ins Grübeln brachte. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause in Verl, das klar mit 0:5 verloren wurde, äußerte sich auch Trainer Michael Lorenz zu der Schiedsrichter-Problematik. Auch an der Poststraße hatte seine Mannschaft mit einem Platzverweis und einem aberkannten Tor zu kämpfen. „So etwas hab ich in meiner Fußballlaufbahn noch nicht erlebt. Natürlich hat der Verein ein gewisses Image, aber das haben die Jungs nicht verdient. Wir werden jetzt so als die Tretertruppe abgestempelt, und das gefällt mir nicht.“



















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