Hernes Sören Hauptig traf neun Sekunden vor Schluss der Verlängerung im Powerplay und wendete somit eine Blamage ab.
Auch, wenn es zwei Spieltage vor Beginn der Verzahnungsrunde nur noch um die goldene Ananas geht und die Gastgeber das Spiel erwartungsgemäß dominierten, konnte HEV-Coach Frank Petrozza mit der fahrig wirkenden Performance seiner Jungs absolut nicht zufrieden sein. Entsprechend grantig wirkte der 44-Jährige auf der anschließenden Pressekonferenz und bilanzierte: "Wir haben heute einen Punkt verloren. Es war ein Spiel auf ein Tor, wir treffen dieses aber nicht, das ist frustrierend. Ich hoffe, meine Mannschaft hat aus diesem Spiel etwas gelernt."
Die durch Sperren, Verletzungen und kurzfristige Abgänge stark ersatzgeschwächten Gäste gingen direkt mit ihrer ersten Überzahl in Führung. Andre Mangolds leicht abgefälschter Schuss von der blauen Linie rauschte an HEV-Goalie Benjamin Voigt vorbei (10.).
Eisbären warteten geduldig auf ihre Chance
Zwei Minuten später setzte Hernes Assistenzkapitän Lorenzo Maas zu einem schönen Solo über die halbe Eisfläche an und erzielte den Ausgleich. In der 29. Minute stand der Verteidiger noch einmal goldrichtig, als er in eigener Überzahl im Slot die Scheibe über die Linie stocherte. Da es die Hausherren aber verpassten, ihre klare Überlegenheit in Tore umzumünzen, warteten die Eisbären geduldig auf ihre Chance. Diese nutzte Nemanja Vucurevic bei einem 3 auf 1-Konter sieben Minuten vor Schluss zum Ausgleich.
In der Verlängerung kochten die Emotionen in einer insgesamt sehr fairen Partie dann doch einmal über: Hamms Stürmer Lars Gerike streckte seinen Gegenspieler mit einem unnötigen Stockschlag nieder. Dies rief HEV-Angreifer Christian Nieberle auf den Plan, der den Ex-Herner daraufhin mit einigen Faustschlägen traktierte. Was den begeisterten Anhang zu "Nieberle, Nieberle"-Sprechchören animierte, welche auch nach Spielende nochmal lautstark erklangen.
Der nach Spielende wohl zufriedenste Beteiligte in der mit 1281 Zuschauern ordentlich gefüllten Gysenberghalle war Hamms Trainer Daniel Galonska: "Damit hatten wir absolut nicht gerechnet, umso schöner ist dieser Punktgewinn. Wir standen defensiv sehr gut und haben das in der Woche Eingeübte perfekt praktiziert, die Mannschaft hat alles und noch mehr aus sich herausgeholt".
Freikartenaktion ein voller Erfolg
In der Woche vor dem Spiel verteilten die Grün-Rot-Weißen per E-Mail-Antrag 500 Freikarten an interessierte Schüler aus der Umgebung. Frank Schäfer, erster Vorsitzender des HEV, konnte nach dem Spiel eine stolze Bilanz ziehen: "Alle 500 Karten gingen weg, die Mails, die mich erreichten, haben mich sehr erfreut. Ich hoffe, dass der ein oder andere bei seinen Eltern mal sagt, dass er gerne wiederkommen will".
Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag, den 25. Januar im ersten Verzahnungsrundenheimspiel gegen den EHC Neuwied (18.30 Uhr, Gysenberghalle), auf den der HEV auch im morgigen abschließenden Vorrundenspiel trifft. Dann duellieren sich die Tabellennachbarn ab 18.30 Uhr aber in der Bärenhöhle.

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