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Fritz Eckenga
"Ich will nicht am Montagabend ins Stadion!"

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Fritz Eckenga hat als Kabarettist einen Vorteil gegenüber anderen BVB-Fans. Er kann die Krise vielleicht noch zum einen oder anderen Gag verarbeiten.

RevierSport sprach mit dem 60-jährigen Dortmunder über seine Liebe zum Verein und die Frage, ob Jürgen Klopp noch der richtige Trainer ist.

Fritz Eckenga, fangen wir mit einer klassischen Reporterfrage an: wie erleichtert sind Sie nach dem Sieg gegen Freiburg?
Verhältnismäßig sehr. Das war schon eine sehr ordentliche Leistung und in Ansätzen so, wie man es von der Mannschaft in der Vergangenheit öfter sehen konnte. Das dritte Tor sah wieder aus wie ein „klassisches“ BVB-Tor. Trotzdem halte ich lieber den Ball mal flach.

Sie sind Dauerkarteninhaber in Dortmund. Passen Sie eigentlich auch Ihren Tourplan an die Spieltermine des BVB an?
Damit habe ich irgendwann mal aufgehört. Dortmund hat in den letzten Jahren so viele Spiele gehabt, wenn ich darauf Rücksicht genommen hätte, dann wäre ich gar nicht mehr zum Arbeiten gekommen. Wenn mal besonders wichtige Spiele anstehen, dann kommt es aber schon noch vor.

War es in diesem Jahr nicht auch manchmal ganz praktisch, ein Spiel nicht sehen zu können?
Leute die sagen: „Sei froh, dass du nicht dabei warst“, wissen gar nicht, wie das ist, wenn man nicht dabei sein kann. Wenn man zwischendurch hinter der Bühne auf sein Handy gucken muss, um ein Spiel im Liveticker zu verfolgen, dann ist das nicht angenehm. Am schlimmsten ist es natürlich, wenn es dann noch schlecht läuft. So viele Nägel kann man gar nicht kauen.

Tour-Termine
Freitag, 20. Februar, 20 Uhr:
Gelsenkirchen, Hans-Sachs-Haus
Samstag, 28. Februar, 20 Uhr:
Kaarst, Albert-Einstein-Forum
Freitag, 6. März, 20 Uhr:
Wetter, Stadtsaal
Donnerstag, 19. März, 20 Uhr:
Mülheim, Ringlokschuppen
Freitag, 20. März, 20 Uhr:
Hamm, Maximilianpark
Samstag, 14. März, 19.30 Uhr:
Schwerte, Rohrmeisterei

Die weiteren Termine von Fritz Eckengas „Von vorn“-Tour finden Sie auf: www.eckenga.de

Hilft Ihr Beruf Ihnen, das Thema BVB-Krise noch irgendwie positiv zu verarbeiten?
Ich mache manchmal auf der Bühne schon mal eine Bemerkung darüber, aber mehr auch nicht. Fußball ist abendfüllend, aber nur im Stadion, nicht auf der Bühne. Wenn ich mal in unserer Nachbarstadt auftrete, dann wird mir im Vorfeld gerne unterstellt, dass ich gleich etwas zu diesem Thema ablasse. Dann rede ich auch mal absichtlich den ganzen Abend überhaupt nicht über Fußball. In den letzten Jahren konnte ich ja schon gelegentlich eine dicke Lippe riskieren, habe es aber meistens vermieden, denn Hochmut kommt schließlich vor dem Fall. Es ist immer besser, wenn man die Nase nicht so hoch trägt.

Gibt es Ausnahmen von dieser Regel?
Wenn man mal was sagen muss, dann eher in München. Ich habe Freunde, die Bayern-Mitglieder sind, und stelle fest, dass die Gesamtwahrnehmung von Fußball in der Stadt dort ganz anders ist als hier. Meisterschaften sind für die ja nicht von größerer Bedeutung.

Durch den Verkauf von Vereinsanteilen versucht der BVB, sich den Bayern ein wenig anzunähern. Wie gefällt Ihnen das?
Ich würde mich nicht auf eine „Schwanzvergleich-Nummer“ einlassen, wie das in der Vergangenheit schon mal passiert ist. Und das Lied „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“, fand ich damals schon scheiße.

Über die Gründe für die Krise wurde viel gerätselt. Haben Sie eine Erklärung?
Ich habe die Weisheit auch nicht mit Schaumlöffeln gefressen. Wirklich beurteilen kann das nur der, der da jeden Tag arbeiten geht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass beim BVB Fachpersonal arbeitet. Man kann viel vermuten und Kaffeesatz lesen, aber ich vertraue nach wie vor darauf, dass da Leute an der Vereinsspitze sind, die die Situation gut einschätzen können.

In der Pressemitteilung zu Ihrem aktuellen Programm heißt es: „Der vortragende Künstler ist 'mit Freude bei der Sache', keinesfalls aber 'brutal motiviert'." Klingt nach der Sprechweise von Jürgen Klopp. Gefällt Ihnen die etwa nicht?
(lacht) Der Mann hat es ja auch nicht leicht. Klopp muss am Tag 38 Interviews geben. Der Satz ist keine Kritik an Klopp, aber viele hängen sich ja an diese Diktion und versuchen ihn zu imitieren. Aber man kennt das ja: ein Imitat ist nie so gut wie das Original!

Ist Klopp für Sie noch der richtige Trainer?
Ich denke, es hat sich in den letzten Jahren klar herausgestellt, dass er das ist. Ob er das für immer ist, weiß ich allerdings nicht. Ich wüsste aber auch nicht, wer es denn jetzt an seiner Stelle machen könnte.

Der Philosoph Wolfram Eilenberger bezeichnete den BVB im Interview mit der Zeit als Sekte, die zu abhängig ist von Klopp. Wie stehen Sie dazu?
Wenn man sich auf solche Theorien einlässt, findet man immer etwas, das man richtig finden kann. Es ist tatsächlich aktuell sehr schwer vorstellbar, dass jemand anderes als Jürgen Klopp diese Mannschaft trainiert. Das unterstützt die Theorie des Philosophen. Ich bin mir aber sicher: wenn sich die Entwicklung der letzten Wochen fortgesetzt hätte, dann hätte auch irgendjemand Konsequenzen gezogen – und das wäre aus meiner Sicht der Trainer selbst gewesen. Ich hoffe aber, dass das nicht nötig sein wird. Nachdem einem jetzt so lange die Sonne aus dem Hintern geschienen ist, muss man auch mal Geduld haben können.

Verantwortlich für Erfolg und Misserfolg sind letztlich doch immer die Spieler. Regen Sie sich auch über einen Ciro Immobile auf, oder ist der am Ende die ärmste Sau?
Natürlich rege ich mich auf, so wie jeder, der seine Tassen nicht im Schrank hat, wenn er im Stadion ist. Ich habe aber so viele Spieler erlebt in all den Jahren als Fan, deshalb hüte ich mich, jemanden in die Tonne zu kloppen, wenn er einen beschissenen Start hat. Ich habe gesehen, dass Immobile viel versucht und ein guter Pöhler ist. Und ich kann mich erinnern an eine Zeit, als der Mittelstürmer Lucas Barrios hieß und niemand sich vorstellen konnte, dass da mal ein Guter nachkommt. Wenn dann mal für zehn Minuten Robert Lewandowski eingewechselt wurde, sagten viele Spezialisten um mich herum im Stadion: „Was wollen wir mit dem Holzfuß?“ Ehrlich gesagt, kann es gut sein, dass ich auch mal so ein Spezialist war.

Glauben Sie, dass der BVB die Klasse hält?
Ja, sicher glaube ich das. Ich habe auch meine Befürchtungen, bin mir aber sicher, dass wir das schaffen. Und das nicht, weil wir die Super-Qualität haben, sondern weil wir immer noch besser sind als der 16. der Tabelle.

Wenn der BVB sich retten sollte – was muss im Sommer passieren?
Keine Ahnung. Erst mal abwarten, wo wir am Ende landen. Sagen wir mal so: ich weiß, dass wir im Juniorenbereich Leute haben, auf die man setzen kann. Wenn wir es schaffen, wieder dahin zu kommen, junge Spieler einzuarbeiten und zwei, drei gestandene Akteure haben, die noch nicht das Niveau für Bayern oder Real besitzen, dann könnten wir es schaffen, wieder so eine Mischung zu finden, wie die, die zu den tollen letzten Jahren geführt hat. Das war so eine Phase, in der man eben nicht davon ausgehen konnte, dass wir um die Meisterschaft spielen. Ich will am liebsten eine Truppe auf dem Platz sehen, die weiß, wo sie Fußball spielt und für wen. Aber mal ehrlich: selbst in dieser beschissenen Phase, die wir – ich sag mal vorsichtig – hatten, hatte ich nicht das Gefühl, dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand, die nicht will. Die waren genauso fassungslos über die eigene Leistung wie die Fans.

Nehmen wir an, der BVB steigt ab. Wären Sie auch gegen Sandhausen und den FSV Frankfurt im Stadion?
Natürlich. Ich weiß aber nicht, ob ich es Montags immer ins Stadion schaffen würde. Ich muss auch ehrlich sagen: da will ich gar nicht hin. (lacht) Das muss die Mannschaft wissen: ich will nicht an einem Montagabend ins Stadion gehen!

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2 Hannover 96 0 0 0 0 0:0 0 0
3 Werder Bremen 0 0 0 0 0:0 0 0
4 Borussia Dortmund 0 0 0 0 0:0 0 0
5 FC Schalke 04 0 0 0 0 0:0 0 0
6 Fortuna Düsseldorf 0 0 0 0 0:0 0 0
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3 Werder Bremen 0 0 0 0 0:0 0 0
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5 FC Schalke 04 0 0 0 0 0:0 0 0
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