Beim Tabellendritten Saale Bulls Halle war Trainer Frank Gentges trotz der knappen Niederlage nicht unzufrieden, verwies aber auch mit Recht auf einen kleinen Skandal. Denn das Schiedsrichtergespann bestand aus drei Akteuren der Hallenser Amateurmannschaft. Nicht das erste Mal, dass sich der zuständige Verband in dieser Oberliga-Saison derart fragwürdigen Praktiken bedient. "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden, insbesondere unter Berücksichtigung der derzeitigen Situation und der geringen Kaderstärke. Wir haben Halle alles abverlangt, auf Grund der vielen unberechtigten Strafen gegen uns war aber nicht mehr drin. Die schwere Schulterverletzung von Thomas Richter zu Beginn des zweiten Drittels bedeutet für uns eine weitere Katastrophe und ist nicht zu kompensieren. Auch diese klare Aktion wurde nicht geahndet", fasste Gentges zusammen.
Prestigesieg am Mittelrhein
Deutlich besser war die Laune aller Beteiligten am späten Sonntagabend, als der 2:0-Sieg beim EHC Neuwied unter Dach und Fach gebracht war. Jan Barta (37.) und Branislav Pohanka ins leere Tor wenige Sekunden vor dem Ende sicherten drei Punkte und damit vorerst den vierten Platz in der Verzahnungsrunde. Somit steht auch fest, dass die Moskitos die Saison vor dem Rivalen aus Herne beenden. "Ein sensationeller Sieg und das mit unserem dezimierten Kader und unter den schwierigen Gegebenheiten. Es war eine unglaublich geschlossene Mannschaftsleistung, gestützt von einer überragenden Torwartleistung", bilanzierte Gentges hocherfreut. Justin Schrörs, ursprünglich eigentlich als lupenreiner Back-Up für Christian Wendler eingeplant, erweist sich in den letzten Wochen als ständiger Leistungsträger und sollte zur kommenden Saison dringend gehalten werden.
Wenn es denn eine kommende Saison gibt: Eine endgültige Entscheidung, ob es mit Oberliga-Eishockey in Essen und den Moskitos als Verein weitergehen wird, dürfte im Laufe dieser Woche fallen. Das Treuhandkonto weist aktuell jedenfalls bereits weit über 50.000 Euro an Spenden aus. Ein Wert, der ebenso Hoffnung auf eine (bessere) Zukunft des ESC macht, wie die absolut zufriedenstellenden Leistungen der Mannschaft in dieser Spielzeit.

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