Der KFC Uerdingen war der Sensation mehr als nur nah. Als wäre das 1:1 gegen Aachen nicht ohnehin schon eine positive Überraschung, hätte es am Ende sogar fast zum Sieg gereicht. In der Nachspielzeit bekam der Gastgeber eine Ecke. KFC-Innenverteidiger Rico Weiler
Rico Weiler» zum Profil stieg nach der Hereingabe am höchsten und versenkte den Ball im Aachener Tor zum 2:1. Die Fans in der Krefelder Grotenburg tobten und konnten sich kaum halten vor Freude. Doch einem sah man an, dass er sich nicht freuen konnte: Rico Weiler.
Weiler gibt zu, dass er die Hand zur Hilfe nahm
Er wusste, dass sein Tor nicht zählen darf. Weiler traf den Ball nämlich nicht mit dem Kopf, sondern mit der Hand. Dementsprechend groß war die Aufregung bei den Gästen. Auch Schiedsrichter Thomas Altgeld war sich nicht sicher, ob das Tor zählen darf. Es dauerte nach dem Treffer eine gefühlte Ewigkeit, bis die Entscheidung fiel: Kein Tor. Der Jubel und die Tormusik kamen zu früh. Doch warum entschied sich Schiri Altgeld plötzlich doch gegen den Treffer? Wegen einer ganz großen Geste des Torschützen. Denn Rico Weiler ging nach seinem verhaltenen Torjubel zum Schiedsrichter und beichtete, dass er den Ball mit der Hand im Kasten unterbrachte. Es wäre das 2:1, nein, es wäre das Ende einer langen Uerdinger Negativserie gewesen. Denn nach neun Spielen ohne Sieg, hätte der KFC endlich mal wieder einen Sieg feiern können. Aber Weiler wollte nicht als Buhmann dastehen, zumal die zahlreichen Videokameras ihn ohnehin als Täter überführt hätten. Ihm brachte sein Geständnis Respekt und anerkennende Worte von allen Seiten.
Als Aachens Trainer Peter Schubert bei der Pressekonferenz seinen Kommentar zum Spiel abgab, begann er mit den Worten: "Zuerst mal möchte ich Rico Weiler meinen Respekt zollen, dass er zugegeben hat, dass es ein Handspiel war." Daraufhin wurde Schubert vom Applaus der Anwesenden unterbrochen. Es wirkte so, als wolle er sich dafür bedanken, dass seine Alemannia doch noch einen Punkt aus Krefeld mitnehmen konnte. Auch Aachens Torschütze Tim Jerat
Tim Jerat» zum Profil findet anerkennende Worte: "Hut ab, dass Weiler so ehrlich war. Wäre es nach dem Schiedsrichter gegangen, hätten wir hier verloren." Auch KFC-Trainer Murat Salar kann die Entscheidung seines Innenverteidigers verstehen, obwohl man doch eigentlich meinen könnte, dass die drei Punkte wichtiger gewesen wären: "Das hat er gut gemacht. Wir können ihm da nichts vorwerfen, das ist absolut in Ordnung."
"Ich wurde so erzogen"
Für Weiler selbst, war es nur eine Frage des Anstands: "Es ist mir nicht schwer gefallen, so zu entscheiden. Ich wurde so erzogen, dass man in solchen Momenten einfach sportlich damit umgeht." Ganz großes Fairplay, Rico Weiler!



















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