Dabei waren sich alle einig: Das Ausscheiden von Europas Fußballbühne war am Mittwochabend völlig gerechtfertigt. "Um in der Champions League richtig was zu reißen, sind wir dieses Jahr nicht gut genug gewesen", sagte Mats Hummels ohne Umschweife. Ohnehin nahmen die Dortmunder kaum ein Blatt vor den Mund. Offen und ehrlich standen sie nach dem Spiel Rede und Antwort.
Hauptthema war die erneut schwache Offensiv-Leistung der Schwarzgelben. Im dritten Spiel hintereinander gelang es dem Dortmunder Angriff nicht, ein Tor zu schießen. Und was in der Hinrunde noch nicht ganz so erschreckend war, wurde gegen den Hamburger SV, den 1. FC Köln (jeweils 0:0) und jetzt Juventus Turin (0:3) besonders deutlich: Im Spiel nach vorne fehlen Dortmund die Ideen. Hatte sich die Mannschaft von Jürgen Klopp in der Hinserie zumindest noch Chancen erarbeitet und nach der Winterpause auch endlich getroffen, so ist derzeit absolute Ratlosigkeit zu spüren, wenn Borussia Dortmund das Spiel macht.
Dementsprechend musste Marcel Schmelzer
Marcel Schmelzer» zum Profil zugeben, dass "ja fast kein Offensvspiel da war. Wir sind ja gar nicht in den Strafraum gekommen." Dabei monierte niemand, dass die Italiener ja für gewöhnlich recht defensiv spielen. Vielmehr wurde klar angesprochen, dass man selbst "vorne sehr wenig kreativ" war, wie etwa Marco Reus
Marco Reus» zum Profil befand. Und wenn der BVB dann doch in Strafraumnähe kam, dann wurde der Moment verpasst, einfach mal draufzuhalten und Juves Keeper Gianluigi Buffon mit Distanzschüssen zu prüfen. Der konnte so einen sehr ruhigen Abend verleben. Einzig einen Schuss Kevin Kampls musste er in der zweiten Hälfte aufmerksam parieren.
Klopp: "Verhalten uns in den relevanten Räumen falsch"
Und auch der BVB-Coach versuchte die derzeitigen Mängel des BVB-Spiels nicht unter den Teppich zu kehren. "Wir verhalten uns in den relevanten Räumen falsch und sind nicht klar genug. Wenn wir in den gefährlichen Räumen sind, spielen wir den Ball direkt in die Zone und stehen zwei gegen acht." Die falschen Entscheidungen treffe seine Mannschaft, sagt der Trainer. Recht hat er. Statt das Dribbling zu suchen und an den entscheidenden Stellen das Foul zu provozieren, wird der Ball wieder zurückgespielt und in sicheren Gefilden hin und her gepasst.
Dabei hat Dortmund "super Offensivspieler, die auch mal Situationen im Eins-gegen-eins lösen können und auch sollen. Damit da wieder ein bisschen Platz entsteht", wie Schmelzer richtig erkannt hat. Aber dorthin, wo es wehtut, geht beim BVB im Moment fast niemand. Es scheint ein wenig, als hätten die Spieler Angst davor, einen mitzukriegen. Ebenso war gegen Juve im Mittelfeld niemand da, der im Spiel nach hinten mal so richtig dazwischen gehauen hätte. Viel zu lieb präsentierten sich die Dortmunder gegen robuste Italiener.
"Das werden wir intern besprechen, wie wir das am besten jetzt angehen", sagte Schmelzer zum Abschluss. "Wir müssen wieder mehr Durchschlagskraft in der Offensive bekommen." Die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass sie die Problematik auch wirklich verstanden haben, haben die Dortmunder am Samstag, 15.30 Uhr, in Hannover. "Schmelle" verspricht, dass die Mannschaft es zumindest versuchen wird, dann besser zu machen.




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