Vor allem deshalb, weil sich die Verantwortlichen des Klubs mit den Betreibern der König-Pilsener Arena nicht über eine für beide Seiten angemessene Zusammenarbeit einigen konnten.
Umso froher dürfte der ein oder andere Anhänger der RLO gewesen sein, als bekanntgegeben wurde, dass die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft am 5. (Bully: 20 Uhr) und 6. April (Bully: 16.30 Uhr) zwei Länderspiele gegen Russland austragen wird. Diese dienen vorrangig zur Vorbereitung auf die in Tschechien stattfindende Eishockey-WM, die traditionell im Mai ausgetragen wird, laufen aber diesmal unter dem Namen „Euro Hockey Challenge“. Der vom Weltverband IIHF ins Leben gerufene Wettbewerb kann als inoffizielle Europameisterschaft angesehen werden und umfasst die zwölf Weltranglistenbesten Teams des Kontinents. In den Folgewochen trifft die DEB-Auswahl dann noch – ebenfalls wieder in jeweils zwei Partien – auf Finnland, Frankreich und Dänemark.
"Alle, die hier sind, haben sich ihre Nominierung verdient"
Pat Cortina
Demzufolge lässt sich erahnen, dass es mit dem denkbar schwersten Gegner losgeht. Die „Sbornaja“, die größtenteils mit KHL-Spielern in die Neue Mitte reist, geht demnach natürlich auch als Favorit in die Spiele. Der 64-fache Nationalspieler Daniel Pietta von den Krefeld Pinguinen freut sich auf zwei Herausforderungen der besonderen Art: „Einen attraktiveren Gegner kann man zu Beginn der WM-Vorbereitung eigentlich nicht bekommen. Wir waren trotz des frühen Saisonaus natürlich über viele Wochen auf dem Eis und im Kraftraum und sind gut vorbereitet. Das Hauptziel ist aber, dass wir in den nächsten Wochen als Mannschaft zusammenfinden.“
Was immer so ein Problem ist, wenn ein Großteil der in Frage kommenden Akteure noch in den DEL- oder NHL-Playoffs aktiv ist. Kandidaten wie Dennis Endras, Matthias Plachta, Sinan Akdag oder Kai Hospelt (Adler Mannheim), Bernhard Ebner und Stephan Daschner (Düsseldorfer EG), sowie Patrick Hager und Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt) stehen Bundestrainer Pat Cortina aktuell noch nicht zur Verfügung. Ähnlich sieht es mit den Profis aus Übersee aus. Verteidiger Dennis Seidenberg hat aber beispielsweise seine Bereitschaft an einer WM-Teilnahme signalisiert, sollten seine Boston Bruins die NHL-Playoffs verpassen. „Ich habe von den DEL-Halbfinalisten an die zehn Spieler im Blickfeld, auch mit den Spielern, die in Nordamerika aktiv sind, stehe ich in den letzten Wochen in gutem Kontakt. Nur gerade mit den NHL-Spielern ist es nicht immer so einfach, diese für eine Weltmeisterschaft herüberzuholen. Ich konzentriere mich aber in erster Linie auf die Spieler, die jetzt hier sind“, gibt Cortina zu Protokoll.
Krefelds Riese vor dem A-Länderspieldebüt
Und der aufgrund schwacher Resultate in den letzten Jahren in die Schusslinie geratene Italo-Kanadier geht mit ordentlich Selbstbewusstsein in die Russland-Spiele. „Ich denke, dass wir eine gute Mischung aus talentierten und erfahrenen Cracks haben. Alle, die hier sind, haben sich ihre Nominierung redlich verdient“, meint Cortina. Und vor allem vier Akteure dürfen sich besonders freuen, erhalten sie doch ihre erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Neben den Berliner Eisbären Mathias Niederberger und Jonas Müller sowie dem bald für die Mannheimer Adler aufs Eis gehenden Ex-Iserlohner Brent Raedeke kommt auch Oliver Mebus von den Krefeld Pinguinen zu seinem Debüt. Und dies, obwohl KEV-Chefcoach Rick Adduono dem 2,07 Meter-Hünen im Saisonendspurt kaum noch Eiszeit gab. „Ich bin neugierig darauf, zu sehen, wie er sich präsentiert. Er hat definitiv viel Potenzial“, begründet Pat Cortina die Nominierung des ehemaligen Duisburger Fuchs.
Und der hat wie die Teamkollegen Pietta und Martin Schymainski sowie Co-Trainer Reemt Pyka eine kurze Anfahrt aus der Seidenstadt vor sich und damit zwei besondere Erlebnisse „quasi vor der Haustür.“ Johannes Partow, Geschäftsführer der Arena, gab zu, dass er bei der Anfrage seitens des DEB, zwei Länderspiele in Oberhausen auszutragen, „ungefähr drei Sekunden lang überlegen musste. Wir sind sehr froh, nach 13 Jahren endlich wieder Eishockey dieser Qualität hier zu haben. Es ist aber natürlich durchaus eine größere logistische Herausforderung, weswegen wir einige der Mitarbeiter von damals aus dem Ruhestand reaktiviert und wieder aufs Eis gekarrt haben.“
Für den Sonntagabendtermin, bei dem der Vorverkauf nach Aussage von DEB-Marketingleiter Stefan Endraß deutlich besser läuft als für den Montag, rechnen die Veranstalter mit einer Zuschauerzahl oberhalb von 5000. Der Oberrang der Arena wird dann auch geöffnet. Tickets sind in allen Kategorien an der Tageskasse der König-Pilsener-Arena verfügbar.
Mehr Eishockey in Oberhausen?
Und bei einer entsprechenden Publikumsresonanz ist eine Wiederholung auch nicht ausgeschlossen. „Das können sie schon als Probelauf interpretieren, dass wir diese zwei Länderspiele jetzt hier austragen. Wir haben hier ein großes Einzugsgebiet mit vielen Eishockey-Hochburgen und im Gegensatz zu anderen Standorten die Sicherheit, dass in Oberhausen im April keine Playoffs gespielt werden“, erklärt Endraß weiter. Den zahlreichen Eishockeyfans im Revier wäre es jedenfalls zu wünschen, wenn die Partien gegen die hochklassigen wie hochbezahlten Osteuropäer nicht zu Eintagsfliegen verkommen.

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