Wer Borussia Dortmund am Samstag in Mönchengladbach hat spielen sehen, der war enttäuscht ob des Auftretens des BVB. Der konnte zwar nach der Partie von sich behaupten, dass er die spielbestimmendere Mannschaft auf dem Platz war, musste aber auch zugeben, dass er sich nicht ausreichend gegen die Niederlage gestemmt hat.
Die Niederlage im Borussen-Duell kam für den BVB nicht von ungefähr. Mit dem VfL ist Dortmund auf eine Mannschaft getroffen, die nur so vor Spielfreude, Einsatzwillen und Kampf sprüht. Eine Mannschaft, die genau das verkörpert, was den BVB in den letzten Jahren ausgemacht hat. Und die Betonung liegt auf hat. In dieser Spielzeit ist Dortmund ein Schatten seiner selbst. Konnte man in der Hinrunde vielleicht noch argumentieren, dass die Vorbereitung nicht nach Plan lief, dass für viele Akteure die Pause nach der WM zu kurz war und dass die Verletzungen nicht hinreichend auskuriert werden konnten, so greifen diese Argumente nach der Winterpause nicht mehr. In der konnten die Borussen in Ruhe arbeiten, sich aufeinander einstellen, die neuen Spieler integrieren. Und was hat es gebracht? Nichts!
Bei Borussia Dortmund laufen in dieser Spielzeit elf Leute über den Platz, jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, beschäftigt sich mit seinem eigenen Spiel. Für den anderen setzt sich niemand ein. Eine Mannschaft ist das jedenfalls nicht mehr. Zumal ihr vor allem ein Kapitän fehlt, ein Anführer, einer, der auch mal auf den Putz haut. Spätestens nach dem 0:2 hätte Mats Hummels
Mats Hummels» zum Profil in Mönchengladbach den Mund aufmachen müssen, um seine Mitspieler wachzurütteln. Doch ihm, der in dieser Spielzeit nur selten an seine WM-Form herangekommen ist, fällt dies mehr als schwer. Aber auch Spieler wie Roman Weidenfeller
Roman Weidenfeller» zum Profil und Ilkay Gündogan
Ilkay Gündogan» zum Profil haben augenscheinlich schon mit dem BVB abgeschlossen. Auch von ihnen ist nichts zu hören auf dem Platz, kein Aufbäumen zu spüren. Kopf hängen lassen und weiter im Trott ist bei vielen Dortmundern Devise nach einem Gegentreffer. Die vorne können es ja wieder ausbügeln.
Frischer Wind muss her
Blöd nur, dass die das nicht tun. Blöd auch, wenn der Sportdirektor zugeben muss, dass seine Verpflichtungen und Entscheidungen in dieser Saison „nicht zu 100 Prozent gesessen“ haben. Ein Umbruch bei Borussia Dortmund ist deshalb unabdingbar. Und die Streichliste darf ruhig großzügig gestaltet werden. Ob Gündogan das Spiel ankurbeln soll, Shinji Kagawa
Shinji Kagawa» zum Profil, oder Henrikh Mkhitaryan
Henrikh Mkhitaryan» zum Profil, egal, keiner ist in der Lage dazu. Ob Ciro Immobile
Ciro Immobile» zum Profil die Tore schießen soll, oder Adrian Ramos
Adrian Ramos» zum Profil, egal, keiner trifft. Frischer Wind muss her, der die Mannschaft wieder zum Leben erweckt. Auf allen Ebenen, auch die Trainerposition darf bei den Überlegungen nicht ausgegrenzt werden.
Dabei sollte sich die Vereinsführung auf die vergangenen Jahre besinnen. Als Dortmund seiner Linie noch treu geblieben ist, da war auch der Erfolg da. Doch seit sich die Verantwortlichen aus Deutschland heraus orientiert haben und überwiegend im internationalen Geschäft wildern, ist der Mythos BVB abhanden gekommen. Für den Sommer 2015 sollte für Borussia Dortmund deshalb gelten: Zurück zu den Wurzeln!




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