Es ist noch nicht lange her, dass wild darüber spekuliert wurde, ob Mario Götze im Sommer möglicherweise vom FC Bayern München zurück nach Dortmund wechseln könnte. Das Gerücht hat BVB-Boss Hans-Joachim Watzke kürzlich dementiert. Vielleicht auch, weil die Dortmunder inzwischen wissen, wie schwer sich Rückkehrer tun können.
Bestes Beispiel ist Shinji Kagawa. Der Japaner kehrte im vergangenen Sommer von Manchester United zu den Schwarzgelben zurück. Sein Einstand nach zwei Jahren hätte besser nicht sein können. Gegen den SC Freiburg gab es am 3. Spieltag einen 3:1-Sieg, an dem Kagawa mit einem Tor (2:0) maßgeblich beteiligt war. Es schien, als würde das Märchen zwischen ihm und dem BVB dort weiter gehen, wo es im Sommer 2012 so jäh unterbrochen worden war.Doch es dauerte nicht lange, da war der 26-Jährige nur noch ein Schatten seiner selbst – und sollte es im Grunde über die gesamte Saison bleiben. Der Kreativspieler, der Ideen im Mittelfeld liefern sollte, wirkte uninspiriert, teilweise lustlos. Und der Eindruck täuschte nicht. Nach einem Dreivierteljahr beim BVB zeigte sich Kagawa jetzt selbstkritisch. „Ich habe leider keine konstanten Leistungen zeigen können. Damit bin ich überhaupt nicht zufrieden. Ich habe mir viel konkretere Ergebnisse für mich erhofft.“
Nach dem letzten Heimspiel gegen Hertha BSC erklärte der Nationalspieler sogar, dass er sich ein wenig müde fühle. Damit spielte er allerdings weniger auf seine körperliche Verfassung an – Kagawa kam neben der Bundesliga auch in den anderen Wettbewerben häufig zum Einsatz – sondern auf seinen Kopf. „Durch die mentale Belastung habe ich mich schwer gefühlt.“ Er hätte niemals für möglich gehalten, dass der BVB eine derart schwierige Saison spielen würde. Vor allem die Erinnerungen an die Erlebnisse vor seinem Wechsel nach England hatten sich fest bei ihm eingebrannt. Dass es trotz guter Voraussetzungen dann aber nicht lief, machte ihm und seinen Teamkollegen mehr zu schaffen, als sie zunächst zugeben wollten. „Es lief nicht und das zieht einen natürlich richtig runter. Das Schlimme war vor allem, dass wir keine Erklärung dafür finden konnten.“
Ich habe mich schwer gefühlt
Shinji Kagawa
Doch der BVB hat wieder in die Spur gefunden. Auch weil Kagawa in den vergangenen Partien einigermaßen akzeptabel gespielt hat. Daran will der Nationalspieler nun bis zum Ende der Saison festhalten. Immerhin stehen weiterhin die großen Ziele – direkte Qualifikation für die Europa League über die Liga und Sieg im DFB-Pokalfinale. „Wir haben jetzt noch wichtige Spiele vor uns, in denen wir noch viel erreichen können“, blickt Kagawa voraus. „Darum muss ich bis zum Schluss konzentriert arbeiten und solche Probleme bewältigen.“
Am Samstag, 15.30 Uhr, tritt Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg an. Dann kann Kagawa seinen Worten Taten folgen lassen...




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