Bisher heißt der Zustand, nachdem sich die erhoffte Verpflichtung von Stephen Appiah offenbar endgültig zerschlagen hat. Etwa vier bis fünf Millionen Euro hatte Schnusenberg für den Kauf des Ghanaers zur Verfugung gestellt. Durch das Erreichen des Ligapokal-Endspiels sind noch einmal 1,5 "Mille" hinzugekommen. Und auch wenn Müller betont, diese Einnahme habe mit jener Ausgabe nichts zu tun, ist die Summe da.
Also gut sechs Millionen, ein Betrag, für den Appiah nicht zu haben war und ist. Das Geld ist nicht ausgegeben, wartet aber laut der Schalker Philosophie nicht darauf, zwanghaft unter die Leute zu kommen. "Wenn sich etwas ergibt, dann denken wir darüber nach", heißt es aus der Geschäftsstelle, möglicherweise als Vorgriff auf einen Einkauf, der erst für 2008 konkret vorgesehen war und den man noch in diesem Sommer tätigen könnte.
Ein Spieler vom Kaliber Appiahs hätte die Diskussion, dass Schalkes Mannschaft nach den Leistungen im Ligapokal doch nicht stark genug für die Konkurrenz aus München und vielleicht auch aus Bremen und Stuttgart sei, schnell beendet. Ein vergleichbarer Kracher ist auf dem derzeit überhitzten Markt nicht in Sicht, die Preise sind in die Höhe geschossen und daher hat Schalke auch mit sechs Millionen Euro auf der hohen Kante nicht die Gewähr, sich bis zum 31. August noch entscheidend zu verstärken.

Foto: firo.
So sieht das auch Kevin Kuranyi: "Ich habe immer gesagt, dass solch ein Spieler wichtig für die Mannschaft ist. Momentan ist es sicher schwer, einen mit seinen Qualitäten zu finden", weiß der Stürmer. Dass Müller betonte, ihn unter keinen Umständen für Appiah eintauschen zu wollen, ehrt Kuranyi. "Das tut gut, so etwas zu hören. Ich fühle mich auf Schalke wohl und bin hier gut aufgehoben", nickt der Torjäger. Er hätte einem solchen Geschäft auch nicht zugestimmt.
Gerald Asamoah probierte am Dienstag noch einmal Kontakt zu Appiah aufzunehmen, um von dem Kicker selbst die Hintergründe über den gescheiterten Wechsel von Fenerbahce zu S04 zu erfahren. "Ich habe versucht, ihn auf dem Handy zu erreichen, er ist aber nicht dran gegangen", berichtet "Asa". Der in Ghana geborene Deutsche findet es "schade, dass er nun doch nicht zu uns kommt. Ich hätte ihn gerne hier gesehen, aber wir haben auch ohne ihn eine gute Mannschaft beisammen, mit der wir oben mitspielen können."
Das zu beweisen, dazu ist das heftige Auftaktprogramm in der Bundesliga geradezu perfekt. Mindestens vier Punkte nach den Duellen in Stuttgart und gegen Dortmund, und kein Schalker wird den Bullen aus Ghana vermissen. Geht der Start in die Hose, werden die Stimmen, die Schalke eine schwierige Saison prophezeien, aber umso lauter.

