Denn die Spielplangestalter ließen gleich mehrere Teams am Freitag und Sonntag gegen denselben Gegner antreten, dies bei wechselndem Heimrecht. Im Fokus des öffentlichen Interesses stand vor allem das Duell zwischen den Eisbären Berlin und der Düsseldorfer EG. Beide Teams haben sich nach einem zunächst wechselhaften Saisonstart in der Ligaspitze etabliert und boten den jeweils fünfstelligen Kulissen zwei attraktive Paarungen.
128 „goldene Sekunden“ sicherten der DEG am Freitag in Berlin einen in dieser Höhe kaum für möglich gehaltenen Kantersieg. In dieser Phase Mitte des dritten Drittels machte Rot-Gelb aus einem 3:2 ein 6:2 und stellte den bis dahin ausgeglichenen Spielverlauf gehörig auf den Kopf. Drayson Bowman fixierte knapp fünf Minuten vor dem Ende mit seinem zweiten Treffer des Abends den 7:2-Endstand.
Bowmans Strafe bringt die Wende
Das Lachen verging der Düsseldorfer Nachverpflichtung dann aber gegen Ende des zwei Tage später folgenden Heimauftritts. Drei Minuten und acht Sekunden waren beim Spielstand vom 3:2 für die DEG noch zu spielen, da traf Bowman Berlins Jonas Müller neben dessen eigenem Tor mit dem Schläger im Gesicht. Das Resultat: Blut im Gesicht des Eisbären-Youngsters sowie ein fünfminütiges Powerplay, dass der EHC zunächst in Person von Darin Olver zum Ausgleich nutzte, um sich zumindest einen Punkt zu sichern. Barry Tallackson überwand dann den nicht immer sicher agierenden Mathias Niederberger im DEG-Tor nach nur 14 gespielten Sekunden in der kurzen Ecke und sicherte den Bundeshauptstädtern somit den Zusatzpunkt.
Dass die Berliner zum Ende des zweiten Aufeinandertreffens innerhalb von 43 Stunden mächtig zulegen konnten, lag aber auch an der immer stärker dezimierten Düsseldorfer Defensive. Nachdem sich Tim Conboy zehn Minuten vor Spielende mit einer Disziplinarstrafe in die Kühlbox verabschiedete, hatte die DEG nur noch vier Verteidiger zur Verfügung. „Das war schon sehr ungewohnt und zehrte gehörig an den Kräften“, gab Kurt Davis, einer der vier verbliebenen Abwehrakteure, dann auch zu. Ob sich diese Problematik bis zum kommenden Heimspiel gegen Nürnberg am Freitagabend ein wenig entspannen wird, bleibt abzuwarten. Stephan Daschner könnte wegen einer Handverletzung noch länger ausfallen, ein entsprechendes MRT soll folgen.

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