Denn die Moskitos Essen dominierten die Rostocker Piranhas fast nach Belieben und siegten bei einer Torschussbilanz von 49:13 (!) hochverdient mit 3:0. Tobias John im REC-Tor verhinderte mit vielen Klasseparaden eine höhere Niederlage und konnte sogar einen Penalty von Andrej Bires entschärfen.
Wenigstens haben wir diesmal drei Tore gemacht
Frank Gentges
„Da sah man mal wieder, dass in dieser Saison mehr drin gewesen wäre, wenn wir im ein oder andere Spiel besser gespielt hätten“, resümierte ESC-Kapitän Jan Barta. Und in der Tat: Für die Stechmücken wäre sogar ein vor der Saison für quasi unmöglich gehaltener Play-Off-Platz möglich gewesen. Wäre da nicht - wie sich gegen Rostock einmal mehr zeigte - die schwache Chancenverwertung, die sich als roter Faden durch die Spielzeit zieht. Und neben allen berechtigten Beschwerden über den Spielplan mit vielen Duellen gegen die anderen West-Top-Teams wohl der Hauptgrund dafür sein dürfte, dass Platz acht fünf Spiele vor dem Ende der Vorrunde unerreichbar ist. „Wenigstens haben wir diesmal drei Tore gemacht“, wirkte Coach Frank Gentges nach Spielende einigermaßen zufrieden.
Erfreulich hingegen: Julian Lautenschlager, in der Regel im DNL-Team der Düsseldorfer EG aktiv, sorgte in seinem ersten Oberliga-Spiel mit einer schönen Einzelaktion direkt mal für das 1:0. Inwiefern der 19-Jährige Förderlizenzakteur und sein Kollege Leon Niederberger weiter für Essen am Puck bleiben, ist aber fraglich. Klar ist nur: Über eingespielte Reihen würde man sich am Westbahnhof in Zukunft freuen. „Das sind alles gute Jungs, die da aus Düsseldorf kommen. Problematisch ist nur, dass wir keine Konstanz in die Reihen kommen. Ich hoffe, dass da bald mal eine Lösung gefunden wird, wie es mit Eugen Alanov letztes Jahr ja geklappt hat“, erinnert sich Barta. Dessen einziger konstanter Reihenkollege Michál Velecky verlängerte unlängst seinen Kontrakt beim ESC um ein weiteres Jahr. Bei Barta könnte es hingegen noch etwas dauern, bis Klarheit herrscht: "Da kann ich nichts zu sagen", hieß es auf RS-Nachfrage hinsichtlich einer weiteren Verlängerung des dienstältesten Spielers.
Zuschauerzahlen und Stimmung sind nicht zufriedenstellend
Probleme, mit denen sich die Sportliche Leitung herumschlagen muss. Auf die beiden anderen großen Baustellen hat die gute Arbeit von Frank Gentges allerdings kaum Einfluss. Warum auch immer. Denn dass sich trotz der tollen sportlichen Leistungen häufig nur einige hundert Zuschauer in die Halle bewegen, wirft einen weiteren Schatten auf die eigentlich so zufriedenstellende Saison des ESC. Auch gegen Rostock befanden sich wieder nur 497 Besucher in der Halle, die das Spiel über die vollen 60 Minuten einmal mehr bei fast beängstigender Stille verfolgten. Heißt der Gegner nicht Herne oder Duisburg, ist es an der Curtiusstraße in der Regel erschreckend ruhig. Fest steht: Diesen Mangel an Unterstützung hat das blutjunge Team nicht verdient. Auch wenn den Lila-Grünen die absolute Krönung in der Saison noch verwehrt bleibt.

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