Als der berühmte Gerd Müller 1979 von Bayern München zu den Fort Lauderdale Strikers wechselte, betrug seine Ablösesumme: null D-Mark. Der WM-Torschützenkönig und Weltmeister wäre unbezahlbar gewesen.
Auch Thomas Müller, ebenfalls WM-Torschützenkönig und Weltmeister, ist unbezahlbar – weil ihn die Bayern nicht aus seinem Vertrag lassen, der bis 2021 läuft. Darum ist sein Marktwert, den das Internet-Portal Transfermarkt.de ausrechnet, eher theoretisch.
Nur so viel Wertschätzung ist gestattet: Er ist der teuerste deutsche Nationalspieler bei der EM, wie die heute veröffentlichte Rangliste verrät.
Auf 75 Millionen Euro wird sein Marktwert kalkuliert. Das sind 30 Millionen Euro mehr als bei Welttorhüter Manuel Neuer und fast doppelt so viel wie bei den Innenverteidigern Jerome Boateng und Mats Hummels. Müller ist Torjäger. Und die kosten halt immer mehr.
„Ich weiß, dass jedes Tor gleich viel zählt, nämlich immer eins. Ich weiß auch, wenn man nur die schönen Tore nähme, hätte ich nicht so viele auf dem Konto“, sagte Müller einmal.
Geld schießt keine Tore
Trainer-Legende Otto Rehhagel
Mit 32 Toren in 71 Länderspielen hat der Stürmer des FC Bayern München eine starke Trefferquote. Damit reiht der 26-Jährige sich hinter Fritz Walter, dem Weltmeister-Kapitän von 1954, auf Platz elf in die Liste der Torschützen der Nationalmannschaft ein.
Teurer als Müller sind bei der EM nur zwei Spieler, und das wohl nur, weil sie beim Champions-League-Sieger Real Madrid spielen: der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo mit, Achtung: 110 Millionen Euro. Dank 530 Toren in 751 Pflichtspielen stieg er zur Weltmarke auf. Und der Waliser Gareth Bale mit 80 Millionen Euro, für den Real im Jahr 2013 sogar 100 Millionen Euro gezahlt haben soll.
Nicht nur Lewandowski gefährlich
Insgesamt hat die 23-köpfige DFB-Auswahl einen Marktwert von 580 Millionen Euro. Die deutschen Vorrundengegner Ukraine (123,35 Mio. Euro), Polen (193,45 Mio. Euro) und Nordirland (38,10 Mio. Euro) erreichen nicht mal zusammengerechnet den Marktwert des DFB-Teams. Und: Robert Lewandowski, Starstürmer in Diensten des FC Bayern, kommt alleine auf mindestens 75 Millionen Euro.
Aber schon der große Bundesliga-Trainer Otto Rehhagel warnte: „Geld schießt keine Tore.“ Er hat es mit Griechenland bei der EM 2004 vorgemacht: Die gesamte Fußball-Elite Europas hat er aufs Kreuz gelegt. Nicht einmal Ronaldo konnte ihn in zwei Spielen besiegen.
Vor allem die polnischen Spieler sind darauf aus, mit guten Spielen wie gegen Deutschland ihren Marktwert zu erhöhen. „Ich denke, dass die Polen schon zeigen werden, dass die Mannschaft nicht nur aus Lewandowski besteht“, erklärt Ex-Profi Andrzej Rudy (früher 1. FC Köln).
Nur Spanien wertvoller als DFB
Deutschland hat nicht die teuerste Mannschaft im Turnier. Mit 529 Millionen Euro liegen die Spanier 12 Millionen Euro vor der DFB-Elf. Wertvollste Spieler sind die Mittelfeldspieler Koke (Atlético) und Sergio Busquets (Barcelona) mit jeweils 60 Millionen Euro.


















