Am 15. März 2015 landete Familie De Anda auf dem Berliner Flughafen. Einer der Gründe für die Reise der Familie hatte sich da gerade aus der Hauptstadt verabschiedet: Nach dem 0:2 bei Hertha BSC am Abend zuvor war Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 schon wieder längst auf dem Weg ins Ruhrgebiet. Die De Andas hatten Karten für die Partie Olympiastadion. Aber als die DFL das Spiel für Freitagabend ansetzte, war es für die Familie zu spät, ihre mehr als 7000 Kilometer weite Reise umzuplanen.
Familie De Anda wohnt in Kansas, mitten in den Vereinigten Staaten. Besonders Vater Lalo und der 17-jährige Sergi sind seit fünf Jahren verrückt nach Schalke. 2011 lebte eine Austauschschülerin vom Gelsenkirchener Grillo-Gymnasium für ein Jahr bei Familie.
Ihr Gastgeschenk war – wie es sich gehört – königsblau und weiß, unter anderem ein Schalke-Trikot. „Vorher kannte ich nur Manchester und Barcelona. Aber sie hat uns den Verein vorgestellt, hat T-Shirts mitgebracht“, erzählt Sergi.
Lalo ergänzt: „Wir haben vorher die Champions League geguckt, also kannten wir Bayern München, aber nicht die Bundesliga an sich.“ Doch trotz der Entfernung waren die beiden direkt in love mit S04. Sergi: „Great team, great culture. Von da an waren wir Fans.“
Lieblingsspieler Huntelaar und Sané
Bei anderen US-Amerikanern stoßen sie mit ihrer Neigung eher auf Unverständnis, berichtet Sergi. Obwohl immer mehr Menschen in den USA sich für Fußball begeistern steht die Bundesliga nicht wirklich hoch im Kurs: „Die meisten sind Fans von American Football Teams, Basketball, Baseball. Und wenn sie doch Fußballfans sind, sind sie noch mehr überrascht, dass wir zu Schalke halten. Auch wenn Schalke kein kleiner Club ist, ist er hier in den USA unbekannt.“ Wenn überhaupt interessieren Amerikaner sich für die englische oder spanische Liga.
Kein Wunder, dass nur wenige Menschen hier europäischen Fußball schauen: Sieben Stunden Zeitverschiebung sind es zwischen dem Mittleren Westen und Mitteleuropa. Samstag 15:30 – für Lalo und Sergi bedeutet das halb neun morgens. Sie versuchen, möglichst viele Spiele im Fernsehen zu sehen. Die wichtigsten Neuigkeiten erfahren sie über die englischsprachige Homepage des Vereins und die Social-Media-Kanäle des Vereins. „Es ist leicht, da Schalke englische Facebook- und Twitteraccounts hat.“
Er folge auch vielen Fans und versuche die Stimmung, aufzufangen, sagt Sergi, im Moment sei es komisch: „Manche finden es gut, dass der Trainer gehen musste, andere finden,dass der Neue nicht wirklich erfahren ist. Ich weiß es nicht. Wir werden etwas abwarten müssen und schauen, wie die Saison läuft.“
Wichtig wäre, dass seine Lieblingsspieler bleiben: „Klaas-Jan Huntelaar ist im Strafraum immer gefährlich und ein zuverlässiger Torschütze. Und von Leroy Sané bin ich begeistert, seit er in Madrid in der Champions League direkt ein Traumtor geschossen hat. Er ist ein besonderer Spieler, er kann eine große Zukunft haben.“
Der Deutschland-Trip der Familie nahm dann übrigens doch noch ein gutes Ende: folgenden Heimspiel gegen Mönchengladbach waren die De Andas zwar schon wieder auf dem Weg in die USA. „Aber wir konnten in Gelsenkirchen das Training sehen, was vielleicht sogar cooler war“, findet Sergi, „wir waren wirklich nah dran. Und wir haben eine Stadiontour gemacht. Ein tolles, modernes Stadion – beautiful.“
Schon da war Sergi klar, dass er unbedingt zurückkommen wollte, um Schalke spielen zu sehen. In naher Zukunft wird er sich diesen Traum garantiert erfüllen können: Im Herbst beginnt er ein Politikstudium in Manchester, Großbritannien. Für amerikanische Verhältnisse liegt Gelsenkirchen dann direkt um die Ecke.



















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