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England
Hünemeier, Hofmann über härteste 2. Liga der Welt

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Foto: Falk Blesken

Wenn Uwe Hünemeier auf dem Balkon seines Appartments im südenglichen Seebad Brighton hockt, auf die drei Kilometer lange Strandpromenade und die seichten Wellen des Ärmelkanals blickt, kommen bei Sonnenschein leicht Urlaubsgefühle hoch.

„Ich fühle mich hier superwohl“, sagt der ehemalige Fußballprofi von Borussia Dortmund, Energie Cottbus und SC Paderborn. Seit Samstag ist es mit dem Genuss des Standortvorteils vorbei. Die Championship ist in ihre neue Fußball-Saison gestartet. Mit einem 0:0 bei Derby County für Hünemeiers Team, dem ehemaligen Erstligisten Brighton & Hove Albion, der in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Premier League um die Winzigkeit von zwei Toren gegenüber dem punktgleichen Tabellenzweiten FC Middlesborough hauchdünn verfehlt hatte.

Englands Fußball-Unterhaus ist mit einem Spielermarktwert von gut 840 Millionen Euro nicht nur die wertvollste zweite Liga der Welt. Deutschlands 2. Bundesliga bringt es derzeit auf 290 Millionen Euro. Die Championship gilt auch als die härteste zweite Liga des Planeten. Mit 46 Pflichtspielen. Plus drei möglichen Partien um den Aufstieg in die Premier League, wenn man in der Endtabelle Platz drei, vier, fünf oder sechs belegt.

„Die Spiele sind schneller, physischer als in Deutschland. Viele Mannschaften agieren mit offenem Visier. Und es gibt acht bis zwölf Anwärter auf die zwei oder drei Aufstiegsplätze“, sagt Uwe Hünemeier, einer von zehn deutschen Profis in der Championship. Der Innenverteidiger hat seinen Wechsel vor einem Jahr zu den blauen-weißen Möwen nach Brighton als neue Herausforderung angesehen. Und diesen bisher nicht bereut. Auch wenn eine hartnäckige Adduktorenverletzung aus dem Match gegen Middlesborough für zwei Operationen und eine Ausfallzeit von rund acht Monaten gesorgt hat. „Das war meine erste große Verletzung der Karriere. Und ein Unglück. Ich bin jetzt aber wieder nah an der Mannschaft dran“, sagt Hünemeier. Aufstiegschancen in die Premier League mit eingeschlossen.

Einsätze wird er bekommen

Einsätze wird der gebürtige Gütersloher bekommen. Daran zweifelt er nicht. Die Saison ist ein Marathon, der Personal und Stehvermögen erfordert. „Statt zwei oder drei haben wir locker zwölf englische Wochen. Plus zwei Pokalwettbewerbe. Die Spielintensität ist hoch, die Belastung im Training dafür niedriger als in Deutschland. Nur so kann der Körper dauerhaft einen Drei-Tage-Spielrhythmus leisten“, hebt Hünemeier hervor.

Gut 90 Kilometer nordwestlich beheimatet, kann Philipp Hofmann nur zustimmen. Der 23-jährige Arnsberger mit Schalker Junioren-Vergangenheit spielt seit einem Jahr für den FC Brentford, der mit einer 1:2-Niederlage in Huddersfield in die Spielzeit gestartet ist. Hofmann wohnt im Westen Londons, fast direkt am nur 12 800 Zuschauer fassenden Griffin Park. Im Gegensatz zu Uwe Hünemeier hat Hofmann seine Lebensgefährtin mit nach England genommen. Chantal arbeitet in der Hauptstadt als Make-up-Artist. „Wir haben es bestens angetroffen und können uns vorstellen, auch länger zu bleiben“, betont Hofmann, der seinen fußballerischen Traum auslebt.

Nach der U21-Europameisterschaft 2015 in Tschechien bot sich für den Angreifer die Chance, von Kaiserslautern aus auf die Insel zu wechseln. Brentfords Bienen sind ein kleiner Klub, personell eine junge Truppe, die vor zwei Jahren in den Play-offs schon ans Tor zur Premier League geklopft hatte. Zuletzt reichte es zu Rang neun. „Ich hatte aufgrund zweier Verletzungen keine überragende Saison“, gibt der 1,94-Meter-Angreifer Hofmann zu, „jetzt fühle ich mich aber bestens präpariert für den Saisonstart. Und wir können eine gute Rolle spielen.“ Brentford gegen Arsenal, Chelsea oder Manchester United? „Das wäre ein Riesending!“

Die Konkurrenz ist allerdings groß. Auch finanzstärker als Brentford. Und als Uwe Hünemeiers Brighton. Die Absteiger Newcastle, Norwich und Aston Villa bekommen Fallschirmgeld aus dem Fernsehvertrag der Premier League. Allein im ersten von maximal drei Jahren sind das jeweils rund 30 Millionen Euro. Auch die früheren Absteiger, Brentfords Lokalrivalen Fulham und Queens Park Rangers sowie Cardiff City, profitieren noch von der Regelung. Jenseits von steinreichen Teambesitzern, die auch in Englands Liga zwei investieren.

„Es ist schier unglaublich“, sagt Hofmann gerade mit Blick auf Topfavorit Newcastle United, „was hier an Geld bewegt wird.“ Fast 57 Millionen Euro hat Newcastle mit dem Liverpooler Champions-League-Siegertrainer Rafael Benitez an der Spitze über Abgänge eingenommen. Und davon gleich 40 als Ablöse wieder in Zugänge gesteckt. Zum Vergleich: In Deutschland gaben die 18 Zweitliga-Vereine bis zum Saisonstart am vergangenen Freitagabend für alle Neuzugänge zusammen rund 20 Millionen Euro aus.

Übrigens:

Huddersfield Town ist die kleine deutsche Filiale in der Championship. Mit dem Ex-Dortmunder David Wagner als Trainer sowie Elias Kachunga (Ingolstadt), Chris Löwe (Kaiserslautern), Michael Hefele (Dresden) und Christopher Schindler (1860 München) stehen gleich fünf Deutsche im Aufgebot.

Der wertvollste Deutsche der zweiten englischen Liga ist Timm Klose bei Premier-League-Absteiger Norwich City mit einem Marktwert von fünf Millionen Euro. Dazu spielen auch noch Sebastian Polter (Queens Park Rangers), Akaki Gogia (FC Brentford) und der Ex-Düsseldorfer Robert Tesche (Birmingham City) mit.

Der einstige Schalker Cheftrainer Roberto Di Matteo betreut den Erstliga-Absteiger Aston Villa, der spanische Champions-League-Gewinner Rafael Benitez den Topfavoriten Newcastle United.

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