„In der Halbzeitpause haben wir erst einmal Klartext geredet“, berichtet Stephan Krebietke. Der Trainer des Handball-Zweitligisten Tusem Essen war vor allem mit der Chancenauswertung seiner Mannschaft im Auftaktspiel bei der TSG Friesenheim alles andere als zufrieden. Dazu hatte er auch allen Grund, denn die 25:34-Niederlage hatte im ersten Durchgang ihren Ursprung. Nur acht mal schafften es die Essener den Ball im gegnerischen Gehäuse unterzubringen, während das Tornetz auf der anderen Seite nahezu dauerbelastet wurde: Insgesamt 17 Gegentore kassierten die Essener in Halbzeit eins.
Dass die Aufgabe in Ludwigshafen für den Tusem nicht einfach werden würde, war den Beteiligten bereits auf der Busfahrt klar. Die „Eulen“, wie sich die TSG nennt, zeigten sich in der Rückrunde der vergangenen Saison in guter Form und konnten zuletzt sogar den Erstligisten VfL Gummersbach im DHB-Pokal ausschalten – während die Essener am Drittligisten SG Langenfeld scheiterten. Vielleicht auch deswegen fuhr die Mannschaft von der Margarethenhöhe motiviert nach Rheinland-Pfalz, was sich aber nach wenigen Minuten auf dem Spielfeld auch schon wieder erledigt haben dürfte. Zu abgezockt spielten die Hausherren und zu ungenau waren die Abschlüsse der Gäste. Dabei boten sich genügend Möglichkeiten, teilweise auch aus bester Position.
Der deutliche Rückstand zur Pause war keine wirklich gute Grundlage für den zweiten Durchgang. „Aber wir haben in der Kabine einige Dinge konstruktiv angesprochen und den Blick schnell nach vorne gerichtet“, erklärt Trainer Krebietke weiter. Und tatsächlich besserten sich Wurfquote und Abwehrspiel seiner Mannschaft. Immerhin konnte der Tusem sich noch einmal herankämpfen, doch als Kapitän Michael Hegemann per Siebenmeter die große Chance hatte auf vier Tore zu verkürzen, zeigte der Routinier Nerven und verzog (53.). Sinnbildlich für den ersten Auftritt des Tusem in der neuen Saison.
Für die junge Mannschaft der Essener war die Niederlage in Friesenheim eine Erfahrung. Stephan Krebietke meint: „Man merkt, dass noch nicht jedes Rädchen ins andere greift. Wir haben eigentlich grundsätzlich keinen schlechten Handball gespielt. Leider haben wir es nur nicht geschafft, den Ball oft genug ins Tor zu werfen. Unter dem Strich hatten wir somit keine Chance die Partie zu gewinnen.“ Dem Trainer habe neben der mangelhaften Chancenverwertung auch die nötige Aggressivität in der Abwehr gefehlt, „die aber in der zweiten Halbzeit besser war“, wie er sagt.
Positive Ansätze konnte Stephan Krebietke trotz der Niederlage erkennen, unter anderem habe ihm die Moral seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit gefallen. Doch um das erste Heimspiel der Saison am kommenden Freitag (19.30 Uhr, Am Hallo“) gegen den HC Empor Rostock auch ergebnistechnisch positiv zu gestalten, müssen auf jeden Fall mehr Tore her.

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