In der Tat trifft da der Tabellenletzte auf den Vorletzten. Doch es ist erst der zweite Spieltag, da relativiert sich doch vieles.
Nach der deutlichen Niederlage zum Auftakt bei der TSG Friesenheim (25:34) ist der Tusem aber schon in der Pflicht. Den Gästen von der Ostsee erging es zum Start gegen TV Neuhausen allerdings auch nicht besser, denn sie unterlagen zu Hause mit 29:36. „Rostock hat keine schlechte Mannschaft“, sagt Tusem-Trainer Stephan Krebietke. „Sie haben eine sehr offensive Deckung und viele schnelle und bewegliche Spieler. Einfach wird das nicht, aber es ist unser Anspruch, die Heimspiele zu gewinnen. Dafür brauchen wir vor allem eine stabile Abwehr als Basis.“ Auch die Abschlüsse müssen konsequenter werden.
Beim Tusem greife, laut Krebietke, noch nicht jedes Rädchen ins andere. Das ist zum einen dem Umbruch im Kader geschuldet, zum anderen aber auch der fehlenden Erfahrung der mit einem Altersschnitt von 23 Jahren recht jungen Essener Mannschaft. Doch genau das ist das Kapital des Tusem: Junge Spieler in den eigenen Reihen auszubilden und langsam an die Profi-Mannschaft heranzuführen, das ist die Philosophie. So kommen zu dieser Spielzeit in Sam Schäfer, Maurice Meurer und Felix Käsler gleich drei weitere Talente aus dem eigenen Stall.
Das bleibt natürlich nicht unbemerkt: So hat die Handball-Bundesliga nun eine Liste veröffentlicht, in der die Essener deutschlandweit die dritteffektivste Nachwuchs- und Anschlussförderung haben – noch vor den Erstligisten Magdeburg, Lemgo oder Kiel. „Da sind wir stolz drauf. Für uns ist das eine schöne Bestätigung für unsere Jugendarbeit und wir freuen uns sehr, dass wir so gut abgeschnitten haben. Aber das wollen wir auch noch steigern“, so Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger, dessen Söhne Lukas und Jonas ebenfalls den Schritt aus der eigenen Jugend in den Bundesliga-Kader geschafft haben.
Nun sollen für die gesamte Mannschaft aber die nächsten Schritte folgen. Und dazu gehören Punkte, die der Tusem vor allem in der heimischen Halle sammeln will und muss. Trotz der Anspannung, steigt bei Trainer Krebietke vor allem aber die Vorfreude: „Wir freuen uns riesig auf das erste Heimspiel. Gemeinsam mit unseren Fans wollen wir auch in dieser Saison wieder viele großartige Heimspielmomente erleben und feiern.“
Kintrup gibt Heimdebüt
Auch sein Neuzugang Michael Kintrup freut sich auf seinen Einstand vor den eigenen Fans: „Vor zwei Jahren habe ich mit Nordhorn hier in Essen gespielt. Als Spieler auf dem Feld spürt man so eine tolle Atmosphäre natürlich und die Zuschauer können da auch viel Druck aufbauen“, so der 27-Jährige. Inwieweit sein erstes Heimspiel positiv in Erinnerung bleiben wird, kann Kintrup mit entscheiden. Und sollten mit einer guten Leistung die ersten Punkte eingefahren werden, dürften die bösen Zungen möglicherweise bald wieder verstummen.

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