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BVB-Boss Watzke
"Wir knicken vor dem Terror nicht ein"

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Foto: firo

Das Spiel, an dem er selbst hätte teilnehmen sollen, sah sich Dortmunds Verteidiger Marc Bartra am Abend vor dem Fernseher an.

Und von dort sendete er noch vor dem Anpfiff eine Grußbotschaft über die sozialen Medien: Ein Bild von ihm, der rechte Arm nach der Operation dick bandagiert, links der hochgereckte Daumen. Und ein Lächeln. Dazu die geschriebenen Worte: „Wie ihr seht, geht es mir schon wieder besser. Vielen Dank für die vielen Nachrichten und die besten Wünsche an meine Mannschaftskameraden für das Spiel heute Abend.“

Borussia Dortmund gegen AS Monaco, Champions League, Viertelfinale. Der zweite Versuch, nachdem am Dienstagabend ein Bombenattentat auf den Mannschaftsbus des BVB für die Spielabsage gesorgt hatte. Marc Bartra war der verletzte Spieler, der sofort ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort besuchte ihn am Mittwochnachmittag Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc und überzeugte sich davon, dass der Spieler den Umständen entsprechend wohlauf ist.

Die Suche nach Normalität

Um größtmögliche Normalität waren sie beim BVB bemüht am Tag danach. Aber wie zur Normalität finden nach einem Ereignis wie diesem? Nach einem Sprengstoff-Anschlag? Nach der Verlegung des Spiels auf den Mittwoch? Nach einer Nacht mit zu wenig Schlaf und zu vielen Bildern im Kopf?

Am Mittwochmorgen versammelten sich die Verantwortlichen, Trainer und Spieler am Trainingsgelände in Dortmund-Brackel, das von der Polizei zuvor abgesucht und gesichert wurde. Bis zu neun Polizeibusse standen vor dem Gelände. Als erster fuhr Trainer Thomas Tuchel gegen kurz vor 9 Uhr vor. Nach und nach trudelten auch die Spieler ein. Betreten, nachdenklich die Stimmung im Mannschaftskreis.

Kurz darauf richtete BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke das Wort ans Team. „Ich habe appelliert, der Gesellschaft zu zeigen, dass wir vor dem Terror nicht einknicken“, sagte Watzke: „Wir spielen heute nicht nur für uns. Wir spielen für alle. Wir wollen zeigen, dass Terror und Hass unser Handeln nie bestimmen dürfen. Und wir spielen natürlich für Marc Bartra, der sein Team siegen sehen will.“

Etwa zehn Minuten dauerte der emotionale Appell des Bosses. Gegen 11 Uhr betrat die Mannschaft dann den Trainingsplatz. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit blieb sie dort eine halbe Stunde lang, während draußen einige Fans warteten. Darunter auch vier junge Mädchen: Mareike (18), Sarah (18), Nele (15), Jule (12). Freundinnen, die gestern aus Wiesbaden angereist waren, um das Spiel im Stadion zu verfolgen. „Als wir die Berichte in den sozialen Netzwerken über die Geschehnisse gesehen haben, waren wir schockiert, manche haben geweint“, erzählt Mareike.

Sie sind dann zurück in ihre Jugendherberge gefahren. Ein Zeichen, eine Botschaft. Das erste, was sie am Mittwochmorgen tun? Sie fahren in ein Schreibwarengeschäft, kaufen gelben Pappkarton und schwarzen Filzstift. Am Trainingsgelände angekommen, beginnen sie zu malen. Eine Bastelwerkstatt im Zeichen des BVB. Vier Pappen, vier Worte: You’ll. Never. Walk. Alone.

„Wir wollen den Jungs zeigen, dass sie nicht allein sind, dass wir alle zusammenstehen. Außerdem soll das ein Zeichen sein gegen Gewalt und dass wir uns nicht unterkriegen lassen sollten. Jetzt erst recht“, sagt Mareike entschlossen. Etwas später fuhren sie wieder ins Stadion. Dorthin, wo schon mittags die Polizeibusse aufgereiht standen. Erhöhte Präsenz in jeder Form, Polizisten mit Maschinengewehren.

Die Mädchen erlebten, wie die Dortmunder Spieler beim Betreten des Platzes auch von den Gäste-Fans mit warmem Applaus empfangen wurden. Sie sahen, wie etwas später die BVB-Profis aus der Kabine kamen und einheitliche gelbe T-Shirts trugen. T-Shirts, auf die das Gesicht von Marc Bartra gedruckt worden war. Dazu der Wunsch: „Mucha Fuerza“ – viel Kraft.

Kraft, die er brauchen kann. Nahe am Handgelenk ist sein Arm gebrochen. Den Mann, von dem Trainer Thomas Tuchel, sagt, dass er eigentlich immer lächelt, hatte es am ärgsten erwischt. Sein Ausfall schmerzt nun den BVB doppelt. Aber die Saison sieht noch sechs Ligaspiele vor und womöglich ja auch noch ein paar Partien in den anderen Wettbewerben. Das entscheidet sich ohne Marc Bartra. Aber beim BVB gehen sie davon aus, dass der Spanier noch in dieser Saison wieder auf dem Platz stehen wird – und nicht mehr zugucken muss.

(6) Kommentare

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5 FC Schalke 04 0 0 0 0 0:0 0 0
6 Fortuna Düsseldorf 0 0 0 0 0:0 0 0
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  • mistfink 12.04.2017 22:47 Uhr
    Nein Herr Watzke, Sie knicken vor dem Terror nicht ein, schließlich fahren Sie in einer gepanzerten Limousine von Hü nach Hott und alles andere scheint Sie nicht zu interessieren, solange der Rubel rollt.
    Sie benutzen junge Spieler für Ihren Vereins- Mammon und stellen sich gleichzeitig als einen Heros gegen den internationalen Terror dar.
    Sie sollten sich abgrundtief schämen.
  • trini010207 13.04.2017 07:00 Uhr
    Fussballer sind Menschen und keine Maschinen. Das Spiel fand gestern unter irregulären Bedingungen statt. Die UEFA hat mal wieder gezeigt, dass es ihr um rein wirtschaftliche Interessen in der Entscheidungsfindung geht. Ähliches muss ich leider auch Herrn Watzke unterstellen. Die Hinweise, dass man sich vom Terror nicht unterkriegen lassen darf, sind zwar richtig. Für mich wäre aber unterkriegen lassen, wenn der Spielbetrieb komplett eingestellt würde. Eine Verschiebung um einige Tage wäre aus meiner Sicht richtig gewesen. Allein schon, damit die Spieler zur Ruhe kommen können. Auch wenn dies weitere Änderungen in den Spielplänen bedeutet hätte.

    Ich finde es aber geradezu abartig, dass Äußerungen, von nicht unterkriegen lassen oder wieder zum Alltag übergehen und anderes Geschwafel, immer von Personen kommen, die nicht direkt von einem Terroranschlag betroffen waren/sind.

    Wie sagte Nuri Sahin im ZDF: eine menschliche Entscheidung wäre gewesen, nicht zu spielen. Recht hat er.
  • 13.04.2017 07:07 Uhr
    sehe ich genau so,genau wie tuchel über die schnelle neu Ansetzung meckert,der BVB hätte das Spiel auf einem späteren Zeitpunkt ansetzen lassen können(laut der UEFA Bestimmungen)sollte tuchel mal zu seinen vorgesetzten gehen und fragen warum von Vereinsseite nichts passiert ist.das Spiel wäre aber auch so nicht anders ausgegangen,jetzt die Geschehnisse dafür verantwortlich zu machen finde ich zu einfach,aber auch andere müssen ihren job nach vielleicht noch s hlimmeren Ereignissen sofort weiter nachgehen.vielleicht sollten manche mal darüber nachdenken die jetzt soviel Mitleid mit den Millionären haben,das ein Polizist der von Flaschen,Steinen,Leuchtraketen bei Fußballspielen beschossen und beworfen wird auch um sein leben Angst hat,muss auch am nächsten Tag weiter machen,dem Arzt dem der Patient auf dem Tisch stirbt muss auch die nächste op machen.
  • trini010207 13.04.2017 07:31 Uhr
    @kalle Du hast Recht, wenn Du schreibst, dass auch andere ihren Job nach schlimmen Ereignissen und Fehlern weiter nachgehen müssen. Die Frage ist nur, ob sie nach außergewöhnlichen Vorkommnissen ihre normale Leistung abrufen können und ob sie ihre Tätigkeit ohne zeitlichen Abstand zum Ereignis weiter nachgehen? Natürlich haben alle die im Beruf stehen, wie auch die Fußballer, die Möglichkeit, sich nach schlimmen Ereignissen eine Arbeitsunfähigkeit ausstellen zu lassen. Dies geschieht aber regelmäßig nicht, da oft versteckter Druck von Vorgesetzten ausgeübt und/oder eine Gruppendynamik stattfindet. Wer möchte schon als Weichei dastehen?

    Der Hinweis, das Mitleid ausgerechnet mit Millionären fehl am Platz wäre, kann ich so nicht stehen lassen. Wir Fans ermöglichen mit unserem Interesse an dem Produkt Fussball erst, dass sie so viel verdienen können. Weniger Interesse seitens der Fans wäre nämlich gleichbedeutend, mit weniger Fernsehgelder, weniger Werbeinnahmen usw. und daraus resultierend weniger Verdienst für die Spieler.

    Ich jedenfalls bleibe dabei, dass jeder Mensch, also auch ein Fussballer, das Recht hat, nach einem solchen Ereignis durchzuatmen und nicht unnötig Druck auf ihm ausgeübt werden darf.
  • Hitzfeld09 13.04.2017 08:00 Uhr
    Seh ich genauso wie mistfink und trini.

    Ich bin entsetzt über Watzke und wie er eine Show draus macht, dass der BVB für unsere Demokratie und Werte spielt blabla.

    Mir tun unsere Jungs einfach nur leid, zu diesem Spiel mehr oder weniger gezwungen worden zu sein - durch die Zustimmung der Vereinsführung (Watzke) zu der Terminansetzung der Uefa.

    Sie mussten wie die Gladiatoren im Zirkus antreten - einfach weil: the show must go on. Dann findet das Rückspiel eben später statt, dann findet das Halbfinale eben später statt ...

    Klar waren sie total verunsichert - sollte das CL-Spiel ihreTraumatherapie sein? Was für ein Hohn.

    Einen Chirurgen würde ich nach so einem Trauma auch nicht an mich ranlassen, oder einen Piloten mich fliegen lassen, die können sogar Millardäre sein ...

    Klar machen sie dann dumme Fehler unter so irregulären Bedingungen.

    Und wenn sie dann so toll gekämpft und gefightet haben, können sie stolz sein.

    Trotzdem haben die Funktionäre (Uefa, Watzke etc.) sie vorgeführt ....
  • Hitzfeld09 13.04.2017 08:06 Uhr
    "Dieser Anschlag steckt uns allen in den Knochen. Er galt ja unserem Leben." (TT)

    Nur zum Drübernachdenken.

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