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DEL: Diskussion um TV-Präsenz
Tripcke: "Zahlen nicht für Berichte"

Ab dem kommenden Samstag fliegt auch beim Deutschen Sportfernsehen DSF wieder der Puck. Allerdings sind ab 21.30 Uhr – zum Auftakt aufgrund der Basketball-WM am kommenden Sonntag ab 13.30 Uhr - nicht bewegte Bilder von DEL-Spielen zu sehen, sondern ein halbstündiges Magazin über die Zweite Bundesliga. Ein bayerischer Regionalsender produziert die Sendung, finanziert wir sie (noch) von den Zweitligisten selbst. Über eine Marketingagentur sollen Werbegelder herangeschafft werden. „Nun bekommt die Bundesliga den Platz in der Öffentlichkeit, den sie sportlich
schon lange verdient“, meint ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger. Die DEL findet beim DSF allerdings nur im Videotext statt, was die Geschäftsführung nicht weiter stört.

Die präsentierte zum Saisonstart die Analyse eines Karlsruher Instituts nach der im Free-TV 206 Stunden Eishockey gezeigt wurden, der Pucksport eine „hohe mediale Leistung generieren kann“. Dass es sich dabei hauptsächlich um lokale TV-Sender handelte, wurde nur am Rande erwähnt und bremste die Euphorie von DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke aber in keiner Weise: „Handball ist vorübergehend vielleicht gefühlt die Nummer zwei hinter Fußball. Aber man muss die Ligen vergleichen, und da rangieren wir beim Umsatz, den Zuschauern, den Sponsoringund Fernseheinnahmen deutlich vorne.“

Gemessen an den Zuschauerzahlen sei die DEL von allen Hallenligen weltweit sogar die drittgrößte hinter der nordamerikanischen Profiliga NHL und der Basketball-Profiliga NBA. Und in Sachen Medienpräsenz müsse noch das seit einem Jahr laufende eigene Internetfernsehen DEL TV berücksichtigt werden, das inzwischen von 3 Mio. Besuchern angeklickt wurde.

Der RS-Kommentar von Markus Terbach:

Natürlich kommt das Anschauen von Fernsehsendungen im Internet immer mehr in Mode. Natürlich sind die meisten Eishockeyfans in Nordrhein-Westfalen in Köln und Düsseldorf zu Hause. Natürlich wird durch DEL-TV der internetversierte Anhänger mit der nötigen Freizeit angesprochen und über lokale Fernsehsender exzellente Vor-Ort-Werbung betrieben. Aber ist damit die Zielgruppe abgedeckt? Werden die Männer, Frauen und Jugendlichen erreicht, die vielleicht nicht jede Woche, aber ab und an gerne einmal eine Sportveranstaltung besuchen, bei der auch das Drumherum in Form von Arena und Rahmenprogramm stimmt? Werden all jene erreicht, die mehr als eine Autostunde von einer DEL-Arena entfernt wohnen, aber ab und an gerne einmal einen Sonntagsausflug in die Eishalle machen oder eine Freitagstour mit anschließendem Disco-Besuch in der Großstadt? Nein, die „Eventfreunde“ und Bewohner der „Eishockey-Diaspora“, aus denen ja durchaus Stammgäste werden können, gehen leer aus. Die DEL scheint in Sachen Medien und Marketing nicht gut beraten zu sein, was auch die Äußerungen von DEL-Boss Gernot Tripcke zum Magazin der Zweitligisten im DSF zeigen. Die DEL befindet sich im Revier im medialen Abseits, da in Nordrhein-Westfalen nach dem Aus der WDR-Sendung „Sport im Westen“ im Free-TV nur noch der Sportblock der Nachrichten auf ntv bleibt, der aber nur verwerten kann, was Premiere anbietet. Das ist nicht an jedem Spieltag eine Begegnung mit Beteiligung eines Revier-Teams. Die Saison wird zeigen, ob sich die DEL ihre Haltung auch in einem Jahr noch erlauben kann.

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