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Angst vor Fußball-Krawallen in Hamburg

Hamburg, Schanzenviertel, Hamburg, Schanzenviertel
Foto: dpa

Nur vier Wochen nach dem von schweren Krawallen geprägten G20-Gipfel in Hamburg drohen am Montag erneut Ausschreitungen auf dem Kiez.

Im Schanzenviertel wird immer noch renoviert und repariert, die Spuren der G20-Krawalle in Hamburg sind auch vier Wochen danach längst nicht vollständig beseitigt. Aber schon am Montag steht für die Polizei der Hansestadt auf dem Kiez die nächste Herausforderung bevor. Es gilt, die Fans des FC St. Pauli und die Anhänger von Dynamo Dresden strikt voneinander zu trennen.

Unser Bedarf in Hamburg an Aufregung ist seit G20 eigentlich gedeckt.

Ewald Lienen, Technischer Direktor beim FC St. Pauli

"Unser Bedarf in Hamburg an Aufregung ist seit G20 eigentlich gedeckt", sagte Ewald Lienen, seit Saisonbeginn Technischer Direktor bei den Norddeutschen, mit Blick auf die radikalisierte Klientel in beiden Fangruppierungen. Ein direktes Aufeinandertreffen der problematischen Stadionbesucher vor, während und nach dem Zweitliga-Duell (20.30 Uhr/Sky) soll unbedingt verhindert werden.

Auch ohne zu pauschalisieren: Beim Kiezklub gibt es Affinitäten zur linken Szene rund um das Millerntorstadion, das während des Politgipfels in den nahe gelegenen Messehallen als alternatives Medienzentrum genutzt wurde. Zudem wurden kurzfristig 200 Übernachtungsplätze in der Arena für G20-Gegner eingerichtet.

Die aus Sachsen mitreisenden Ultras sind hingegen im Politik-Spektrum eher der anderen Seite der Mitte zuzuordnen. Zuletzt sorgte die entsprechende Dynamo-Szene mit sogenannten "Kriegserklärungen" an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für weitverbreitetes Unbehagen, nicht nur beim Verband selbst.

"Der Begriff 'Krieg' hat im Fußball nichts verloren. Wenn ausgerechnet aus Dresden dem DFB der 'Krieg' erklärt wird, ist das geschichtslos", sagte Präsident Reinhard Grindel verständnislos. Aber auch St. Paulis Klubboss Oke Göttlich zog eine Rote Linie, als Vereinsmitglieder das Stadion während der Gipfeltage zu einer "Cop-Free-Zone" erklären wollten: "Diese Forderung haben wir nie unterstützt."

Aus seiner Unterstützung für die friedlichen G20-Gegner machte Lienen indes nie einen Hehl: "Mehr und mehr wurden zuletzt wichtige Menschenrechte nicht mehr respektiert. Gegen diese Entwicklungen muss man sich positionieren." Sprach's und engagierte sich beim "Lesen gegen Atomstrom" und beteiligte sich an der Demonstration "Lieber tanz' ich statt G20."

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