Es war eine Machtdemonstration an der legendären Anfield Road. Im Duell der beiden Spitzenmannschaften waren die Gäste aus London über die gesamten 90 Minuten chancenlos. Liverpools Tempofußball, der an Klopps beste Zeiten bei Borussia Dortmund erinnerte, war zu viel für die Gunners. Für den entfesselt aufspielenden Hoffenheim-Bezwinger um Confed-Cup-Sieger Emre Can erzielten Roberto Firmino (17.), Sadio Mané (40.), Mohamed Salah (57.) und Daniel Sturridge (77.) die Tore. Für Arsenal war es eine Demütigung.
Neville würde Mesut Özil auf die Verkaufsliste setzen
Entsprechend hart war die Kritik, die anschließend auf die Gunners einprasselte. Der englische TV-Experte Gary Neville hatte es dabei auch auf den deutschen Weltmeister Mesut Özil und den Ex-Gladbacher Granit Xhaka abgesehen, die beide in der Startelf standen. Das Duo zählte zusammen mit Alex Oxlade-Chamberlain, Aaron Ramsey und Sturmstar Alexis Sánchez zu den Spielern, die Neville "alle auf die Transferliste setzen würde." Der ehemalige englische Nationalspieler kritisierte die Rückwärtsbewegung der Arsenal-Stars: "Sie haben in den ersten 20 Minuten das Wichtigste vergessen: Wenn der Ball an dir vorbeigeht und deine Mannschaftskollegen unter Druck geraten, läufst du so schnell wie möglich zurück."
Der Stachel bei den Gunners sitzt nach dem Fehlstart (drei Punkte aus drei Spielen) tief. Vor allem Özil wird zur Zielscheibe der englischen Presse. "Özil war wieder einmal unsichtbar in einem großen Spiel. Es bleibt das Gefühl, dass er ein hochveranlagter Spieler ist, der es gegen die besten Mannschaften einfach nicht schafft", war in der Zeitung "Independent" zu lesen. In einer Auflistung der "Dailymail" gehört der 28-jährige Ex-Schalker zu den Spielern, die der Verein nicht mehr benötige und verkauft werden müssten. "Wenn er nicht in Form ist, spielt er schlechter als ein Zuschauer", schrieb das Blatt.
Özil selbst hatte sich via Instagram bei den mitgereisten Arsenal-Fans für die enttäuschende Leistung in Liverpool entschuldigt. "Beschuldigt uns, beschimpft uns, kritisiert uns, aber ich bin auch sehr enttäuscht über das Spiel. Wir waren nicht gut genug", erklärte Özil.
Neuzugang Sead Kolasinac, der im Sommer vom FC Schalke 04 zu Arsenal wechselte, saß in Liverpool 90 Minuten auf der Bank. Die Zeitung "Dailymail" reagierte darauf mit Unverständnis: "Warum er gegen Liverpool auf der Bank gelassen wurde, ist ein Rätsel. Er war sehr beeindruckend im Community Shield (Kolasinac traf in diesem Pokalspiel gegen Chelsea, Anm. d. Red.) und hat im Gegensatz zu Nacho Monreal die benötigte Physis, um in der Abwehr zu spielen."

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