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Deutschland-Gegner
Golden war gestern in Tschechien

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Foto: Firo

Einst war die tschechische Mannschaft eine Ansammlung von Talent und Können. Doch Nachwuchs ist rar. Ausnahme: Patrik Schick, Rekordtransfer des AS Rom.

Die Worte waren mit Bedacht gewählt. Er wolle, sagte Halil Altintop, als er vor wenigen Wochen seinen Abschied vom FC Augsburg verkündete, "den Weg freimachen für jüngere Nachwuchstalente". Eine Sorge, die der 34-Jährige offenbar bei seiner neuen Station Slavia Prag, mit chinesischen Millionen zum tschechischen Meister gepäppelt, eher weniger hat. Denn Talentförderung ist in Tschechien seit Jahren ein Problem. Abzulesen ist das an der Nationalmannschaft, die am Freitagabend (20.45 Uhr) Deutschland zum WM-Qualifikationsspiel empfängt und längst nicht mehr über jenen Glanz verfügt, die sie einst versprühte.

Einst ist zum Beispiel 1996, als das Team mit dem Star Pavel Nedved und seinem Adjutanten Karel Poborsky sowie den Ruhrgebiets-Bekanntheiten Jiri Nemec, Radoslav Latal (beide Schalke) und Patrik Berger (Dortmund) im EM-Finale stand - und gegen Deutschland verlor. Goldene Generation wurde die Mannschaft und ihre Erben genannt. Das verlorene EM-Halbfinale 2004 gegen Griechenland mit Petr Czech, Milan Baros und den früheren Dortmundern Jan Koller sowie Tomas Rosicky - ist bis heute der letzte wirklich bemerkenswerte Eintrag in der nationalen Erfolgschronik. Die Weltmeisterschaften 2010 und 2014 verpasste das Team, bei der EM 2016 schied es als Gruppenletzter in der Vorrunde aus. In der Qualifikation für 2018 steht es "mit dem Rücken zur Wand", wie Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag in Prag formulierte. Tabellenplatz drei derzeit und vier Punkte Rückstand auf die Nordiren.

"Die Mannschaft hatte damals mit Koller und einigen anderen sehr namhafte Spieler, die bei großen Vereinen spielten", erinnert sich Löw zurück. Heute ist das anders. Vladimir Darida, Profi von Hertha BSC und dort so wie in der Nationalelf Herzstück des Mittelfelds, spielt stark, aber unspektakulär. Bemerkenswerten Nachwuchs gibt's kaum. Fußball-Akademien, wie sie Deutschland vor 15 Jahren einführte, entstehen erst jetzt in Tschechien.

Doch zumindest ein bisschen Hoffnung keimt derzeit. Sie trägt den Namen Patrik Schick. Der Stürmer wechselte nach einer Klasse-Saison bei Sampdoria Genua am Montag zum AS Rom, die sogar bereit war, eine vereinseigene Rekordablöse zu berappen: Insgesamt 40 Millionen Euro dürften für den 21-Jährigen in den kommenden Jahren fällig werden. Deutschlands Abwehrchef am Freitag, Mats Hummels, nennt ihn "eine Bedrohung und absolute Waffe".

Bis um ihn herum eine Mannschaft gewachsen ist, die an alte Zeiten erinnert, dürfte Halil Altintop allerdings seine Karriere beendet haben.

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