Dies berichtet die belgische Agentur Belga. In der belgischen Hauptstadt lebt eine größere marokkanische Gemeinde.
Marokko löste das WM-Ticket in der Gruppe C durch ein 2:0 (2:0) im Gastspiel bei der Elfenbeinküste. Die Polizei ging im Zentrum von Brüssel mit Wasserwerfern gegen rund 300 Menschen vor, die randaliert hatten. Dabei ging auch ein Auto in Flammen auf. Durch massive Polizeipräsenz beruhigte sich die Lage schließlich im Laufe des Samstagabends.
Wir haben am Sonntagmorgen mit Rachid Azzouzi, ehemaliger Bundesligaprofi (u.a. MSV Duisburg) und einst Sportdirektor bei Fortuna Düsseldorf, gesprochen. Azzouzi war bei der letzten WM-Teilnahme der Marokkaner 1998 in Frankreich dabei und bestritt insgesamt 37 Länderspiele für die Nordafrikaner.
Rachid Azzouzi, was sagen Sie zu den Vorfällen in Brüssel?
Das sind natürlich keine guten Nachrichten. Leider hat jedes Land Probleme mit seinen Fans. In Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden leben viele marokkanischstämmige Menschen. Schade, dass sie sich dann, wie im Fall Brüssel, so benehmen. Aber wie gesagt: jede Fußball-Nation hat Probleme mit Chaoten oder Hooligans.
Was ist aktuell in Marokko los? Wie können wir uns das vorstellen?
(lacht) Die ganze Nation ist im Fußball-Fieber. Nach 20 Jahren wieder dabei zu sein, ist etwas Großartiges. Ich habe auch gejubelt. In Marokko haben bestimmt 90 Prozent der Bevölkerung das Spiel gegen die Elfenbeinküste im Fernsehen verfolgt. Einige tausend sind sogar in die Elfenbeinküste gereist. Es herrscht große, große Freude in Marokko.
Wie stark ist die Mannschaft einzuschätzen?
Wir haben jahrelang gute Individualisten gehabt. Jetzt besitzen wir endlich wieder eine echte Mannschaft. Und da sind gute Jungs dabei. Man muss bedenken, dass Spieler wie Achraf Hakimi von Real Madrid oder Amine Harit von Schalke auf der Bank sitzen. In Richtung WM haben wir da noch einige gute Jungs in der Hinterhand. Vor allem denke ich da an Harit. Der Junge bringt einiges mit für eine gute Karriere.
Was kann Marokko bei der WM reißen?
Das ist schwer zu prognostizieren. Ich hoffe auf eine gute, machbare Gruppe. Am besten wäre es, wenn wir mit Deutschland gelost werden. Das würde mich freuen. Ich bin mir sicher, dass viele Marokkaner nach Russland reisen werden und wir hoffentlich, aus marokkanischer Sicht, eine ordentliche WM erleben. Ich werde auch versuchen, in Russland vor Ort zu sein. Wir haben 20 Jahre darauf gewartet. Man weiß nie, wann wir wieder bei einer WM dabei sind.
