"Nie wieder" - darüber sind sich alle einig. Unter diesem Motto gedenken einige Profi-Klubs des deutschen Fußballs heute den Opfern des Holocaust. Unter anderem der FC St. Pauli wird heute vor seinem Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 in besonderer Form ein Zeichen setzen, vor allem gegen rechts. Dafür haben die Hamburger eine aufwändige Choreografie vorbereitet, initiiert vom Fanladen und der aktiven Fanszene des Kiez-Klubs. "In Zeiten, in denen der Rechtsruck in der Gesellschaft und den Parlamenten überall spürbar ist, in denen die Diskriminierung von Menschen anderer Herkunft, anderer Religion und Hautfarbe immer mehr zunimmt, stehen wir gemeinsam auf und machen klar: Kein Fußbreit den Faschisten! Kein Vergeben, kein Vergessen!", heißt es auf der Vereins-Homepage. Auch der heutige Gegner wird sich an dieser Choreografie beteiligen. Auf die traditionelle Einlauf-Hymne "Hells Bells" wird an diesem Tag ausnahmsweise verzichtet.
Auch in anderen Stadien der 1. und 2. Bundesliga soll es Aktionen zu diesem Gedenktag geben, eine Schweigeminute ist ebenfalls geplant. Bereits am vergangenen Spieltag haben die Bundesligisten Mainz 05 und VfB Stuttgart an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Mit einem großen Banner mit der Aufschrift "Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt" machten die Vereine darauf aufmerksam, eine solche Zeit, wie die NS-Zeit, nicht mehr wiederholen zu lassen. "Ziel ist es, einen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur zu leisten und das Andenken derer zu bewahren, die von den Nationalsozialisten grausam diskriminiert, vertrieben und ermordet wurden", betont auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf ihrer Webseite.
Unter den Hashtags "!Niewieder" und "Weremember" haben viele Vereine schon online ihre Zeichen gesetzt, darunter die Bundesligisten Hamburger SV, VfL Wolfsburg und Hertha BSC.
Gedenktag gibt es seit 1996
In der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten die Nazis in Auschwitz über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Seit 1996, auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, gibt es immer am 27. Januar den Jahrestag der Befreiung in Deutschland. Seit 2004 erinnern auch die Fußballvereine an diesen Tag.

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