Es ist ein beispielloses Hin und Her, das nun allein schon deshalb bald ein Ende findet, weil das Transferfenster schließt. Pierre-Emerick Aubameyang, eine Attraktion der Liga, dürfte alsbald Borussia Dortmund verlassen und in England anheuern. Vor einem Jahr begann er, regelmäßig mit seinem Wechselwunsch zu kokettieren, schon im Sommer wollte er weg. Doch niemand fand sich, der die aufgerufene Ablösesumme zu zahlen bereit war.
Aber das bedeutet auch, dass sich dem BVB jenes veritable Problem bereits über einen längeren Zeitraum ankündigte, das er nun zu lösen hat. Er muss im laufenden Betrieb einen seiner wichtigsten und in den vergangenen Jahren auch zuverlässigsten Bausteine ersetzen. Bei aller Machtlosigkeit, die bei einem Verein herrscht, dessen Angestellter unerwartet die Arbeit niederlegt und provoziert, wo er kann, handelt es sich um ein Versäumnis, keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen zu haben.
Mildernde Umstände gibt es, weil der gleichzeitige verletzungsbedingte Ausfall von möglichen Sturm-Alternativen wie Marco Reus und Maximilian Philipp kaum zu erwarten war. Aber außer diesen beiden Lösungen fehlt es im schwarz-gelben Kader an einem Plan B, an einer Alternative zu Aubameyang.
Der kam 2013 von St. Etienne nach Dortmund, als Robert Lewandowski mehr und mehr zu erkennen gab, dass seine Zukunft nicht in Dortmund liegen würde. Das war perfekte, vorausschauende Planung. Als der Weg nach München eine Saison später frei war, war auch der Weg für Aubameyang in die Mannschaft frei. Seitdem traf er mit erstaunlicher Zuverlässigkeit. Wenn er geht, gibt es nicht den natürlichen Nachfolger.
André Schürrle hätte das eventuell sein können. Der Nationalspieler ersetzte Aubameyang dann und wann und manches Mal sogar recht ansehnlich. Doch Schürrle gilt in Dortmund nicht gerade als Top-Einkauf. Er kam auf besonderen Wunsch Thomas Tuchels. Die Planung auf den aktuellen Trainer auszurichten, erweist sich als keine gute Idee. Auch eine Lehre des Falls Aubameyang.




Hinweis:
Um Kommentare schreiben zu können, musst du eingeloggt sein. Falls du noch nicht angemeldet bist, kannst du dich hier kostenlos anmelden.
Login via Facebook
Der Login via Facebook erleichtert Ihnen die Anmeldung