RWE-Kapitän Stefan Lorenz, wie geht es Ihnen nach der Kreuzband-OP?
Eigentlich ganz gut, alles ging ohne Schmerzen und ohne Komplikationen über die Bühne, so wie man sich das vorstellt bei einer gelungenen OP.
Alles bei Dr. Peter Schäferhoff in der Kölner MediaPark Klinik?
Genau, er hat auch vorab meinen Fuß erfolgreich operiert, bis zum Sonntag musste ich noch in der Klinik bleiben. Vielleicht schaffe ich es am Montag zum Sponsorentreffen in Essen im GOP. Sonst ist auch alles in Ordnung, kein Knorpelschaden oder sonstiges.
Wir reden jetzt über eine sechsmonatige Ausfallzeit, oder?
Ungefähr, ein halbes Jahr ist natürlich nicht mein Anspruch. Aber sicherlich sollte man im Schnitt der Fälle genau mit dieser Periode rechnen. Ich werde vielleicht ein wenig fixer sein, schauen wir einmal, wie die Reha anläuft.
Sie haben ein wirklich übles Jahr oder?
Es ist nicht wirklich gut, das stimmt. Froh kann ich nicht sein. Wenn das aber alles ist, was in den nächsten Jahren meiner Karriere als Verletzungen kommt, dann nehme ich das gerne in Kauf. Logisch, es ist bescheuert, aber mich wirft das nicht um. Daraus lernt man auch, wie schön es ist, Gesundheit zu haben. Genau das zählt doch eigentlich.
Sie verbreiten auch in einer solchen Situation extremen Optimismus, wie anstrengend ist das für Sie?
So kurz nach der Verletzung gehe ich mit der Situation vom Kopf her eigentlich relativ entspannt um. Aber eine Frustphase wird mit Sicherheit noch kommen, wenn man jeden Tag für das Comeback arbeiten muss. Die Reha zieht sich in die Länge, man schaut bei den Spielen nur zu. Das werden die Momente sein, in denen es weh tun wird.
Und zuhause?
Die Familie fängt einen natürlich auf, meine Frau sagt, jetzt haben wir mit mir drei Kinder zuhause. Da muss sie jetzt durch. Aber wie gesagt, es wird noch eine Schweinezeit. Andererseits kenne ich das nicht, das ist kein Nachteil. Wichtig ist für mich, in dieser Spielzeit noch einmal auf dem Platz zu stehen. Ich hoffe, das Team wird bis dahin auch weiterhin oben mitackern.
Schönes Zeichen vom Club, die Vertragsverhandlungen jetzt extra voran zu treiben.
Das wurde mir auch vorab gesagt, das sind auch alles keine Phrasen. Es ist so, dass beide Seiten eine weitere Zusammenarbeit anstreben. Ich denke, das habe ich mir erarbeitet. Wir werden auf einen grünen Zweig kommen, aber Priorität hat jetzt erst einmal die Fitness. Jeder weiß doch, ich bin sehr gerne in Essen, der Club passt zu mir und meiner Art, Fußball zu spielen.
Es läuft und Sie fallen aus.
Wir sind keine Kaspertruppe, wir haben immer an uns geglaubt und so einige Leute widerlegt.

